Neben zahlreichen Wohnmobil-Neuheiten präsentiert Dethleffs auf dem diesjährigen Caravan Salon in Düsseldorf erstmals den c.core der Öffentlichkeit. Mit der Fahrzeugstudie zeigt der Hersteller aus Isny, wie er sich die Zukunft des Caravanings vorstellt. Im Fokus: innovative Autarkie-Konzepte.
So autark und umweltverträglich wie möglich: sieht so das Reisemobil der Zukunft aus? Was ist sinnvoll, was überhaupt praxistauglich? c.core, unter diesem Namen verbirgt sich das jüngste Kapitel des Entwicklungsprojekts „Moving with Innovation“ des Freizeitfahrzeughersteller aus dem Allgäu. Ziel dieser Studie ist es, ohne Serienzwang und Druck Ideen auszuprobieren und erlebbar zu machen und in diesem Zuge die Machbarkeit neuer Technologien und Innovationen zu testen. Die c-core-Studie auf VW-Crafter bündelt dabei Ideen aus Leichtbau, Autarkie und Wohnkomfort und dient als Experimentierwiese. Auf der Messe in Düsseldorf konnten wir uns ein Bild des Konzeptfahrzeugs machen.
Keine Autarkie ohne Sonnenenergie. Markantes Merkmal, das von Außen sofort ins Auge sticht, ist die ausfahrbare, aus mehreren Photovoltaik-Paneelen bestehende „Solarblume“ mit bis zu 600 Watt. Bei Bedarf fächert sie ein Faltmodul aus Dreieckspaneelen auf. Dabei übernimmt sie parallel die schattenspendende Funktion einer Markise. Überschüssiger Strom wird dabei in den vier Feststoff-Lithium-Batterien mit rund 5,2 Kilowattstunden (400 Amperestunden) gespeichert. Im Vergleich zu gewöhnlichen Lithium-Ionen-Akkus wirkt sich die höhere Energiedichte bei gleicher Speicherkapazität positiv auf den Platzbedarf der Batterien im Freizeitfahrzeug aus.
Eine permanente saubere, keimfreie Trinkwasserversorgung zählt ebenfalls zu den wesentlichen Bedürfnissen autarker Camper – insbesondere in südlichen Gefilden oder unerschlossenen Gegenden, wo der Zugang zu sauberem Trinkwasser eine Herausforderung darstellt. Dethleffs verbaut eine Wasseraufbereitung, die aus Grauwasser in einem mehrstufigen, druckbasierten Verfahren wieder Trinkwasser in gehobener Qualität bereitstellt. Hier wird in einem geschlossenem System Grauwasser aus dem Abwassertank zunächst in Frischwasser verwandelt, und vor der Entnahme aus dem Wasserhahn in zwei weiteren Filterstufen zu keimfreiem Reinstwasser transformiert.
Das macht den zukünftigen Camper zumindest für eine Saison lang (Filterwechsel) unabhängig von externen Frischwasserquellen und sorgt für ein hohes Maß an Autarkie, die in dieser Zukunftsstudie einen hohen Stellenwert einnimmt. Aber auch Umweltaspekte spielen eine Rolle. Im c.core kommen vorrangig Materialien aus recycelten Wertstoffen oder nachwachsenden Rohstoffen zum Einsatz.
Ein Hingucker ist die Außenhaut, bei der die patentierte Ultra-Leichtbau-Technologie Necto zum Einsatz kommt. Der Clou: Statt konventioneller Sandwichpaneele lässt sich Dethleffs von der Natur inspirieren und setzt auf in Form geprägte und miteinander verklebte 0,8 Millimeter dünne Aluminiumbleche, die an verdrehte Baustruktur von Vogelknochen erinnert. Diese Konstruktion ist besonders leicht und stabil. Vorteil für künftige Projekte: Zu den zentralen Eigenschaften von Necto zählt die Variabilität des Materials, das sich in nahezu jede Form pressen lässt.
Auch bei der weiteren Gestaltung des Äußeren setzt Dethleffs auf Aerodynamik, darunter flachbündige Fenster und der Verzicht auf klassische Griffe an Türen und Klappen.
Genauso wichtig wie Zukunftstechnologien ist die individuelle Note des Campers. Eine variabel gestaltbare Sitzgruppe bietet je nach Situation verschiedene Konfigurationen: vom Einzelsitz mit viel Platz im Einstieg bis zur Zweiersitzbank, Couch oder Chill-out-Area. Die Polster verfügen über eine eigens entwickelte, biegsame und flexible Kannelurenstruktur, bei der sich Wülste und Rillen abwechseln. Dadurch lassen sich die Polster bei Bedarf biegen, aufrollen und verstauen.
Die Küche wiederum punktet mit Induktionsherd und einer seitlich verschiebbaren Arbeitsplatte. Für Outdoorliebhaber kommt eine fest installierte, ausziehbare Außenküche hinzu. Geheizt wird im Zukunftsmobil übrigens mit hydriertem Pflanzenöl (HVO), das die HVO-taugliche Truma-Heizung antreibt. Mehr zur Studie unter www.dethleffs.com