> Starterbatterie: Wie der Kaltstart den Tag vermiesen kann

Kalt erwischt

17.05.2023
Text: Karsten Kaufmann | Bild: K. Kaufmann / Banner Batterien

Will der Motor nicht starten, kann das verschiedene Gründe haben - womöglich eine alte Batterie. In der Technik-Ecke werfen wir einen Blick darauf, was zu tun ist und welche Batterietypen sich als Startbatterie eignen:

Die Online-Bibliothek Wikipedia bringt es herrlich nüchtern auf den Punkt: „Ein Kaltstart bezeichnet bei einem Verbrennungsmotor eine Betriebsaufnahme, ohne dass vorher Kühlwasser und/oder Öl vorgewärmt wurden.“ Was sagt uns das? Zum einen: Der Motor wurde vor dem Startversuch nicht durch eine Motorwasserstandheizung oder Vorwärmer à la Webasto Thermotop vorgewärmt. Die hätte innerhalb von 30 Minuten Motoröl, Kühlwasser sowie Fahrerkabine erhitzt – der Startversuch wäre demnach sehr viel leichter, eleganter und somit verschleißärmer vonstatten gegangen. Das wäre der Idealfall gewesen.

Geht die Betriebsaufnahme dagegen in die Hose, sprich, will der Motor nicht starten, kann das nun verschiedene Gründe haben. Der naheliegendste schlummert meist im Unvermögen der Starterbatterie, den Anlasser und somit den Motor in Schwung zu bringen. Beim Kaltstart muss die Batterie, nomen est omen, für wenige Sekunden einen enorm hohen Kaltstartstrom bereitstellen – und parallel das Bordnetz des Fahrzeugs am Laufen halten.

Je kälter der Motor, je zäher das Öl, desto schwieriger diese Aufgabe. Zurück zur unwilligen Starterbatterie – Batterien altern. Womit wir Ihnen nichts neues erzählen. Manche sind uns fast zehn Jahre treue Begleiter, andere sind schon nach zwei bis drei Jahren fix und fertig – insbesondere, wenn der falsche Batterietyp im Einsatz war. Ersatz muss her:

Grundsätzlich eignen sich zwei Batterietypen als Starterbatterie. AGM- und EFB-Batterien. Bei der AGM fokussieren wir einen speziell als Starterbatterie konzipierten Typ, nicht eine sogenannte Deep-cycle-AGM, die für zyklische Tiefentladung als Versorgungsbatterie im Camper zum Einsatz kommt. EFB-Batterien sind im Grunde die nächsthöhere Evolutionsstufe einer schlichten Bleisäure-Nass-Batterie. Beide, EFB und AGM, eignen sich hervorragend als Starterbatterie, auch für Fahrzeuge mit Start-Stopp-Automatik. Aber: Sitzt die Starterbatterie sehr eng am Motor, ist die AGM nicht die erste Wahl. Sie neigt bei starker Hitze zum Austrocknen. Da in zahlreichen Campern die Starterbatterie aber im Fahrgastraum (Boden) montiert ist, kann eine Batterie vom Schlage einer Banner Running Bulli AGM hier durch bis zu 360.000 versprochene Kaltstarts das EFB-Pendant von Banner mit bis zu 270.000 Kaltstarts durchaus ausstechen. Zudem bietet eine AGM mit optimaler Rüttel- und Zyklenfestigkeit sowie optimierter Spannungsstabilität und etwas größerer Startleistung (geringerer Innenwiderstand) etliche Vorteile gegenüber der günstigeren EFB.

Doch ein Schritt zurück: Bei direkter Nähe zum Motor muss es möglich sein, die AGM gut gegen Hitze zu isolieren – oder man muss eben eine EFB wählen. Diese ist per se keine schlechte Starterbatterie – und zudem auch etwas günstiger. In puncto Kapazität sollte man grundsätzlich eine Batterie wählen, die auf dem Niveau der zuvor verbauten liegt. Lässt es der Montageplatz zu, kann man durchaus eine größere wählen. Kurzum: Wer höchste Ansprüche an seine Starterbatterie hat, womöglich ein Basisfahrzeug mit viel komplexer Elektronik und womöglich Rekuperation hat, wählt eine AGM. Ist serienmäßig schon eine AGM an Bord, sollte dieser Batterietyp auch wieder installiert werden.

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Karsten Kaufmann
Karsten Kaufmann ist seit 2007 bei der Reisemobil International und ist Experte für Praxis und Zubehör.
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