> Einsteiger-LMC mit einfacher Grundausstattung

LMC e:dero 350 D im Profitest: Minimalistischer Kompakt-Wohnwagen zum kleinen Preis

Premium-Badge von Reisemobil Caravan
08.04.2026
Bild & Text: Volker Stallmann

Der LMC e:dero setzt den Trend gegen immer mehr und teurer sehr konsequent um. Weniger von allem geht kaum. Ist der kleinste der neuen Trend-Einsteiger wohntauglich?

Auf den ersten Blick sieht er von außen wie ein Caravan aus – wenn auch etwas retro. Der e:dero 350 D ist sehr kompakt und optisch ausgesprochen clean gehalten. Da stellt sich auf den zweiten Blick die Frage, was diesen LMC so ohne fast alles doch interessant macht?

Das dürfte zuerst sein Grundpreis von 13.500 Euro sein. Zweiter wichtiger Punkt: das Gewicht. Der Testwagen rollt mit einer zulässigen Gesamtmasse von 800 Kilogramm zu uns und hat eine Zuladung von 172 Kilogramm. Ab Werk hat der 350 D ein 1.100-Kilogramm-Chassis. Warum die Ablastung extra kostet, bleibt ein LMC-Geheimnis. Wie das Gewicht zustande kommt, ist weniger rätselhaft – nämlich durch Verzicht. Auf 7,5 Quadratmetern Fläche gibt es im Kleinsten der Kleinen eine klappbare Bett-Sofa-Kombination im Bug, drüber ein Oberschrank mit Filztürchen, davor zwei Sitzplätze, ein Regal, eine einfache Küchenzeile im Heck mit zwei Türen und Oberschrank, einen Stellplatz für die Kühlbox und ein begehbarer Schrank, der auch Platz für ein mobiles Klo bietet.

Die serienmäßige technische Ausstattung beschränkt sich auf weniger als das Minimum: Wasserversorgung aus einem 12-Liter-Kanister, ein paar Steckdosen und Akkuleuchten, das war es schon. Auf eine Gasanlage, Heizung und Kocher verzichtet der E:dero. Überraschend sind Fliegenschutztür und Rauchmelder Serie.

Im Testwagen war das große e:dero-Paket: Kompressor-Kühlbox mit 45 Liter, Sonnensegel, Stoffhängeschrank, vier Filzboxen, Campingtisch und die Outdoor-Polster mit Gestell. Es kostet 1.500 Euro.
Der Aufbau des E:dero gibt sich weder bescheiden noch billig. Bug, Dach und Heck sind mit hagelresistentem GfK beplankt. Mit der LLT-Bauweise der Sassenberger ist der Boden nicht nur mit GfK beplankt, er ist auch mit feuchteresistentem XPS statt normalem EPS isoliert. Was sagen nun die Profis zu diesem Auftritt?

Grundriss LMC e:dero 350 D

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Profitest LMC e:dero 350 D: Inhaltsverzeichnis

1. Karosserie

„Das nenn ich mal einen einfach gebauten Caravan“, befindet Karosseriemeister Rudi Stahl spontan. „Der sieht ja wie früher aus. Wobei die Optik schon ein wenig täuscht. Das ist nicht ganz so simpel gemacht, wie es scheint. Immerhin verbirgt sich hinter dem schlichten Auftritt ein Aufbau mit der LLT-Technik der Sassenberger.“

So sind zwar die Seitenwände mit schlichtem Hammerschlagblech belegt, die Deckschicht auf Bug, Dach und Heck ist aber glasfaserverstärkter Kunststoff und entsprechend hagelresistent. „Das ist keineswegs wie vor 30 Jahren und schon gar nicht üblich bei einem billigen Einsteiger. Der Boden ist ebenfalls mit GfK beplankt und mit extrudiertem Polystyrolschaum isoliert, das ist solide und sollte lange ohne Feuchtigkeitsschäden halten.“

Rudi Stahl zur Karosserie: Der e:dero sieht einfach aus und ist es in Teilen auch. Der Aufbau selbst ist mit der LLT-Technik wertiger, als man vermuten würde.

Die Bodendurchbrüche sind zudem alle gründlichst mit Dichtmasse versehen, es wird also nicht einfach überall am e:dero gespart. Auch isolierte Radläufe hätte der Karosserieprofi hier jetzt nicht unbedingt erwartet.

Die Ausstattung und Anbauteile am Aufbau zeigen aber doch die preisbewusste Idee. Nur zwei Fenster, eine schlichte, wenn auch breite Tür und simpelste aufgesetzte Kammerleuchten am Heck – einfacher kann man das nicht machen. Die vorgehängten Fenster sind aber Standard, die simple einteilige Tür ohne Ablagen oder Fenster ist schon sehr sparsam. „Dafür gibt es mal keine Kritik am schlecht abgedichteten Toilettenschacht – schlicht, weil keiner da ist“, schmunzelt Stahl. Und die Stützkurbeln sind besonders hinten „perfekt erreichbar, weil keinerlei Anbauteile oder Aufsätze im Weg sind“.

2. Technik

TÜV-Ingenieur Roman Heinzle wundert sich auf den ersten Blick über die fehlende Deichselkastenklappe am Bug. „Hat der keine Gasanlage? Hm, es soll ja immer mehr Camper geben, die Angst vor Gas im Caravan haben. Auch wenn es dafür keinen Grund gibt. Das mag allein schon manche bewegen, diesen Wagen in Betracht zu ziehen. Und natürlich spart man am leichtesten Gewicht, indem man einfach was weglässt.“ Von technischer Ausstattung im eigentlichen Sinne kann im E:dero kaum die Rede sein, stellt der selbst campende TÜV-Profi schnell fest.

„Immerhin ist ein Rauchmelder serienmäßig. Nicht schlecht. Sonst ist die Liste dessen, was nicht verbaut ist, länger als die der untersuchbaren Komponenten. Es gibt keine Heizung, keine Warmluftverteilung, keinen Kocher und die Wasseranlage beschränkt sich auf einen Kanister mit Tauchpumpe unter der Spüle. Das ist übersichtlich“, gibt er zu.

Roman Heinzle zur Technik: Die Technik ist schon sehr übersichtlich in diesem LMC. Eine Kompressorkühlbox statt Kühlschrank passt ins Konzept des Wagens.

Apropos übersichtlich – die Beleuchtung ist auch nicht gerade überwältigend. Eine Hängeleuchte mitten im Wagen und zwei Akkuleuchten, die sich von ihren Haltern abnehmen lassen. „Die muss man zum Laden wegnehmen, der Sockel hat keine Ladefunktion? Unpraktisch, würd ich sagen.“

Auch die Hängeleuchte hängt nicht nur im Weg, sie ist mit Batterien bestückt. So kann man sie einfach wegnehmen und auch Akkus in den Batterienkorb tun. „Unschöner ist da schon, dass das Kabel, an dem die Leuchte hängt, sich jetzt schon aus dem Batterienkorb gezogen hat und man hier offen auf die zwei Leiter sieht. Damit ist die Zugentlastung für das Kabel weg, die die äußere Isolierung in der Klemmung sicherstellen sollte. So kann man das nicht sachgemäß benutzen.“

Die Kompressorkühlbox als Alternative zum Kühlschrank findet er dagegen gut. Wenn man weniger Luxus und Technik will, ist die transportable Lösung eine gute Idee, und wo sollte ein Kühlschrank auch hin? „In der Küche würde er vermutlich für eine schlechtere Gewichtsverteilung sorgen, Heckküchen sind ja nicht gerade als fahrdynamisch positiv bekannt. Ob das gut wäre oder ein Problem, wird die Waage beim Pendelversuch ja sicher zeigen.“

3. Inneneinrichtung

Schreinermeister Oli Pfisterer findet den e:dero innen „schon ziemlich einfach gemacht“. Aber wer einen Caravan leicht und günstig will und auf den verbreiteten Komfort und Luxus verzichtet, entscheidet sich dafür. Und wenn es gut umgesetzt ist, spricht ja nichts dagegen. Die Gestaltung ist insoweit konsequent, als es im Wohnbereich nur offene Fächer und Möbel mit geraden Kanten gibt. „Filzschiebetüren vor den Oberschränken und das offene Regal statt eines Schrankes sparen jedenfalls eine Menge Gewicht ein.“

Das gilt auch für das halbe Schiebeelement vor dem Küchenoberschrank. „Das ist zudem noch ausgefräst und wiegt so vielleicht ein Drittel weniger als eine vollflächige Platte. Außerdem sieht es witzig aus. Bis auf die wirklich unsauberen Fräskanten – man sollte schon ein scharfes Werkzeug nehmen für Ausschnitte, die direkt im Blickfeld liegen und ständig angefasst werden“, klagt Pfisterer. „Vor allem, weil das Element nach rechts geschoben immer an der Trennwand zwischen den Schrankhälften hängenbleibt und händisch vorgezogen werden muss, damit es schließt.“ Die Magnetschnäpper halten die leichte Platte aber gut an Ort und Stelle.

Oli Pfisterer zum Mobiliar: Die Inneneinrichtung ist ausgesprochen leicht konstruiert. Das Klappsofa funktioniert, die Verarbeitung könnte teilweise besser sein.

Die Unterschränke sind mit einfachen Einlegeböden konzeptgerecht konstruiert. Pfiffig ist der umklappbare Sockel für die Kühlbox. Wird die Box gebraucht, steht sie hier gut. Ist sie anderswo im Einsatz, lässt der halb umgeklappte Unterbau Stellfläche, ist aber nicht im Weg, wenn man den Wagen betritt. Die Polster der Dinette vor dem Bett sind speziell. Sie lassen sich im Testwagen mit separaten Unterbauteilen zu niedrigen Stühlen für draußen umbauen. „Eine witzige Idee, aber doch fummelig umgesetzt, da muss man schon gern 3D-Puzzle spielen.“

Die Kombination aus Bett und Sofa im Bug schließlich ist für den kompakten E:dero 350 D eine logische Doppelnutzung der Fläche. Das funktioniert auch gut, die Klappmechanik ist jedoch wie alles im kleinsten LMC schon höchst einfach gemacht. „Aber man kann hier ganz gut sitzen, und das Bett hat unter den Matratzen ordentliche Lattenroste, das hatten wir bei so kompakten auf Leichtbau getrimmten Exoten auch schon anders.“

4. Wohnwert

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