> Mobile Campinglampen: LED vs. Petroleum vs. Gas

Die wahre Lichtquelle

04.12.2023
Bild & Text: Philipp Pilson

Für den gemütlichen Abend vor dem Camper ist das richtige Licht essenziell. LED, Petroleum oder Gas - welche Vor- und Nachteile besitzen die drei bewährten Lichtquellen und welche sorgt für das schönste Ambiente? Ein Konzeptvergleich.

„Ich habe Feuer gemacht!“ – zugegeben mit einer Petroleum-Lampe, aber das wärmende Gefühl einer echten Flamme, quasi Licht zu erzeugen wie anno dazumal, hat etwas Ursprüngliches, Faszinierendes. Moderne LED-betriebene Campinglampen sind dagegen energiesparsam, akkubetrieben und halten viele Stunden. Kurzum: sie sind einfach praktisch und die Katalogseiten sind voll mit verschiedensten Modellen für unterschiedlichste Bedürfnisse und Situationen. Dennoch ist für viele Nostalgiker und Outdoor-Enthusiasten eine echte Flamme die einzig wahre Lichtquelle. Diese lässt sich mit Petroleum oder Gas erzeugen, hat neben dem ganzen ursprünglichen Charakter aber eben einen ganz entscheidenden Nachteil: es lässt sich nicht mal eben und überall anknipsen. Welche Lampe ist nun die richtige für mich? Mit der Petromax Petroleumlampe HK 500 ist ein echter Klassiker vertreten und stellt sich der Gas- und LED-Konkurrenz.

Infobox

Zehn wiederaufladbare LED-Campinglampen im großen Praxistest

In der Januar-Ausgabe von Reisemobil International hat die Redaktion zehn mobile LED-Campinglampen getestet. Den vollständigen Praxistest und weitere hilfreiche Informationen für die Suche nach der richtigen Campinglampe lesen Sie hier.

Kurzcheck LED: Feuerhand Laterne Baby Special 276

Die Feuerhand Baby Special 276 LED kombiniert zeitloses, klassisches Laternen-Design mit moderner LED-Technologie. Seit 2023 gibt es nun eine LED-Version. Made in Germany, seit 130 Jahren, aus verzinktem Stahl, temperaturbeständigem und bruchsicherem Glas und ist daher nahezu unkaputtbar. Die LED-Laterne wirkt durchdacht und hochwertig. Vorteil: sie lässt sich mit Akkus (also wiederaufladbar!) und normalen Batterien betreiben.

Foto: Licht.de

Eine Laterne, die mit Aussehen und Atmosphäre punktet, bei der Lichtausbeute gibt es allerdings LED-Lampen, die mehr Leistung und besseres Licht erzeugen. Das Licht ist etwas funzelig, aber schön. Auch ist sie laut IP-Schutzwert nicht gegen Feuchtigkeit geschützt, im Gegensatz zu vielen anderen LED-Modellen. Wenn es regnet oder feucht ist, sollte diese Lampe daher nicht draußen genutzt werden – das geht besser. Generell haben LED-Lampen gegenüber dem Petroleum-Original dagegen den Vorteil, dass sie auch im Camper nutzbar sind.

Kommen wir zu einem der wichtigsten Vorteile: LEDs (Light Emitting Diode) verbrauchen sehr wenig Energie, sind widerstandsfähig und haben eine sehr lange Lebensdauer. Viele LED-Campinglampen überzeugen darüber hinaus mit einem großen Funktionsumfang. So lässt sich oftmals die Helligkeit dimmen, verschiedene Lichtfarben – von kaltweiß bis warmweiß – einstellen und die Lampe als Powerbank nutzen. Je nach Stimmung können Camper das gewünschte und für sie angenehmste Licht einstellen. LED-Campinglampen sind kompakt, komfortabel in der Anwendung, zuverlässig – und es geht keine Brandgefahr von ihnen aus. All das zeigte sich im großen Praxistest.

Links die Petromax HK 500 Petroleumleuchte, rechts die Feuerhand Laterne Baby Special 276 als LED-Version

Kurzcheck Petroleumlampen: Petromax HK 500

Ein echter Klassiker unter den Petroleumlampen ist die Petromax HK 500. Mit rund 290 Euro ist sie nicht ganz billig, optisch dagegen ein wahrer Hingucker und auch funktionell nicht nur etwas für Romantiker. Das Prinzip ist bewährt und wer die Lampe zum Laufen gebracht hat, wird auf vielfältige Weise belohnt. Aber klar ist auch: Der Betrieb einer Petroleumlampe im Stile der Petromax HK 500 erfordert Übung und besonders am Anfang auch Geduld.

Zunächst muss Petroleum in den dafür vorgesehen Tank gefüllt werden. Dieser wird per integrierter Pumpe unter Druck gesetzt, ein Vorwärmer wird entzündet und zu guter Letzt der Glühstrumpf. Ein Manometer hilft dabei, den richtigen Druck aufzubauen und zu halten. Dank seiner exzellenten Verarbeitung der in glänzendem Chrom gehaltenen Lampe ist sie was fürs Auge – und für Frostbeulen. Denn die Petromax 500 strahlt sehr hell, gleichmäßig und vor allem warm.

Die Lichtleistung überzeugt, allerdings trübt ein permanenter Geräuschpegel – sie zischt – ein wenig die Stimmung und es liegt ein Geruch in der Luft, den man mögen sollte. Aufgrund ihrer Größe, den letztgenannten beiden Merkmalen und der Tatsache, dass neben der Vorbereitung auch mehr Gepäck (Petroleum, Brennspiritus, Glühstrümpfe) mit an Bord ist, ist die Lampe für gewöhnliche Touren und Alltagscamper eher nicht zu empfehlen, sondern in erster Linie für Glamping-Fans oder Nostalgiker geeignet. Aber sie fasziniert. Immerhin besteht die Starklichtleuchte aus mehr als 200 Einzelteilen.

Bildergalerie

Und Gas?

Ein klassischer Vertreter von Gaslampen ist die Primus Micron Laterne mit Glas. Die kleine, handliche und leichte Gaslampe wird mit Schraubgaskartuschen betrieben. Der entzündete Glühstrumpf strahlt nicht nur sehr hell (360 Lumen), angenehm und homogen, sondern gibt auch wie die Petroleumleuchte HK 500 von Petromax viel Wärme ab – also eine Alternative für Camper, die eine Lampe mit Heizeffekt suchen. Allerdings muss man auch hier aufpassen, dass sie einen festen Stand hat und keine Kinderhände in der Nähe sind. Vorteil gegenüber der Petroleum-Lampe: Pumpen entfällt, sie brennt ein wenig leiser und lässt sich feiner herunterdimmen. Und sie verbrauchen weniger, sind dafür nicht ganz so hell – aber ausreichend für viele Zwecke. Praktisch: Die Lampe wird über eine Piezo-Zündung gestartet, ein Feuerzeug wird nicht benötigt.

Fazit

LED-Lampen sind sparsam im Verbrauch, vielseitig einsetzbar und oftmals sehr robust – und je nach IP-Schutzwert auch wasserfest. Zudem ist die LED-Technik im Gegensatz zum Einsatz von Petroleum oder Gas gänzlich ungefährlich. LED-Campingleuchten werden nicht heiß, ergo kann sich auch niemand unabsichtlich verbrennen – gerade wer mit Kindern unterwegs ist, sollte darauf achten.

In den meisten Fällen sind diese Lampen stufenlos dimmbar und besitzen verschiedene Lichtmodi. Wer also einfach nur unkompliziert einen Lichtspender für verschiedenen Situationen sucht, ist mit mobilen LED-Campinglampen bestens versorgt. Als Auswahlhilfe stellen sich zehn LED-Campinglampen in der aktuellen Ausgabe von Reisemobil International dem Praxistest.

Wer auf Nostalgie, die Faszination und die Wärme einer echten Flamme nicht verzichten will und sich nicht vor etwas Aufwand scheut, die Flamme in Gang zu bringen, der kann getrost auf Petroleum oder Gaslampen zurückgreifen. Sie haben neben den erwähnten Nachteilen auch ein paar Argumente zu bieten, die Camperherzen und Outdoor-Enthusiasten höherschlagen lassen – und vor allem einen unschlagbaren Charme. Für den gewöhnlichen Camper sind diese Modelle allerdings in der Regel zu groß und komplex in der Handhabung.

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Philipp Pilson
Philipp Pilson ist seit Oktober 2018 bei Reisemobil International und Experte für Praxis & Zubehör, Reisen und Social-Media.
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