> Familientauglicher 3,5-Tonnen-Teilintegrierter mit Doppel-Querbett und L-Sitzgruppe

Forster T 699 HB im Profitest: höhenverstellbares Querbett und Winkelküche

Premium-Badge von Reisemobil Caravan
05.04.2026
Text: Mathias Piontek | Bild: Hardy Mutschler

In den vergangenen Jahren haben viele Reisemobilhersteller ihre Grundrisse mit Doppel-Querbett über der Heckgarage aus dem Programm genommen. Nicht so Forster. Mit dem Forster T 699 HB erhalten Käufer einen knapp sieben Meter langen Teilintegrierten, bei dem das Querbett sogar höhenverstellbar ist.

Wann haben Sie zuletzt einen VW Golf II gesehen? Oder einen Opel Kadett E? Vermutlich lange her. Viele einst vertraute Dinge verschwinden unmerklich aus unserem Alltag, ohne dass man Notiz davon nimmt.
So ist es auch mit einem der klassischsten Reisemobil-Grundrisse. Bis vor zwei, drei Jahren hatte fast jeder Anbieter mehrere Modelle mit Doppel-Querbett im Angebot. Heute findet man diese Aufteilung, wenn überhaupt, fast nur noch in besonders kurzen Fahrzeugen. Warum gerade dort, liegt auf der Hand: Gegenüber Längs-Einzelbetten und Queensbett spart das Querbett etliche Zentimeter, die einen kürzeren Aufbau ermöglichen oder im Innenraum etwa einem größeren Bad zugutekommen.

Einen Nachteil aber bietet das Doppel-Querbett: Will der hintere Camper nach dem vorderen schlafen gehen oder vor ihm das Bett verlassen, muss er über den Partner klettern. Letztlich ist es Abwägungssache, und so hat auch das Modell Forster T 699 HB weiterhin seine Berechtigung. Der 6,99 Meter lange Teilintegrierte auf Fiat Ducato mit 2,2-Liter-Turbodiesel, 140 PS (103 kW) und 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse nutzt den Platz vorm Raum sparenden Doppel-Querbett für ein Bad mit abgeteilter Dusche und Winkelküche gegenüber. Im Bug kommt eine großzügige L-Sitzgruppe mit seitlicher Sitzbank unter.

Dank der insgesamt vier Dreipunkt-Sicherheitsgurte lässt sich der Forster T 699 HB mit einem elektrischen Hubbett zum Urlaubsdomizil für Familien aufrüsten. Übrigens verbaut Forster auch beim Doppel-Querbett Elektromotoren: Es ist um 20 Zentimeter in der Höhe verstellbar, etwa wenn in der Heckgarage darunter besonders sperriges Sportgerät mitreisen soll. Der Forster T 699 HB kostet ab 62.900 Euro. Ein gutes Angebot? Das soll der Test zeigen.

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Grundriss: Forster T 699 HB

Forster T 699 HB im Profitest: Inhaltsverzeichnis

1. Karosserie

Beim Aufbau ist der im unteren Preissegment angesiedelte Forster T 699 HB hinsichtlich der Materialwahl vielen seiner Mitbewerber überlegen: Dach und Wände bestehen aus 30 Millimeter starkem GfK-Sandwich, der Sandwichboden mit Unterseite aus GfK kommt gar auf 54 Millimeter.

Als Isolierung verwendet das Werk im italienischen Poggibonsi geschlossenzelliges XPS, das im Falle eines Schadens am Aufbau kein Wasser aufnimmt. Im Boden und an den unteren Kanten der Wände setzt Forster statt auf Holzleisten auf solche aus Kunstharz. Das alles verspricht lange Haltbarkeit.

Rahmenfenster statt einfacher vorgehängter Fenster sind Serie. Das Aufstellfenster in der Dachhutze hingegen sowie die mit 60 Zentimetern breitere Aufbautür samt Türfenster, doppelter Verriegelung und Zentralverriegelung sind hingegen Bestandteil des Travel Line Pakets für 2.790 Euro.

Die drei Dachhauben hat der Hersteller mit genügend Dichtmasse eingesetzt, und auch alle Fenster, Türen und Klappen des Aufbaus sind akkurat eingebaut. Lediglich die Aufbautür könnte etwas mehr Vorspannung vertragen – eine Sache, die sich schnell einstellen lässt. Heckstoßfänger und Aufbauschürzen aus Kunststoff sind solide mit Kunststoffhaltern befestigt. An den Fendern am Übergang vom Aufbau zum Fahrerhaus sollte Forster eine Dichtnaht gegen Scheuerstellen anbringen, denn die Kanten dieser Kunststoffteile stoßen direkt auf das lackierte Fahrerhausblech des Fiat Ducato.

„Die Materialwahl sowie die ordentliche Montage von Fenstern, Dachhauben und Türen versprechen lange Haltbarkeit. Aber die Fender sollte Forster mit einer Dichtnaht gegen Scheuern versehen.“ (Rudi Stahl, Karosseriebaumeister)

Am Unterboden blickt man auf einige nicht besonders akkurat verlegte Kabel, und der Blick bleibt an den offenen unteren Kanten der Wände haften – dank der verbauten Leisten aus Kunstharz kein Problem. Und wen es stört, der behandelt die Kanten mit Unterbodenschutz.
Dass der Hersteller am Heck Rückleuchten mit althergebrachten Glühfadenlampen einbaut, geht voll in Ordnung: Defekte Birnen lassen sich leicht ersetzen.

Die rot-weißen Umrissleuchten am Heck sowie die orangen Seitenbegrenzungsleuchten hat Forster sinnvoll platziert: von anderen Verkehrsteilnehmern, aber auch beim Rangieren vom Fahrer gut erkennbar. Und so hinterlässt der Aufbau, abgesehen von den genannten Kleinigkeiten, einen sehr guten Eindruck.

Der Forster T 699 HB basiert auf dem Fiat Ducato mit originalem Tiefrahmenchassis.
Foto: Hardy Mutschler

2. Innenausbau

Im sehr gut ausgeleuchteten Innenraum erwartet den Käufer ein Mobiliar, das zwar stellenweise, etwa an den Kanten der Möbelklappen, etwas mehr Feinschliff vertragen könnte, ansonsten aber stabil konstruiert und gut verarbeitet ist. Eine angenehme Haptik bieten jene Möbelelemente mit Oberflächen in Granit-Optik.

Etwas labberig wirkt die Holzblende der ansonsten stabil konstruierten Bett-Höhenverstellung. Sehr gut: Die gepolsterte Fassung der Dachhutze verhindert blaue Flecken auf dem Weg zu den Vordersitzen. Die Küchenarbeitsfläche dichtet Forster zu Seitenwand und flankierenden Möbeln hin mit einem Kunststoffkeder ab.

Zum Fahrerhaus hin überwindet der Urlauber eine 9,5 Zentimeter hohe Stufe; 13 Zentimeter sind es ins Bad. Kurios: Bei den Vordersitzen greift Forster auf originale Fiat-Bezüge zurück, die so ähnlich aussehen wie die Polsterbezüge der Sitzgruppe – aber eben nur so ähnlich. Allerdings ist dieser Stoff bei allen Temperaturen recht angenehm. Unterm Strich weiß der Forster T 699 HB auch im Innenraum zu gefallen.

„Das Mobiliar präsentiert sich optisch stimmig und mit schönen Details und ist stabil. Stellenweise könnte aber das Finish besser sein. Ziemlich wackelig: die Holz- blende der Betthöhenverstel- lung an der Bettkante.“ (Tilo Kiess, Sachverständiger Tischler-/Schreinerarbeiten)

3. Sitzen und schlafen

Die Sitzgruppe, bestehend aus L-Sitzbank, Tisch, dreh- und höhenverstellbaren Vordersitzen mit je zwei Armlehnen sowie einem seitlichen Zweisitzer, bietet auf allen Plätzen viel Beinfreiheit. Die L-Sitzbank stattet Forster mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten und Isofix-Aufnahmen für zwei Kindersitze aus. Der stabile Längsschenkel der L-Sitzbank lässt sich für den Mitreisenden sehr einfach entfernen. In der Banktruhe kommt der Frischwassertank frostsicher unter.

Ungewöhnlich: Um ihn in Fahrbefüllung zu bringen oder ganz zu entleeren, muss der Camper über den Wartungsdeckel in den Tank greifen und einen oder beide Stöpsel ziehen.

Der Tisch gefällt mit recht großer, stabiler Platte, die sich nach Anheben einer Klinke in vier Richtungen verschieben lässt und sich danach selbsttätig wieder arretiert. So kann die Tischplatte unterwegs nicht ungewollt verrutschen.

Der Zweisitzer auf der rechten Fahrzeugseite ist ähnlich bequem wie die L-Sitzbank. Im vorderen Teil seiner Truhe bringt Forster Teile der Elektrik wie auch die Bordbatterie unter.

Die Sitzgruppe ist hell ausgeleuchtet, zudem installiert der Hersteller zwei LED-Schwanenhalsleuchten mit USB-Buchse, die sich auch vom abgesenktem Hubbett aus nutzen lassen. Eine ziemliche Fummelei ist die Bedienung der Raff-Gardinen an den beiden Seitenfenstern.

„Die Komponenten der Elektrik sind praktisch platziert, die Verlegung der elektrischen Lei- tungen ist aber teilweise chaotisch, und die Me- tallschellen über den Ka- belbündeln sollte Forster gegen nicht leitende aus Kunststoff ersetzen.“ Götz Locher, Elektromeister

Prima: Die Reling der Dachhutze ist gepolstert, sodass ungewollte Kontakte mit dem Kopf glimpflich verlaufen. Dasselbe gilt für die vorbildlich mit Kordstoff bespannte und mit LED-Spots versehene Unterseite des elektrischen Hubbetts. Dieses hängt an vier Gurten und ist in zwei vertikalen Alu-Schienen geführt. Diese bewährte Konstruktion ist sehr stabil. Über eine arretierbare Einhängeleiter entern zwei Camper die ausreichend bequeme Matratze auf Holzlattenrosten. Kopffreiheit und Ausleuchtung im Oberstübchen gehen in Ordnung, was fehlt, ist eine Gardine nach hinten für ein wenig Privatsphäre. Vorschlag: Wenn Forster die Rückenpolster des Zweisitzers ein klein wenig niedriger macht, muss man sie vor Absenken des Hubbetts nicht umlegen.

Das Doppel-Querbett im Heck erreicht man statt über eine Leiter bequem über eine Stufe. Die Matratze ist komfortabel, der Holzlattenrost darunter aber nahezu wirkungslos, da er bei leichtester Belastung auf der Bett-Bodenplatte aufliegt. Toll: Diese ist um 20 Zentimeter höhenverstellbar. Vier Elektroantriebe übernehmen das zuverlässig. Ausleuchtung und Belüftung im Schlafzimmer sind gut.

4. Küche und Bad

Die Küche bietet genügend Arbeitsfläche, die zudem gut abgedichtet ist. Der Brennerabstand beim Zweiflamm-Herd ist mit 21 Zentimetern klein, sodass allzu große Pfannen zu Hause bleiben können.

Schön groß hingegen: die Rundspüle sowie der 137-Liter-Absorberkühlschrank. Auch der Stauraum reicht für vier Leute gut aus. Die Besteckschublade integriert Forster im oberen Auszug des Unterschranks.

Im Bad muss der Urlauber zum Duschen nichts umbauen – er betritt einfach die separate, geräumige Duschkabine. Das hohe Radkastenpodest dort stört in der Praxis nicht, eher schon, dass die Duschwanne nur einen Ablauf hat. Abbrausen also bei möglichst waagerecht geparktem Fahrzeug. Die Acrylglas-Duschtür schließt gut ab. Auch auf dem Dreh-WC und vorm Waschbecken hat man genügend Platz. Und so überzeugt der Forster T 699 HB auch hier.

„Am Gasflaschenkasten gefällt mir der einteilige, an seinen Rändern gut abgedichtete Korpus aus stabilem Kunststoff. Innen punktet der Forster T 699 HB mit gepolsterten Möbelelementen.“
Foto: Thomas Klingenstein, Dekra-Sachverständiger

5. Auf der Teststrecke

Forster T 699 HB auf der verschneiten Teststrecke
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Redaktion
Mathias Piontek
Mathias Piontek ist seit Juli 2006 im Team von Reisemobil Caravan und für die Fahrzeugtests zuständig.
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