> Kompakter Integrierter

Rapido C66i (2027): Raumbad, Einzelbetten und Face-to-Face-Sitzgruppe auf unter sieben Metern

Premium-Badge von Reisemobil Caravan
05.08.2026
Bild & Text: Philipp Pilson

Rapidos neuer Wurf kann sich sehen lassen, rein optisch, aber auch auf dem Papier. Raumbad, Einzelbetten und Face-to-Face-Sitzgruppe – Der neue integrierte Rapido C66i vereint die Vorzüge eines großen Integrierten auf unter sieben Metern. Ist der Spagat zwischen Kompaktheit und Komfort gelungen?

Die schmale Figur des Rapido C66i ist ein Blickfang. Und das will bei einem Integrierten was heißen, denn vollintegrierte Wohnmobile haben nicht unbedingt den Ruf, schnittig zu sein, oder vor Agilität zu strotzen. Der Rapido C66i fällt hier angenehm aus der Reihe.

Grundriss des Rapido C66i Optimum Line

Nicht ganz unschuldig an der Tatsache sind seine kompakten Außenmaße, die eher auf ein Teilintegrierten schließen lassen – und siehe da: Mit dem C66 schicken die Franzosen auch einen Teilintegrierten-Zwilling mit gleichem Grundriss – aber ohne Hubbett – ins Rennen.

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Das i macht hier den Unterschied. 6,99 Meter lang, 2,19 Meter breit – eine Ansage mit Blick auf das, was der C66i im Inneren bietet. Zwei Einzelbetten, zu denen zwei Stufen einen bequemen Zugang ermöglichen, ein Raumbad mit separater Duschkabine und eine Face-to-Face-Sitzgruppe mit Längssofas für gesellige Runden. Wir durften den neuen Integrierten im Rahmen der Rapido-Modellvorstellungen für 2027 in der Normandie und der Bretagne ausgiebig testen.

Mit dem neuen Rapido C66i Optimum Line auf Testfahrt in der Normandie.

Handwerklich gut gemacht

Der Blick unter den Aufbau des 3,5-Tonners zeigt: Original Tiefrahmenchassis von Fiat, daher kommt der Aufbau auch ohne Unterboden aus. Der ist aufgrund der großen Heckgarage mit GFK-isolierter Wanne, einem Seitenstaufach auf der Beifahrerseite und den zahlreichen Staufächern im Inneren aber auch nicht nötig. Da Rapido den C66i nur in der üppig ausgestatteten Optimum Line anbietet, nimmt ein Achtgang-Automatik dem Fahrer das schalten ab, während der 140-PS-Turbodiesel das komfortable Vorankommen sichert. Generell hilfreich: Rückfahrkamera, 9-Zoll großer Touch-Screen-Bildschirm und elektrische Parkbremse. Was von außen nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist: Im Fahrzeugpreis von 97.200 Euro sind 150-Ah-Lithium-Batterie, 150-WP-Solarpanel und 2000-W-Wechselrichter inklusive – Rapido macht beim Thema Autarkie Ernst. Sehr zur Freude von Campern, die gerne mal unabhängig ein paar Tage abseits von Stromsäulen nächtigen wollen und trotzdem nicht auf die Kaffeemaschine oder den Haartrockner verzichten wollen.

Ansonsten weiß das äußere Erscheinungsbild des C66i sowohl optisch, als auch handwerklich zu überzeugen. Generell ist die Verkleidung – mit Alu-Teilen – passgenau und sind die GFK-Oberflächen an Wänden und Dach erfreulich glatt. Auch ein schöner Rücken kann entzücken: LED-Rückleuchten, Positionsleuchten stehen nur leicht ab und ein einteiliges GFK-Heck geben wenig Grund zu meckern. Den positiven optischen Eindruck komplettieren Rahmenfenster von Dometic und die ebenfalls serienmäßige Markise. Gut: Kein Spalt zwischen Markise und Außenwand, so fließt kein Regen durch. Und auch der Toilettenschacht ist für den Fall der Fälle vollständig abgedichtet.

Ja, Integrierte haben aufgrund ihrer Bauart und der Tatsache, dass sie auf Fahrgestelle ohne serienmäßiges Fahrerhaus aufgebaut sind, eine höhere Geräuschkulisse während der Fahrt als Teilintegrierte. Da macht der C66i auch keine Ausnahme – allerdings handelt es sich hier um Fahr- und Motorgeräusche. Aus dem Aufbau ist während der Testfahrt dagegen kein Klappern zu vernehmen – wenn überhaupt ab und zu ein leichtes Knarzen bei unebener Straße, das vermutlich von der Befestigung des Hubbetts herrührt. Der dreiteilige Scheibenwischer ist gewöhnungsbedürftig, wischte aber bei einem Wolkenbruch bei Mortain tadellos.

Raumwunder auf vier Rädern

Wer den C66i durch die 50 Zentimeter breite Aufbautüre inklusive Fenster, Mückenschutz und Zentralverriegelung betritt, dem fällt direkt auf, wie hell und freundlich es dank der beigefarbenen Polstermöbel und weiß/braunen Möbelfronten im Inneren zugeht. Die Stehhöhe von maximal 198 Zentimetern tut ihr Übriges.

Die Spurensuche beginnt. Damit Rapido die eingangs erwähnten Attribute auf unter sieben Metern unterbringt, muss der Hersteller zwangsläufig Platz sparen. Das zeigt sich in erster Linie an den etwas kurz geratenen Sitzbänken (84/74 cm) der Face-to-Face-Sitzgruppe, die eher die Maße eines Einzelsitzes haben. Für die Fahrt lassen sich die zwei Längsbänke übrigens zu zwei Sitzplätzen mit Dreipunktgurt umbauen. Aber: Wer zu zweit reist, den werden die recht kurzen Sitzbänke kaum stören. Für mich persönlich war jedenfalls mehr als genügend Platz vorhanden und komfortabel obendrein. Und mit den gedrehten Fahrerhaussitzen nehmen dennoch vier Personen rund um den Tisch bequem Platz.

Apropos Tisch: Der rund 85 mal 68 Zentimeter große Tisch ist verschiebbar und in der Hälfte klappbar. So entsteht ein breiter Durchgang ins Fahrerhaus.

Stauraum gibt es im Wohnraum und in der Küche reichlich. Sehr positiv: Alle Oberschränke sind mit Dämpfern und robusten Scharnieren und Öffnern aus Metall versehen. Das macht sie leicht zu bedienen, sehr stabil und langlebig.

In der Fahrzeugmitte platziert Rapido einen großen 149-Liter-Kompressorkühlschrank von Dometic auf der Beifahrerseite und gegenüber einen recht kompakten, kurzen Küchenblock mit großer Spüle und völlig ausreichendem Zweiflammenherd. Top: Die Kochfläche (51×33 cm) und Abstände der Brenner sind sehr groß, sodass ein größerer Topf und Pfanne problemlos parallel auf dem Herd stehen können. Der trapezförmige Bereich vor Kocher und Spüle bietet ausreichend Arbeitsfläche zum Gemüse schnippeln, oder man nutzt zusätzlich die abgedeckte Spüle.

Die Ausleuchtung der Küche ist gut, eine der beiden Lichtleisten ist sogar dimmbar – als einzige im gesamten C66i. Meiner Meinung nach allerdings eine verschenkte Position, denn zum Kochen braucht man Licht, möglichst viel. Im Wohnraum wäre diese Ambiente-Funktion angebrachter. Auch nicht ganz optimal: Die Glasabdeckung der Spüle öffnet nach rechts und hindert Rechtshänder gelegentlich beim Abwasch. Und wer nicht aufpasst, bleibt mit der Abdeckung am Wasserhahn hängen, da geht es um Millimeter. Aber das wird Rapido bis zum Serienstart vielleicht noch nachbessern.

Warmwasser und wohlige Temperaturen an Bord bereitet eine Diesel-Luft-Heizung von Truma. Da Rapido zudem auf einen Kompressorkühlschrank setzt und die erwähnten Autarkie-Features an Bord hat, kommt der C66i mit nur einer elf-Kilogramm-Gasflasche aus.

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Redaktion
Philipp Pilson
Philipp Pilson ist seit Oktober 2018 bei Reisemobil Caravan und Experte für Praxis & Zubehör, Reisen und Social-Media.
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