Klar, im Sommer ist ein Badesee für Camper meist die erste Wahl für ein wenig Abkühlung. Jedoch gibt es auch ein paar Alternativen, um die heißen Sommertage zu genießen. Alle fünf Camps befinden sich nah an Wasser, falls doch nur noch der Sprung ins kühle Nass hilft.
Höchstens 27 Grad und das im Juli – und wir sprechen hier nicht von der Wassertemperatur. Und nein, wir halluzinieren auch nicht. Denn in Oberjoch im Allgäu liegt 1.150 Meter über dem Meeresspiegel der höchstgelegene Campingplatz Deutschlands. Soweit oben bleiben die Temperaturen das ganz Jahr über unter der 30-Grad-Marke.
Wer Abkühlung sucht, findet die nicht nur in der Höhe, sondern auch tief unten im Erdboden. Zum Beispiel in der Teufelshöhle in Pottenstein. Selten steigt hier die Temperatur über zehn Grad, und der Campingplatz in der Bärenschlucht liegt in Laufnähe an einem See. Darauf ein prickelndes Getränk, das von innen kühlt. Was würde sich hier besser eignen als ein Campingplatz an einer Brauerei – aber immer schön langsam, denn Alkohol wirkt bei hohen Temperaturen schneller und stärker.
Wäre noch das Allheilmittel an heißen Sommertagen: das kühle Nass. Im Lausitzer Seenland haben sich Ende Juni 2026 fünf große Seen zu einem Verbund zusammengeschlossen. Für Camper finden sich an allen Seen schöne Stell- und Campingplätze, darunter auch Komfortcamping Senftenberger See. Und was wäre der Sommer ohne einen Tag am Meer? Wellenrauschen, Sand zwischen den Zehen und immer eine kühle Brise um die Nase. Als Paradies für Wassersportler ist Windstille auf der Ostseeinsel Fehmarn fast ein Fremdwort und der Naturcampingplatz Ahoi Camp liegt unmittelbar am Meer.
Dabei ist es nicht nur wichtig, wo wir campen, sondern auch mit wem. Also immer ein paar Getränke mehr in die Kühlbox packen – für die Platznachbarn. Denn an lauen Sommerabenden lässt sich wunderbar zusammen draußen sitzen.
Diesen Sommer am 29. Juni 2026 erlebte das Lausitzer Seenland zwischen Berlin und Dresden einen besonderen Moment: Fünf der Seen verschmolzen zu einem zusammenhängenden Wasserwanderparadies.
Mit dabei der Senftenberger See, der Geierswalder See, der Partwitzer See, der Sedlitzer See und der Großräschener See. Zuvor wurde der Sedlitzer See erstmals zum Baden und Bootfahren freigegeben. Schöne Neuigkeiten für alle, die sich gern am Wasser aufhalten.
Das Lausitzer Seenland gilt als die größte, von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas. Die einstigen Tagebauten wurden geflutet. Dabei entstanden auf dem Gebiet insgesamt 23 Seen.
Neben der neuen Bademöglichkeit im Sedlitzer See öffneten drei schiffbare Kanäle. Nun sind alle fünf großen Seen über Wasserstraßen miteinander verbunden. Für Camper gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. Darunter am Geierswalder See Marina-Camping mit Wohnmobil-Stellplätzen direkt am Wasser und der Campingplatz Komfortcamping direkt am Senftenberger See.
Zum Baden lädt dort der beliebte Seestrand Großkoschen ein. Wer es lieber etwas ruhiger mag, findet am Strand an der Südsee versteckte Badebuchten in der Natur. Weitere Strände gibt es in Niemtsch, Senftenberg und Buchwalde.
Die Abkühlung liegt hier überall nur einen Schritt vom Wasser entfernt. Es gibt eine Wassersportschule, einen Kajak-Verleih und Bootsfahrten durchs Seenland – und an Land einen Radweg am Seeufer.
Am Senftenberger See 10, 01968 Senftenberg, Tel.: 03573/800100,
www.komfortcamping-see.de
Die Sonne brennt. Jetzt einen kühlen Schluck Bier, das schön prickelt. Im besten Fall frisch von einer Brauerei in den Campingstuhl gereicht. Kein Problem, denn in Lenzkirch betreibt die Familienbrauerei Rogg mitten im Schwarzwald den Campingplatz Kreuzhof. Camper übernachten hier sozusagen Tür an Tür mit der Brauerei und dem dazugehörigen Gasthaus. Das bedeutet regionales Bier und selbst gebraute Limonaden frisch von der Quelle. Zudem ist der Platz ein schöner Ausgangspunkt zum Wandern und Radfahren. Auch einen Naturbadesee mit Liegewiese und einen Abenteuerspielplatz gibt es – sowie für die kühleren Jahreszeiten ein Hallenbad mit Sauna.
Die Auswahl reicht von klassischem Lenzkircher Pils und Hefeweizen über Radler bis hin zu Bio-Bier sowie einer alkoholfreien Variante. Auch Spezialitäten wie eine Mischung aus Bier und Caipirinha oder der Rogg-Zipfel, ein feinherbes Pils, werden in der Brauerei abgefüllt.
Seit 2011 ist die Familienbrauerei zudem als Solarbier-Hersteller ausgezeichnet – und braut sozusagen mit der Kraft der Sonne. Denn in Lenzkirch steht ein Wind- und Sonnenkraftwerk. Nur Biere, die ausschließlich mit erneuerbaren Energien sowie umwelt- und ressourcenschonend hergestellt werden, erhalten die Auszeichnung.
Etwa zehn Kilometer vom Campingplatz entfernt liegt die Wutachschlucht. Durch sie verlaufen zahlreiche Wanderwege. Die klassische Tour führt von der Wutachmühle bis zur Schattenmühle. Auf schmalen Pfaden geht es direkt an der Wutach entlang und zwischen den steilen Felswänden an Wasserfällen vorüber. Gerade im Sommer ist die Wanderung empfehlenswert. Die Pfade sind schattig. Der Fluss erzeugt ein angenehm kühles Mikroklima und die hohen Felswände schützen vor direkter Sonneneinstrahlung. Ein Besuch auf dem Campingplatz Kreuzhof bietet somit alles, was einen schönen Sommer ausmacht. Abkühlung und am Abend ein feines regionales Bier in der Hand. So kann der Tag ausklingen.
Bonndorfer Straße 65, 79853 Lenzkirch, Tel.: 07653/1450,
www.camping-kreuzhof.de
In den Allgäuer Alpen liegt 1.150 Meter über dem Meeresspiegel der höchstgelegene Campingplatz Deutschlands. Hier oben übersteigt die Temperatur nur selten die 30-Grad-Marke, selbst im Juli, dem wärmsten Monat.
Direkt am Platz in Oberjoch beginnen Wanderwege, Klettersteige und Biketrails. Auch das ortsansässige Hochmoor-Schwimmbad liegt nur einen Kilometer entfernt. Dabei handelt sich um kein gewöhnliches Freibad, sondern ein naturbelassenes Moorwasserbecken. Der Eintritt ist frei, Spenden jederzeit willkommen. Ein weiteres Naturbad gibt es im benachbarten Bad Hindelang. Durch die chemiefreie, biologische Pflanzenfilteranlage färbt sich das Wasser komplett türkis und wird mit einer Holzhackschnitzelheizung durchgehend angenehm temperiert – stets über 20 Grad.
Von einfachen Wanderungen bis hin zu Bergtouren und Klettersteigen gibt es in den Allgäuer Alpen für jeden die passende Tour. Der Schmugglersteig eignet sich als leichte Familienwanderung. Anspruchsvoller ist die Tour auf den Ornach oder auf den Iseler, einen Nebengipfel des Kühgrundkopfs, 1.876 Meter hoch, mit Ausblick ins Tannheimer Tal. Etwas unterhalb des Gipfels liegt die Bergstation der Iselerbahn. Die Bahn fährt von Oberjoch hinauf, weshalb auf dem Iseler oft einiges los ist. Wer es lieber ruhiger mag, findet zahlreiche Alternativ-Routen, die weniger frequentiert sind. Ob aktiv oder entspannt, vor der beeindruckenden Bergkulisse wird der Sommer so oder so zum Höhenpunkt.
Passstraße 60, 87541 Oberjoch, Tel.: 08324/7108,
www.camping-bergheimat.de
In einem Felsental liegt in Pottenstein der Campingplatz Bärenschlucht. Rund um den Platz bietet die Fränkische Schweiz Wanderwege in alle Himmelsrichtungen – und ein Schlupfloch für alle, die mal von der Sommerhitze unter die Erde abtauchen möchten.
Täglich von 9 bis 16.30 Uhr öffnet die Teufelshöhle als kühler Zufluchtsort – mit konstanten neun Grad, Sommer sowie Winter. Der Zutritt ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Die finden durchgehend über den ganzen Tag statt und dauern 45 bis 60 Minuten.
Über eintausend Höhlen gibt es in der Fränkischen Schweiz. Die Teufelshöhle Pottenstein ist davon die Größte und wird auf ein Alter von unfassbaren 100 Millionen Jahren geschätzt. Der Weg in die Höhle führt durch eine gewaltige Eingangspforte. Um in die Tiefe und wieder hinauf zu gelangen, gilt es während des Rundgangs 400 Stufen zu bewältigen. Zwischen riesigen Säulen verlaufen enge Gänge. Die Formen der Tropfsteine reichen von majestätisch groß bis hin zu zart und feingliedrig, als würden sie bei einer Berührung augenblicklich zerbrechen. Nicht nur deshalb gilt die Regel: Anfassen verboten. Berührt man einen Tropfstein, kann dieser für rund 15 Jahre nicht mehr weiterwachsen – richtig gelesen: 15 Jahre!
Doch in der kühlen Unterwelt gibt es nicht nur Tropfsteine zu entdecken, sondern auch das original erhaltene Skelett eines Höhlenbären. Und wichtige Info: Die Teufelshöhle ist, ebenso wie der Campingplatz, auch im Winter geöffnet – für alle, die sich bei Minusgraden gemeinsam mit den Fledermäusen unter der Erde aufwärmen möchten.
Bärenschlucht 1, 91278 Pottenstein, Tel. 09243/206
www.baerenschlucht-camping.de
Ahoi! Klingt schon als Wort irgendwie sympathisch, nach guter Laune, Unbeschwertheit, Abenteuer und Fischbrötchen. Man erinnert sich sofort an die leckere Ahoi-Brause, die uns in Kinderzeiten nach der Schule den Heimweg versüßte.
Aber zurück an die Ostsee auf die Insel Fehmarn. Hier begegnet man zur Saison vielerlei sportlichen Menschen: Stand-up-Paddler, Windsurfer und Neoprenanzug-Träger, die sich an Drachen übers Wasser und durch die Luft ziehen lassen – muss ein tolles Gefühl sein bei starkem Wind aus Nordost. Aber das Motto des Ahoi Camps Fehmarn lautet: Platz für alle! Das reichhaltige Angebot richtet sich an jeden, der seine Zeit gerne in der Natur verbringt. Ob als Surfer auf dem Wasser, als Biker auf dem Rad, als Birdwatcher mit Fernglas, als Wavewatcher entspannt im Campingstuhl oder als Pirat auf dem neu errichteten Spielplatz.
Insgesamt 377 Stellplätze gibt es auf dem naturbelassenen Campingplatz. Hunde sind explizit erlaubt und die ersten Reihen am Strand sind nicht wie vielerorts für Dauercamper reserviert, sondern für Urlaubscamper frei – Dauercamper stehen weiter hinten. Die Parzellengrößen variieren zwischen 50 und 110 Quadratmeter, alle inklusive Stromversorgung – oftmals mit eigenem Wasseranschluss. Dazu stehen für tolle Tage Strandduschen, Entsorgungsstation, Trockner und Waschmaschinen, Abenteuerspielplatz, Bolzplatz, Halfpipe, Café-Bar und drei Sanitärhäuser bereit.
Altenteil 21, 23769 Fehmarn, Tel.: 04372/9999778,
www.ahoi-camp-fehmarn.de