Bei La Strada entstehen seit 1986 Campervans in hoher Qualität und mit besonderen technischen Lösungen. Zum Jubiläum bringt der Hersteller aus dem hessischen Echzell ein gasfreies Sondermodell: den La Strada Avanti F Edition 40.
La Strada feiert Geburtstag. Vor 40 Jahren verließen die ersten ausgebauten Kastenwagen das Werksgelände. Und von Anfang an waren das keine gewöhnlichen Fahrzeuge. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Zum Jubiläum bringt der Hersteller aus dem hessischen Echzell eine gasfreie Jubiläums-Variante seines Avanti F heraus: den La Strada Avanti F Edition 40. Das Edition 40 Sonderpaket für 3.500 Euro enthält ein Induktionskochfeld mit zwei Platten, eingelassen in einer Küchenarbeitsplatte aus Mineralwerkstoff.
Damit sich der Herd auch abseits vom Landstrom nutzen lässt, finden sich im Paket zudem ein 3.600-Watt-Wechselrichter, ein 120-Ampere-Ladegerät und ein Lithium-Akku mit gewaltigen 410 Amperestunden. Gegenüber Einzelbezug verspricht La Strada einen Preisvorteil von 4.490 Euro. Um dieses Paket komplett zu machen, sollte der Käufer die zwei auf dem Testfahrzeugdach installierten Solarpaneele à 100 Watt Peak mit bestellen.
Der 6,36 Meter lange La Strada Avanti F basiert auf dem Fiat Ducato L4H3 mit 4.250 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse. Achtgang-Wandlerautomatik und 2,2-Liter-Turbodiesel mit 103 kW/140 PS, sind Serie; das Testfahrzeug ist aber mit dem Aggregat mit 132 kW/180 PS für 2.784 Euro Aufpreis ausgestattet.
Mit Doppelquerbett über dem Heckstauraum und Längs-Hubbett über der Halbdinette bietet das Fahrzeug vier Schlafplätze und kommt dank zweier Dreipunkt-Sicherheitsgurte an der Sitzbank auch auf vier zugelassene Sitzplätze. Der La Strada Avanti F Edition 40 startet bei 93.527 Euro, inklusive dem obligatorischen Technikpaket 1, dem obligatorischen Komfortpaket 1 und dem Edition 40 Sonderpaket. Viel Geld für einen Kastenwagen, doch der La Strada bietet eine Menge.
Und das zeigt sich bereits bei der Karosserie. La Strada wählt den Fiat Ducato in der längsten und auch in der höchsten Ausführung L4H3. Grund hierfür ist das Längs-Hubbett, aber auch der 14 Zentimeter hohe Staufach-Doppelboden, den die Hessen in den Avanti F einbauen. Es gibt nur wenige Mitbewerber, die diese technische Finesse ebenfalls anbieten.
Dach, Wände und Türen dämmt La Strada mit dem zwölf Millimeter dicken Polyethylen-Schaumstoff Xtreme-Isolator und belegt diesen mit zehn Millimeter dickem Velourstoff. Die Bodenplatte besteht aus einer 38 Millimeter starken, isolierten Sperrholz-Sandwichplatte. Die Stahlblechkarosserie einschließlich ihrer Anbauten und Beleuchtungseinrichtungen belässt der hessische Hersteller, abgesehen von den montierten Rahmenfenstern von Dometic und den Dachfenstern und Klappen, weitgehend original. Technisch notwendige Karosseriedurchbrüche am Unterboden sind ordentlich abgedichtet.
Ein Malheur ist wohl bei der Montage der vorderen Badwand passiert: Im Dachbereich der linken Außenwand zeichnet sich deren Kante im Blech ab. Hier dürfte es sich aber um einen Einzelfall handeln, da dies noch bei keinem anderen Testfahrzeug von La Strada auftrat. Ansonsten sind alle Karosseriearbeiten handwerklich gut ausgeführt.
Der Innenausbau ist das Sahnestück des La Strada Avanti F Edition 40. Dach und Wände sind mit Velour gepolstert – das fühlt sich gut an und dämmt das ohnehin sehr geringe Innengeräusch während der Fahrt. Möbelklappern? Nicht im Avanti. Auch der in Kastenwagen selten zu findende Staufach-Doppelboden gibt trotz mehrerer Bodendeckel keine Geräusche von sich. Ebenfalls spitze und typisch La Strada: die zweiflügelige, raumsparend nach innen öffnende Badtür mit opaken Acrylglas-Einsätzen. Und selbst die kleinste Nische nutzen die Hessen noch für ein Schränkchen. Beim Innenausbau ist der La Strada eine Klasse für sich.
Die Halbdinette im Avanti F Edition 40 formiert sich, wie bei Campervans üblich, aus der Zweier-Sitzbank, dem Einhängetisch und den dreh- und höhenverstellbaren Vordersitzen mit je zwei Armlehnen. Aber auch hier hat der Proband mehr zu bieten: Dass der stabile Einhängetisch verschiebbar ist und sich durch ein Schwenk-Element erweitern lässt, ist noch nichts Besonderes. Aber dass sich die Sitzfläche der Sitzbank verschieben lässt, ist mehr als Standard.
Das Gute daran: Gleitet die Sitzfläche bis zu elf Zentimeter nach vorn, folgt ihr das untere Ende der Rückenlehne. Hierdurch variiert deren Neigungswinkel. Die meisten Fahrzeuge auf dem Markt bieten dieses Detail nicht und ihre Rückenlehne steht aus Platzgründen meist sehr steil. In der Sitzbanktruhe kommt der 100-Liter-Frischwassertank unter. Um an sein Ablassventil zu gelangen, greift man von vorn in eine Aussparung unterm Sitzpolster. Letzteres lässt sich nach Lösen zweier Rändelschrauben vom Untergestell auch abheben.
Oberhalb des Seitenfensters dann eine weitere Besonderheit: Auf Wunsch installiert der Hersteller hier für 598 Euro ein zusätzliches Aufstellfenster. So fällt mehr Licht auf die Sitzgruppe oder – bei abgesenktem Längs-Hubbett – auf die Liegefläche. LED-Spots in der gepolsterten Hubbett-Unterseite und eine dimmbare LED-Leiste leuchten die Sitzgruppe gut aus, sodass man hier nicht nur zusammen essen, sondern auch gut lesen kann.
Abends wird es Zeit, das Hubbett vorzubereiten: Zunächst die Leiter aus einem schmalen Fach mit Klappe zwischen Küchenblock und Kühlschrank entnehmen, dann das Alu-Profil, das einen der beiden Gasdruckdämpfer sperrt, entfernen. Jetzt lässt sich der vordere Teil der dank einem Scharnier raumsparend knickbaren Konstruktion an einem Griff im vorderen Bereich herunterziehen. Nun den hinteren Part absenken, sodass er auf zwei Möbelsockeln zum Liegen kommt.
Das Ganze ist in einer Mi
Die 199/206 mal 127 Zentimeter große Matratze ist nur sieben Zentimeter stark, hat an ihrer Unterseite aber ein Abstandsgewirke und ruht auf Federtellern. Hierdurch ist der Liegekomfort besser als gedacht. Die Kopffreiheit reicht gut aus. Ein Gewinn ist das angesprochene zusätzliche Seitenfenster: Es verbessert das Raumgefühl im Oberstübchen enorm. Vier LED-Spots und ein Panorama-Dachfenster machen die Ausstattung komplett.
Über dem Heckstauraum baut La Strada das Doppelquerbett ein. Beide Matratzen messen zusammen 182 mal 140 Zentimeter. Dank gepolstertem Kopf- und Fußteil können sich die beiden Camper aber auf eine 194 Zentimeter lange Liegefläche freuen. Die Fenster in den Flügeltüren, ein großes Seitenfenster sowie ein Dachfenster machen das Schlafzimmer schön hell. Die großen Dachschränke wirken dadurch nicht so einengend. Für etwas Privatsphäre hat La Strada zwischen Bad und Sitzbank ein zweites schmales Fach mit Klappe eingebaut: Dahinter verbirgt sich ein raumhoher Vorhang.
nute erledigt. Allerdings lässt sich die Leiter nur vor dem Umbau entnehmen, denn die hintere Kante des abgesenkten Betts blockiert die Klappe des schmalen Fachs knapp. Hier würde es eventuell schon reichen, die Scharniere der Klappe von links nach rechts zu versetzen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau: Ein Leiter-Fach sucht man in 99 Prozent aller Kastenwagen vergebens.
Die Küche profitiert am meisten vom 40-Jahre-Paket. Der perfekt in die per seitlichem Klappbrett erweiterbare Arbeitsplatte aus Mineralwerkstoff eingelassene Induktionsherd bietet eine 1.000-Watt- und eine 1.300-Watt-Platte. Einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen, dauerte im Test nur sechs Minuten und benötigte dabei rund zwei Prozent der Akku-Kapazität. Der Kompressorkühlschrank fasst optional 150 statt 84 Liter und ist somit üppig dimensioniert. Stabile Auszüge, genügend Stauraum, einige kleine Schränke und eine homogene Ausleuchtung sind weitere Attribute der Küche.
Im Bad müssen zum Duschen eine ausziehbare Waschbeckenarmatur und ein Duschvorhang genügen. Dafür hat das WC von Dometic ein Porzellan-Inlay. Ansonsten gefallen besonders die zweiflügelige Tür und die perfekt gezogenen Dichtfugen – auch wieder typisch La Strada.
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