> Allrad-Alkoven in Manufakturqualität

Phoenix Star 7200 RSL: Luxus und Qualität auf Mercedes 4x4

07.10.2026
Text: Tibor Kovacs-Vass | Bild: Philipp Pilson

Luxushersteller Phoenix setzt seinen bekannten Midi-Alkoven für 2027 auf einen Mercedes Sprinter mit Allradantrieb. Das Ergebnis ist ein vergleichsweise wendiges Reisemobil mit der typisch hohen Qualität und guter Ausstattung.

Aschbach ist die Nabel der Welt. Zumindest dann, wenn es um die Oberklasse der Reisemobile geht. Denn hier residiert die Schell Fahrzeugbau KG, besser bekannt unter der Marke Phoenix. Seit 1997 werden in Aschbach-Schlüsselfeld üppig ausgestattete Alkovenmobile und Liner gebaut. Pünktlich zum 30. Jubiläum wird jedoch die Modellpalette nach unten erweitert. „Wir haben tatsächlich Kunden, die sich ein kompakteres Fahrzeug wünschen, aber nicht auf die Manufaktur-Qualität verzichten wollen“, erklärt uns Sven Richter, seines Zeichens Marketing- und Vertriebsspezialist. „Eine weitere Zielgruppe sind aber natürlich auch Camperinnen und Camper, die zum ersten Mal mit unserer Marke in Berührung kommen.“

Wintertauglicher Aufbau mit beheiztem Zwischenboden

In Berührung kommen, das geschieht für uns direkt auf dem Werksgelände von Phoenix, wo uns das neue Fahrzeug präsentiert wird. Schon der erste Eindruck bestätigt: Der Phoenix Star 7200 RSL ist ein Phoenix durch und durch. Der Aufbau ist massiv, gut isoliert und mit dem typischen Doppelboden konstruiert, in dem die gesamte Bordtechnik untergebracht wird. Winterfest ist er auch, denn zwischen der Aluminium-Außenhaut und der Aluminium-Innenhaut stecken 40 Millimeter PU-Schaum. Der Unterboden besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff, der Zwischenboden darüber aus ebenfalls glasfaserverstärkten MonoPan-Waben-Platten. Aus robustem GfK bestehen außerdem die seitlichen Schürzen und das elegant designte Heck. „Ein kleines Highlight sind für uns die Serviceklappen und deren massive Scharniere“, betont Sven Richter, während er die nicht weniger als sechs Außenklappen auf der linken Seite des 7,84 Meter langen Fahrzeugs öffnet. Hier bekommt man die eindrucksvolle Bordtechnik zu sehen.

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Bordtechnik des Phoenix Star 7200 RSL

Gleich hinter der ersten Klappe sitzt normalerweise die Kassette der Thetford-Toilette – aber nicht bei unserem Testwagen. Bei ihm finden wir im Toilettenschacht den Mechanismus der aufpreispflichtigen Zerhacker-Toilette (2610 Euro), aus der die Hinterlassenschaften gleich in den 115 Liter fassenden Schwarzwassertank geleitet werden. Ebenfalls 115 Liter fasst der serienmäßige Grauwassertank. Beim Testwagen ist allerdings die 230-Liter-Variante verbaut, die 280 Euro Aufpreis kostet. Passend dazu gesellen sich serienmäßig 230 Liter Frischwasser. Der Frischwassertank verfügt aber auch über eine Fahrstellung, dann können „nur“ 115 Liter mitgenommen werden.

Alle drei Tanks befinden sich im beheizten Zwischenboden. Abgelassen werden können die Tanks mittels einzelner Ablasshähne, zugänglich durch die Serviceklappe direkt unter dem Toilettenschacht. Der Spülanschluss des Fäkalientanks ist ab Werk dabei. Wer ihn auch für den Grauwassertank haben möchte, zahlt 300 Euro extra. Damit Schwarz- und Grauwasser auch in ungünstiger Lage sicher in den Entsorgungsschacht fließen, sind Schläuche mit Bajonett-Schnellverschluss mit an Bord.

Eine Außendusche hat unser Testfahrzeug ebenfalls. Sie schlägt mit 440 Euro zu Buche. Für weitere 290 Euro ist ein Gas-Außenanschluss erhältlich, wenn man gerne vor dem Fahrzeug grillt. Wer sich generell lieber vor als nur im Fahrzeug aufhält, sollte die 4,5 Meter breite Markise mit 230-Volt-Motor und LED-Lichtleiste ebenfalls ordern. Der Kostenpunkt: 3080 Euro.

Ebenfalls im 38,5 Zentimeter hohen Zwischenboden, über massive Serviceklappen zugänglich, ist das Herzstück der Alde-Warmwasserheizung montiert. Die Konvektoren sind clever im Fahrzeug verteilt, unter anderem im Wohnbereich parallel zum Heck, im Bad und im Zwischenboden selbst. Automatische Nachtabsenkung? Versteht sich von selbst. Für zusätzliche Wärme am Landstrom sorgen 230-Volt-Heizpatronen mit einer Gesamtleistung von 3000 Watt. Daneben liegen die bei dieser Fahrzeugklasse obligatorische Druckwasserpumpe sowie die Warmwasserversorgung. Ein Citywasser-Anschluss ist für 510 Euro zusätzlich erhältlich.

Technisch außergewöhnlich ist hingegen die Motorwärmepumpe mit Motorvorwärmfunktion, die es als Teil des Wohn-Komfort-Pakets für insgesamt 3000 Euro gibt. Sie reduziert den Motorverschleiß, indem sie vor Abfahrt die Kühlflüssigkeit des Motors erhitzt und diesen damit auf Temperatur bringt.

Die Ablasshähne der drei Tanks im Phoenix 7200 RSL - Schwarzwasser, Grauwasser, Frischwasser.
Foto: Philipp Pilson
Ein Teil der aufwändigen Bordtechnik im beheizten Zwischenboden des Reisemobils Phoenix 7200 RSL.
Foto: Philipp Pilson

Elektrik und optionale Solaranlage

Eine Serviceklappe weiter finden wir die Elektrik des Phoenix Star 7200 RSL. Nebst 120-Ah-Gelbatterie sind hier der Ladebooster für das Laden der Aufbaubatterie während der Fahrt und das Ladegerät für das Laden der Fahrzeugbatterie während des Landstrom-Aufenthalts platziert. Im Testwagen wurde das insgesamt 7100 Euro teure Midi-LI-Power-Paket verbaut. Dieses beinhaltet nicht nur eine 210-Ah-LiFePo-Batterie, sondern auch einen Wechselrichter mit 1300 Watt Spitzenleistung und sechs zusätzliche Steckdosen: drei 230-Volt-Steckdosen, zwei Doppel-USB-Steckdosen und eine USB-Steckdose mit Schnellladefunktion.

Wer seinen Fokus auf Autarkie legen möchte, kann sich für 2110 Euro eine Solaranlage mit 220 Watt Spitzenleistung inklusive Solar-Laderegler bestellen. Für 3170 Euro bekommt man sogar zwei 220-Watt-Solarmodule verbaut. Platz dafür ist auf dem Dach reichlich vorhanden.

Apropos Dach. Der hohe Alkoven erstreckt sich weit über dem Fahrerhaus des Mercedes Sprinter 519 CDI mit Allrad. Das lässt sofort vermuten, dass wir es hier mit Längsbetten zu tun haben. Und wenn im Alkoven Längsbetten untergebracht sind, darf auch die gemütliche U-Sitzgruppe im Heck nicht fehlen. Also wagen wir den Schritt durch die elektrisch absenkbare Trittstufe und begeben uns in den Innenraum im neuen Design.

Phoenix Star 7200 RSL: klassischer Grundriss mit großem Schlafbereich

Der Grundriss des Phoenix Star 7200 RSL ist ein alter Bekannter. Über dem Fahrerhaus befinden sich zwei Längsbetten mit jeweils 200 x 82 Zentimetern Liegefläche und einem ordentlichen V-Ausschnitt am Fußende, der das Aufstehen erleichtert. Für 13 Zentimeter mehr Kopffreiheit sorgt die Alkovenerhöhung des Testwagens. Sie kostet 3250 Euro. Aber auch im Serienzustand fühlt sich hier niemand vor den Kopf gestoßen. Ab Werk wird im Alkoven ein Mini-Heki von Dometic-Seitz verbaut. In unserem Testwagen wurde den Sternenguckern zuliebe ein Midi-Heki verbaut. Dieses Extra schlägt mit 820 Euro zu Buche, wobei sich die Sinnhaftigkeit durchaus hinterfragen lässt.

Nicht zu diskutieren ist allerdings der Komfort des Bettes: Die Kaltschaummatratze wird durch das Tellerfedersystem von Froli und den viskoelastischen Bezug ordentlich aufgewertet. Links und rechts sind genug offene Ablagen für Brille, Smartphone und Armbanduhr gegeben. Die LED-Lesespots lassen sich einzeln schalten.

Großzügiges Bad mit Raumbad-Funktion

Steigt man aus dem Bett hinab, befindet man sich vor der Fahrerkabine, zwischen dem Bad und der Toilette. Etwas genauer gesagt, haben wir in Fahrtrichtung rechts eine üppige Dusche mit Echtglasfenstern, während sich in Fahrtrichtung links besagte Zerhacker-Toilette sowie ein großes Eckwaschbecken befinden. Rechts von der Toilette finden wir einen Handtuchtrockner wie im heimischen Bad, links zwei Unterschränke sowie einen hohen Badschrank neben dem großen, exquisit beleuchteten Spiegel. Sollten die LED-Lichtleisten, die in die Decke eingearbeitet wurden, nicht ausreichen, gibt es noch einen drehbaren LED-Spot.

Zum Schluss noch ein großer Trick: Mit der Schiebetür des Fahrerhauses und der Tür des Bades kann man sich hier ein großes Raumbad für die absolut ungestörte Morgenroutine schaffen.

Üppig ausgestattete Küche und großer Kleiderschrank

Nach dem Sich-Frischmachen im Bad geht es für gewöhnlich mit Kaffee und Frühstück weiter. In der Wagenmitte links, dem Eingang gegenüber, befindet sich eine Küche, die diesen Namen durchaus verdient. Im Unterbau der massiven Küchenzeile befinden sich ab Werk drei massive Schubladen mit Selbsteinzug und Verriegelung, in der Mitte ein hoher Auszug für den Abfalleimer und rechts ein 100-Liter-Absorberkühlschrank mit 9-Liter-Gefrierfach. In unserem Testwagen war der optionale Kompressorkühlschrank mit 118 Liter Volumen – davon 17 Liter Tiefkühlfach – verbaut. Dieser schlägt mit 610 Euro zu Buche. Gekocht wird auf einem Drei-Flammen-Kocher, das Spülbecken ist aus Edelstahl und die Küchenarbeitsplatte aus Mineralgranit.

Für Frischluft und Tageslicht sorgt ein großes Ausstellfenster, für Arbeitsbeleuchtung eine zusätzliche LED-Lichtleiste, die an der Unterseite der Oberschränke befestigt ist. Die Oberschränke verfügen übrigens im gesamten Fahrzeug über geschwungene grifflose Klappen in Cremeweiß, haben eine Verriegelung und stabile Aufsteller mit Federdruck.

Gegenüber der Küche, also links von der Eingangstür, steht ein deckenhoher Kleiderschrank, in dessen Rückwand der Sicherungskasten angebracht ist. Kleiderstangen sowie herausnehmbare Regalböden im unteren Drittel ermöglichen individuelle Nutzung. An der Rückseite der Schranktür ist ein Spiegel befestigt – so steigt man immer mit perfekt sitzendem Outfit aus dem Reisemobil.

Diese Küche verdient ihren Namen redlich. Nicht nur Arbeitsfläche, sondern auch Beleuchtung und Steckdosenanzahl sind auf Komfort ausgelegt.
Foto: Philipp Pilson

Großzügige U-Sitzgruppe im Heck

Ein eindeutiger Vorteil von Reisemobilen mit Alkoven ist zweifelsohne die Rundsitzgruppe im Heck, die durch die Verlagerung der Betten nach vorne möglich wird. Der Phoenix Star 7200 RSL wartet hier mit einer wirklich großzügigen und sehr gut nutzbaren U-Sitzgruppe auf.

Was sofort auffällt: Die Polster, sowohl die Sitzflächen als auch die Rückenlehnen, sind sicher an ihrem Platz befestigt. So verrutschen sie weder auf der Fahrt noch während eines gemütlichen Abends. Ist man zu zweit unterwegs, kann man sich bequem in die Ecken fläzen und die Füße ausstrecken. Hat man aber Gäste zu Besuch, können hier bis zu fünf Erwachsene einen Platz finden.

Die serienmäßige Polsterfarbe „Ilias-Braungrau“ harmoniert gut mit dem „Timberino Nuss“ der Möbel und den glänzend weißen Akzenten. Für ein heimeliges Gefühl sorgt außerdem die Wandverkleidung mit atmungsaktivem Stoff und die Gardinen in einem dunkleren Braun. Phoenix gibt neun Polsterkombinationen als Empfehlung vor, eine individuelle Zusammenstellung ist jedoch auch möglich. Im Zusammenspiel mit der Ambientebeleuchtung in Form von Lichtleisten erzeugt die Wohnwelt einen eleganten, aber auch einladenden Eindruck. Für Tageslicht sorgt ein Midi-Heki direkt über dem drehbaren und absenkbaren Tisch.

Stauraum und Heckgarage

An Stauraum im Wohnbereich mangelt es nicht. Neben dem bereits erwähnten deckenhohen Kleiderschrank bieten die über der U-Sitzgruppe rundum angebrachten, tiefen Oberschränke Platz für die Gegenstände des Camping-Alltags. Wer Sportgeräte, Fahrräder oder andere sperrige Gepäckstücke mitnehmen möchte, greift auf die beeindruckende Heckgarage zu. Ihre Grundfläche misst 103 x 220 Zentimeter, die Höhe beträgt 118 Zentimeter. Die Heckgarage ist von beiden Seiten zugänglich. Im Serienzustand ist die rechte Tür 90 x 130 und die linke Tür 65 x 65 Zentimeter groß. Im Testwagen wurde die aufpreispflichtige, 460 Euro teure linke Tür mit 75 x 130 Zentimetern verbaut. Ein, wie wir finden, sehr nützliches Extra. Gut nutzbar ist die Heckgarage auch durch das maximal zulässige Gesamtgewicht von 5,5 Tonnen.

Besonders löblich ist auch, dass Phoenix an die E-Bike-Fraktion gedacht hat: Serienmäßig finden wir eine 230-Volt-Steckdose in der Heckgarage, damit man seinen elektrischen Drahtesel geschützt und einfach laden kann.

Phoenix Star 7200 RSL: Stückzahlen, Optionen und Preis

„Dass wir mit dem Star keinen Massenmarkt bedienen, ist wohl klar“, bestätigt Sven Richter unsere Vermutung. „Aber das ist auch nicht unser Anspruch. Unser Anspruch beim Star ist, ein vergleichsweise kompaktes und wendiges Allrad-Mobil in der von uns gewohnten hohen Qualität zu bieten.“ Die genauen Stückzahlen will man natürlich nicht verraten, die Auftragsbücher würden sich aber, lässt der Vertriebsprofi durchklingen, gemäß den Erwartungen füllen.

Der Grundpreis des Phoenix Star 7200 RSL liegt für die Saison 2027 bei 242.690 Euro. Inkludiert ist dabei das Design- und Komfort-Paket, das spitzenmotorisierte 4×4-Basisfahrzeug und die 5,5-Tonnen-Zulassung. Erwähnenswert ist neben all den anderen Individualisierungsmöglichkeiten das Autarkie-Paket für 24.000 Euro. Es beinhaltet die große Solaranlage, den Kompressorkühlschrank, den Wechselrichter, eine Lithium-Ionen-Batterie mit 340 Ah sowie ein Induktionskochfeld und eine Dieselheizung.

Unser üppig ausgestatteter Testwagen – nur mit Teilen des Autarkiepakets, dafür aber mit anderen Extras ausgestattet – trug ein Preisschild von 271.650 Euro.

Technische Daten des Phoenix Star 7200 RSL

  • Fahrzeugbasis: Mercedes-Benz Sprinter 519 CDI-Allrad Motorisierung: 140 kW / 190 PS; 9G-Tronik; Allradantrieb
  • Radstand: 4.325 mm
  • Maße (L x B x H): 7.840 mm x 2.350 mm x 3.510 mm
  • Maximal zulässige Gesamtmasse: 5.500 kg
  • Masse in fahrbereitem Zustand: 4.390 kg
  • Zuladung: 1.110 kg
  • Schlafplätze: 2
Redaktion
Tibor Kovacs-Vass
Tibor, Baujahr 1997, liebt die Kombination von Reisen und Motoren.
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