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Preiswerter Familien-Camper mit vielen Extras: Carado T328 pro+ im Profitest

Premium-Badge von Reisemobil Caravan
23.12.2025
Text: Mathias Piontek | Bild: Hardy Mutschler

Preiswert, unkompliziert und gut gemacht: Der Carado T328, hier mit dem Ausstattungspaket pro+, bietet serienmäßig zwei und optional bis zu fünf Betten – und als Extra einen fünften Sitzplatz mit Sicherheitsgurt.

Seit 19 Jahren laufen im Capron-Werk in Neustadt in Sachsen Freizeitfahrzeuge der Marke Carado sowie der Schwestermarke Sunlight vom Band. Und seit 19 Jahren erhalten die Kunden für ihr Geld preiswerte Reisemobile – anfangs auch noch Caravans –, bei denen die Verarbeitung ebenso stimmt wie die Ausstattung. Grundsätzlich sind die Fahrzeuge mit allem Nötigen versehen. Wer mehr möchte, für den hält Carado eine Liste an Sonderausstattungen bereit, oder der Käufer ordert entsprechende Pakete mit Preisvorteil.

Und so ist auch das Testfahrzeug Carado T328 mit einem Paket ausgestattet, das ihn zum Carado T328 pro+ aufwertet. Das Angebot für 5.999 Euro enthält die Pakete Basic, Optik 1 und Optik 2 sowie weitere Extras wie Rahmenfenster, Markise und zweite Garagentür.
Ob mit oder ohne Paket: Der Carado T328 mit einem Grundpreis von 60.699 Euro ist ein 6,98 Meter langer Teilintegrierter mit Einzelbetten über der Heckgarage, Bad und Küche davor und Halbdinette mit Seitensitz im Bug.

Serien-Basis ist der Citroën Jumper mit originalem Tiefrahmenchassis, 2,2-Liter-Turbodiesel mit 140 PS (103 kW), Sechsgang-Schaltgetriebe und Frontantrieb. Gegen Aufpreis ist das Fahrzeug auf Fiat Ducato erhältlich. Zudem sind Jumper und Ducato mit Achtgang-Automatik bestellbar. Der Testwagen basiert auf Fiat und ist mit Automatik ausgestattet.

Obgleich der Carado T328 serienmäßig über vier Sitzplätze mit Dreipunkt-Sicherheitsgurt verfügt, ist er in der Basisversion auf zwei Reisende ausgelegt. Jedoch lässt sich das Fahrzeug mit einem Hubbett für zwei weitere Camper sowie mit zur Liegefläche für eine Person umbaubarer Sitzgruppe ordern. Auch ist ein fünfter Sitzplatz bestellbar. So ausgestattet gehen mit dem kompakten Teilintegrierten bis zu fünf Urlauber auf die Reise.

Grundriss: Carado T328 pro+

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1. Karosserie

Wofür Carado bekannt ist: Der Aufbau ist vergleichsweise einfach, aber die Verarbeitungsqualität sehr gut – da macht auch der Carado T328 keinen Unterschied.
Auf das originale Tiefrahmenchassis des Fiat Ducato setzen die Mitarbeiter des Capron-Werks eine 43 Millimeter starke Sandwich-Bodenplatte mit Sperrholzober- und -unterseite – das findet sich außer bei der Schwestermarke Sunlight sowie bei Weinsberg und einigen Modellreihen von Knaus nirgends mehr. Gegenüber den sonst üblichen Böden mit Unterseite aus GfK oder Alu kann der Holzboden aber genauso lange halten, solange seine Holzschutzversiegelung instand gehalten wird.

Die 34 Millimeter dicken Seitenwände bestehen aus Sandwichplatten mit Alu-Außenseite und das gleich starke Dach sowie die Heckwand aus einem Sandwich mit GfK-Außenseite. Isoliermaterial ist EPS, das im Falle einer Undichtigkeit Wasser aufnehmen könnte. In Dach, Wänden und Boden kommen Holzleisten zum Einbau.

„Typisch Carado: Der Aufbau ist einfach gestaltet aber sehr gut verarbeitet. Noch besser aber wäre es, die Anbauteile aus Kunststoff mit Kedern zu unterlegen, damit sie nicht scheuern können.“ (Rudi Stahl, Karosseriebaumeister)

Die dank des Pakets pro+ verwendeten Rahmenfenster sowie die einfach verriegelnde Tür mit Fenster als auch sämtliche Klappen und Dachhauben sind akkurat montiert und sehr gut abgedichtet. Die Aufbauschürzen bestehen seit einigen Jahren nicht mehr aus Aluminium, sondern aus Kunststoff, sind aber stabil. Das gilt auch für den reparaturfreundlich dreiteiligen Heckstoßfänger mit LED-Rückleuchten. Während die Dachhutze verfugt ist, liegen die Fender vom Fahrerhaus zum Aufbau und die übrigen Anbauteile aus Kunststoff ohne Dichtleiste am Aufbau an. Insgesamt aber ist die Kabine des getesteten T328 pro+ so, wie es sich der Kunde von einem Carado wünscht.

Auch von hinten sieht der günstige Carado T328 pro+ keineswegs billig aus. Die Markise ist zum Aufbau hin gut abgedichtet.
Foto: Hardy Mutschler

2. Innenausbau

Wer den Carado T328 durch die Aufbautür betritt, erblickt zunächst die Sitzgruppe, in deren Bereich der Hersteller den Fußboden partiell aufdoppelt, um so den Niveauausgleich zum Fahrerhausboden zu schaffen. Ansonsten verläuft der Fußboden bis zur unteren Treppenstufe zu den Einzelbetten ohne weitere Absätze.

Das stabile Carado-Mobiliar gefällt mit schönen Details: So sind die Gegenhalter aus Kunststoff für die Oberschrankklappen gerundet, ebenso die hinteren unteren Kanten des optionalen Hubbetts. Beides hilft, das Verletzungsrisiko zu minimieren. Sehr gut durchdacht ist auch die indirekte LED-Beleuchtung über den Oberschränken: Sie leuchtet gleichzeitig die Schänke von innen aus.

Wo viel Licht ist, findet sich auch Schatten: Etwa ist der Einlegeboden des Küchenoberschranks nicht tief genug, sodass Dinge vom Regalboden hinten an der Wand ins untere Fach fallen können.

„Am Mobiliar gibt es kaum etwas auszusetzen – höchstens, dass die Regalböden teilweise zu klein sind, sodass zur Wand hin eine Lücke bleibt. Sehr gut finde ich die Beleuchtung in den Oberschränken.“ (Tilo Kiess, Sachverständiger Tischler-/Schreinerarbeiten)

Luft nach oben lässt auch die Konstruktion der Tischverlängerung: Um das kleine Brett einsetzen zu können, müssen an zwei Schienen an der Tischunterseite umständlich zwei Rändelschrauben gelöst werden. Sie wieder festzudrehen erfordert viel Kraft in den Fingern, weshalb der Tisch manchmal nicht ausreichend arretiert ist. Doch abgesehen von diesen Punkten gibt es beim Innenausbau des Carado T328 pro+ keine bösen Überraschungen. Es überwiegt ganz klar der positive Gesamteindruck.

3. Sitzen und schlafen

Die Halbdinette bezieht die dreh- und höhenverstellbaren Vordersitze mit ein. Auf der Sitzbank mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten und Kopfstützen finden zwei Urlauber ausreichend Platz. Der Seitensitz dient auch als bequeme Fußablage, wenn jemand auf dem Beifahrersitz Platz nimmt. Der Tisch ist stabil und ausreichend groß, seine Verlängerung aber, wie bereits beschrieben, unpraktisch.

Die angenehm festen, 190 und 200 mal 82 Zentimeter großen, zwölf Zentimeter dicken Matratzen der Einzelbetten über der Heckgarage ruhen auf Holzlattenrosten und lassen sich über breite Stufen bequem erreichen. Etwas störend ist die ausgeprägte Abschrägung des Fußendes beim fahrerseitigen Bett. Sinnvolles Extra: die Erweiterung zum Doppelbett, bestehend aus ausziehbarer Holzlade und Zusatzpolster. Dann ist die Liegfläche über eine Leiter zu entern.

Zwei LED-Spots mit USB-Buchse spenden gutes Leselicht, und dank indirekter Beleuchtung über den Dachschränken entsteht eine gemütliche Atmosphäre. Nur wenig Privatsphäre schafft die halblange Gardine am Übergang vom Schlafzimmer nach vorn.

„Die elektrischen Kabel und Komponenten hat Carado gewissenhaft installiert. Für nicht gut platziert halte ich aber die Steckdose unterm Küchen-Oberschrank: Trotz Deckel ist sie hier Hitze und Wasserdampf ausgesetzt.“ (Götz Locher, Elektromeister)

Das stabile Hubbett gefällt mit einer soliden Verriegelung, beim Absenken an einem Schieber zu lösen. Hierfür muss an der Sitzgruppe darunter nichts umgebaut werden. Weil sich das Bett in zwei Führungen einpasst, wackelt es selbst bei unruhigen Schläfern nicht. Zwei Personen entern die 194 mal 142/110 Zentimeter große, 8,5 Zentimeter dicke Matratze auf Federtellern über eine Einhängeleiter. Unpraktisch: Sie versperrt die Badtür dann um wenige Zentimeter. Leselicht liefert eine LED-Lampe. Den Absturz schlafender kleiner Camper nach vorn oder hinten von der Liegefläche verhindert jeweils ein Sicherungsnetz zum Einhängen.

4. Küche und Bad

Die Küche stattet Carado mit großer Rundspüle und zweiflammigem, elektrisch zündendem Herd mit 21 Zentimeter Brennerabstand aus. Das genügt für kleineres Kochgeschirr. Der Stauraum in der Küche ist praxisgerecht. Dass ein Magnet die Tür im Unterschrank geschlossen hält, wenn man vergaß, den Pushlock zu schließen, ist ebenso vorbildlich wie die akkurate Abdichtung der Arbeitsplatte.

Selbst bei voller Belegung reicht der 137-Liter-Absorberkühlschrank gut aus. Dank Gasreglern Caramatic Safedrive von GOK mit Crashsensoren darf der Kühlschrank mit Gas auch während der Fahrt arbeiten, ebenso die Gas-Luft-Heizung Truma Combi 6 E CP Plus mit Warmwasserboiler und elektrischem Heizstab.

Das variable Bad im Carado T328 nutzt den Raum sehr gut: Sowohl auf dem Dreh-WC von Thetford als auch am Waschbecken hat der Urlauber genügend Platz und in den Schränken recht viel Stellfläche. Schwenkt er den Waschtisch samt Spiegelwand vor das WC, entsteht die Duschkabine, die er vor der Badtür mit einem Duschplissee komplettiert. Die hohe Radkastenüberbauung stört beim Duschen nicht, sondern kann als zusätzliche Ablage für Duschzeug dienen. Einziges Manko im Bad: die kleine Dachhaube.

„Die mittlere Rückleuchte schafft zusätzliche Sicher- heit, insbesondere wenn einmal eine der äußeren Rückleuchten ausfallen sollte. Ebenso positiv: die Rahmenverlängerung mit gerundeten Enden.“ (Thomas Klingenstein, Dekra-Sachverständiger)

5. Auf der Teststrecke

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Redaktion
Mathias Piontek
Mathias Piontek ist seit Juli 2006 im Team von Reisemobil Caravan und für die Fahrzeugtests zuständig.
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