> Fendts Einsteiger-Wohnwagen im großen Test

Profitest Fendt Apero Activ 390 FH: kompakt und günstig für Paare

Premium-Badge von Reisemobil Caravan
08.04.2026
Bild & Text: Volker Stallmann

Modern gestaltet mit feiner Technik und für die Marke günstig – der neue kleine Fendt Apero Activ 390 FH für zwei stellt sich im Test dem Urteil der Profis von Reisemobil Caravan.

Der Einstieg in die Fendt-Caravanwelt gestaltet sich seit dieser Saison neu. Apero Activ heißen die Neuheiten, und im exklusiven CCC-Test ist der 390 FH, der Kleinste in der Apero-Palette.
Die Ausstattung kann sich sehen lassen: Im Apero Activ 390 FH sorgt ein 98 Liter großer Kühlschrank im Küchenblock für gekühlte Vorräte. Ihm reicht im knapp fünf Meter langen Aufbau auch die Combi-4-Heizung, deren 10-Liter-Boiler auch für warmes Wasser sorgt. Umluftanlage, Dreiflammkocher mit elektrischer Zündung, LED-Licht mit Ambientelicht und etliche Steckdosen sowie Abwasserkanister und Banktoilette mit Spültank sind serienmäßig an Bord. Da geht der Preis von unter 25.000 Euro für den Fendt wirklich in Ordnung.

Der Testwagen ist aber mit fast allem ausgerüstet, was die Zubehörliste hergibt, und schwingt sich damit in der Ausstattung wie beim Preis schon Richtung Luxus auf. Mit über 13.000 Euro kosten die Extras gut die Hälfe des Grundpreises – so kommt der Testwagen insgesamt auf gut 37.000 Euro.

Dafür macht dann von der Dachmarkise, der Klimaanlage, automatischer SAT-Antenne und Flachbild-TV, dem Rangierantrieb plus Autarkpaket über den großen Wassertank mit Citywasseranschluss und die Universalsteckdose im Vorzelt bis zum Ersatzrad viel Komforttechnik den kleinen Fendt sehr komfortabel reisetauglich. Es fehlen höchstens noch eine Gasflaschenumschaltanlage für den Komfort und Leichtmetallräder für die Optik. Im Apero Activ ist der neue Polsterstoff Brenta zu haben, der mit seiner gröberen Cordstruktur dem Ganzen einen etwas sportlicheren Anklang verleihen soll.

Der Apero 390 FH hat in der Basisausstattung 1.500 Kilogramm zulässige Gesamtmasse, aber nicht nur die solide Fendt-Bauweise, auch die üppige Ausstattung im Testwagen zwingt zu 1.700 Kilogramm – heftige Ansage für den Winzling.

Grundriss Fendt Apero Activ 390 FH

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Inhaltsverzeichnis: Profitest Fendt Apero Activ 390 FH

1. Karosserie

Auch der Apero Activ hat das einheitliche Fendt-Familiengesicht, „die sind außen ja mittlerweile alle an den Diamant angepasst“, so CCC-Profi Rudi Stahl. „Erstaunlich eigentlich, dass bei Fendt das grobe Hammerschlagblech immer noch läuft, egal in welcher Preisklasse.“ Unter dem Blech trägt der neue kleine Fendt ganz herkömmlich EPS-Isolierung im Holzgefache unter einem Glattblechdach, „alles bestens verarbeitet, ein solideres GfK-Dach gibt es immerhin gegen Aufpreis.“

„Wichtiger als optische Details bleiben freilich das Material, die Verarbeitung und der Gesamteindruck“, meint der Karosseriemeister, und das Gesamtbild ist beeindruckend. „Mit dem eleganten Heck sieht auch der kleine 390 FH recht spektakulär aus, man sieht zwar schon, dass die Anbauten mit LFI- und Tiefziehteilen an Bug und Heck eigentlich für größere Wagen designt sind, doch das funktioniert.“

Rudi Stahl zur Karosserie: Der Aufbau zeigt in klassischer Bauweise alle Fendt-Tugenden mit sehr guter Verarbeitung und aufwendigen Detaillösungen.

Hinten bestimmen die flachen, scharfgeschnittenen Rückleuchten mit „Glowing-Surface-Effekt“ das Bild. „Mit Alufelgen sähe das insgesamt noch kompletter aus.“ Die Alus wie die Fliegengittertür fehlen als aufpreispflichtiges Detail. Die stark getönten vorgehängten Fenster, die Tür mit integrierter Stufe, Ablage und Fenster sowie die Dachhaube sind allesamt hochwertig.

Untenrum punktet der Apero mit stabilen Blechschürzen in die Seitenmarkierungsleuchten, die, wie immer bei Fendt, perfekt eingelassen sind. Zufrieden ist der Profi mit den verlängerten Stützenkurbeln, die vorn und hinten perfekt erreichbar sind.

Das Heck punktet zudem mit einzeln tauschbaren Ecken. Der Flaschenkasten ist innen korrekt abgedichtet und mit Haltern für den Abwassertank, Gasflaschen und das Ersatzrad bestens aufgeräumt. Mit Riffelblechboden und der weit öffnenden Klappe am Parallelogrammbeschlag ist er konstruktiv top.

2. Technik

TÜV-Ingenieur Roman Heinzle entdeckt sofort vorab, dass der Testwagen bestens ausgestattet ist. „Da sind ja eine Menge Anschlüsse und Deckel, der hat wohl eine Menge Technik an Bord?“ Die Fahrbeleuchtung ist schnell und positiv beurteilt. Das schmale, aber langgestreckte LED-Edge-Light „sieht super aus und ist auch funktional klasse. Das Rückfahrlicht ist in der Multifunktionsleuchte integriert und die Nebelschlussleuchte mittig im Leuchtband der Heckschürze, dazu funktionieren die Begrenzungsleuchten zusätzlich als Zusatzbremsleuchten – das ist top.“

Die Einschätzung zur umfangreichen Bordtechnik bestätigt sich schon beim Blick auf den Flachbild-Fernseher im Eingang – die automatische SAT-Antenne verbirgt sich noch unter dem französischen Bett. Dazu gibt es im Testwagen die Universalvorzeltsteckdose mit Anschlüssen für Strom und Fernsehen im Vorzelt. Alles ist natürlich ordnungsgemäß verbaut und angeschlossen.

Roman Heinzle zur Technik: Den Testwagen macht die schon recht teure Ausstattung fast luxuriös. Combiheizung und Kompressorkühlschrank sind beim Activ Serie.

Serienmäßig kommt der Apero Activ mit der Combiheizung, die mit integriertem 10-Liter-Boiler neben Warmluft auch für heißes Wasser sorgt – der große Boiler ist fast schade in einem Grundriss, der keinen Platz für eine sinnvoll nutzbare Duscheinrichtung bietet. Sechs Warmluftauslässe reichen im 390 FH, um den Wagen schnell warm zu bekommen und zu halten. Im Testwagen sorgt die optionale Klimaanlage bei Bedarf für Kühlung.

„Der Kompressorkühlschrank ohne Gasanschluss reduziert vermutlich Kosten. Er kühlt gut, aber auch im leisen Nachtmodus vernehmlicher als ein Absorber. Die 98 Liter Kühlvolumen gibt es nur, wenn das Frostfach herausgenommen wird. „Der Kühlschrank reicht aber zu zweit auch mit dem Frostfach drin.“

Der neue Dreiflammkocher mit Taktfunkenzündung und die Frischwassertankanzeige machen die Küchentechnik komplett. Der Rauchmelder ist als Sicherheitsfeature bei Fendt obligatorisch. In allen Bereichen gibt es Steckdosen für 230 Volt und je zwei USB-C-Anschlüsse im Einstieg und am Bett. Spots und Lichtleisten, dazu eine indirekte Beleuchtung, setzen den Wagen abends ins rechte Licht. Es fehlen aber Spots oder Leseleuchten in der Dinette.

3. Inneneinrichtung

„Auch in klein sieht das Apero-Interieur gut aus und schon mutig für Fendt“, findet Schreinermeister Oli Pfisterer. „Da haben sie sich ja was getraut und ziehen das jetzt auch durch – sehr schick, modern für die Mertinger und perfekt einheitlich durchgezogen im Design. Weiße Oberschränke, helles Holz und dazu dunkle Griffe, Pushlocks, Spots, Leuchten, Armaturen und Schalter, das sieht schon gekonnt aus.“ Die Küchenauszüge sowie die Sitztruhen und der Bettunterbau sind ebenfalls dunkel gehalten, „ein spannender Mix aus Farben und Holzdekor – das dürfte hier aber vielleicht doch noch etwas moderner sein.“

Oli Pfisterer zum Mobiliar: Das Mobiliar ist ganz modern im Fendt – in allen Bereichen sehr ordentlich gemacht. Offene Ablagen statt Schränke über dem Bett sparen Gewicht.

Die Apero-Einrichtung ist erwartungsgemäß auch gut konstruiert und gebaut. Die nicht direkt sichtbaren Beschläge sind von guter Qualität, die Auszüge und Küchenoberschränke schließen per Softclose, alle anderen Klappen wollen von Hand sachte geschlossen werden. Der Tisch ist an der Wand eingehängt, eine sinnvolle Lösung für die kompakte Dinette. Alle Küchenmöbel und die Schranktüren schließen Pushlocks. Die weiteren Oberschrankklappen haben ordentliche Schnäpper, „die ausreichende Zuhaltekraft entwickeln für Stauraum, in dem nur eher leichte Ladung Platz finden sollte.“ Etwas unelegant findet Pfisterer die Verbindung des Regals längs über dem Bett mit den Deckenschränken über dem Kopfende, „aber ein Eckelement wiegt mehr und kostet etwas mehr.“

Die Federkernmatratze liegt auf einem Lattenrost, der sich in der Härte verstellen lässt. „Das ist bei der Qualität der Matratze aber womöglich kaum spürbar“, so Pfisterer. „Auch die Teilung des Rostes fällt nicht wirklich auf unter der Matratze.“ An der Verarbeitung des Mobiliars gibt es wenig auszusetzen. „Die Schnittkanten unter Betten und Sitzmöbeln sind in Ordnung, die Umleimer an sichtbaren Kanten von Klappen und Türen zeigen ebenso sorgfältige Be- und Verarbeitung. Die Nassbereiche in Bad und Küche sind gut abgedichtet, „das Mobiliar zeigt von vorn bis hinten die typische Fendt-Qualität.

4. Wohnwert

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