Hybridkochfelder wie das Thetford 980 und 981 verbinden zwei Energiewelten: Kochen mit Strom und Kochen mit Gas. Kurzum: maximale Flexibilität im realen Reisealltag.
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Induktionskocher stehen für Komfort und Schnelligkeit, Gas für enorme Energiereserven, Unabhängigkeit und eine von vielen Köchen geschätzte Art des Kochens. Hybridkochfelder von Thetford verbinden beides und erlauben es, je nach Energieverfügbarkeit, die eine oder eben die andere Option im Camper zu wählen. Doch wie bewähren sich die beiden Kocher-Varianten des Thetford 981 im Camping-Alltag? Reisemobil International war drei Wochen mit einem Weinsberg Xpediton in den Pyrenäen und zwei Wochen mit einem Eura Mobil Xtura in Marokko unterwegs. Beide mit dem 981 ausgerüstet. Hier sind unsere Erfahrungen und harten Testfakten.
Gas oder Induktion: Wer bringt die Hitze schneller in die Pfanne? Die Antwort liegt auf der Hand: Die Flamme liefert sofort mit voller Power eine züngelnde Gasflamme, hat vom Start weg die Nase vorn und bringt das Fett in der Pfanne augenblicklich zum Brutzeln.
Erweitern wir den Test allerdings mit Blick auf das Nudelwasser (2 Liter) sieht das Ergebnis ganz anders aus. Der Gaskocher bleibt zwar für zwei Minuten gleichauf, doch dann zieht der Induktionskocher flott vorbei, die Nudeln können nach rund 10 Minuten ganze 5 Minuten früher ins leicht sprudelnde Wasser (>90 Grad im Test). Wer den Induktionskochtopf verwendet, muss sogar noch eine Minute länger warten.
Ganz anders sieht es aus, wenn im Camper bei offenem Fenster oder geöffneter Schiebetür gekocht wird und der Wind die Gasflamme merklich schwächt. Während die Gasflamme an Effizienz verliert, bringt das Induktionskochfeld die Hitze weiterhin zuverlässig direkt in den Topf – der auch bei mobilen Induktionskochfeldern, die man vor dem Camper gerne nutzt, voll zum Tragen kommt.
Induktion und Gas: Beide Kocher lassen sich sehr gut regulieren und die Hitze damit dosieren. Das Induktionskochfeld bietet neun Stufen, nur auf der größten zieht der Kocher permanent 1.400 Watt. Auf den niedrigeren Stufen taktet der Kocher. Er feuert also für einige Sekunden mit hoher Power, um dann für einige Sekunden komplett auszugehen. Ein Grund, warum Camper mit schwächeren Wechselrichtern das Hybridkochfeld nicht mit kleinerer Stufe betreiben könnten – der Wechselrichter muss unbedingt die 1.400 Watt Dauerleistung bringen. Top: Die unteren acht Stufen des Induktionskochfeldes können jeweils in einem Automatikmodus für eine gewisse Zeit (festgelegt) betrieben werden. Der Kocher stoppt dann selbstständig.
Grundsätzlich haben wir im Test nie mehr als zwei Kochfelder parallel benötigt – dennoch bietet der 3-Flammkocher von Thetford maximale Flexibilität. Der Kombibetrieb Gas/Induktion funktioniert hervorragend und wertet die Camper-Küche spürbar auf.
Induktion benötigt Strom. Der kommt vom Landstromanschluss des Campingplatzes oder via Wechselrichter aus den Bordbatterien. Moderne Camper sind häufig mit großen LiFePO4-Batteriebänken, leistungsfähigen Lade-Boostern und Solaranlagen ausgestattet. LiFePO4-Batterien werden zusehends günstiger, sind aber dennoch stets eine kostspielige Investition. Es macht daher nur wenig Sinn, elektrische Systeme so auszulegen, dass man stets und selbst unter ungünstigsten Bedingungen (kein Solarstrom, Winter in Skandinavien, lange Autarkzeiten ohne Rückladung durch Lichtmaschine) immer noch mit Induktion kochen möchte.
Ein Hybridkochfeld entschärft diesen Zwang. Gas übernimmt dann, wenn elektrische Energie knapp oder zu wertvoll ist, während Induktion genutzt wird, wenn Strom im Überfluss vorhanden ist. Das reduziert nicht nur die Abhängigkeit von extremen Batterieausbauten, sondern erhöht auch die Betriebssicherheit des gesamten Fahrzeugs, da zwei unabhängig voneinander funktionierende Systeme angezapft werden können.
Trotz aller elektrischen Aufrüstungen bleibt Strom im Fahrzeug eine begrenzte Ressource. Mehrere Tage ohne Sonne, hohe Grundlasten oder kalte Temperaturen können selbst große Batteriesysteme an ihre Grenzen bringen. Gas bietet hier einen entscheidenden physikalischen Vorteil: Die gespeicherte Energiemenge ist enorm, unabhängig von Wetter, Tageszeit oder Ladezustand. Eine kleine Gasflasche kann über viele Tage Energie zum Kochen und/oder Backen liefern – als Backup, als Plan B, als klares Argument gegen exklusive und an 95 Prozent der Tage ungenutzte Batteriereserven.
Das hybride Energiekonzept endet nicht am Kochfeld im Innenraum. Viele Fahrzeuge verfügen zusätzlich über eine Gas- oder 230‑Volt-Außensteckdose, über die Gasgrill, Kocher oder ein mobiles Induktionskochfeld draußen betrieben werden können. So steigt die Flexibilität je nach Reisesituation, Stellplatz und persönlichem Bedarf, und Fischgeruch oder Dampf im Wohnraum gehören der Vergangenheit an.
Würden die Tester das Hybridkochfeld empfehlen? Unbedingt. Das Konzept bringt das Beste zweier Kochwelten zusammen. Es ist weniger eine technische Spielerei als vielmehr eine pragmatische Antwort auf die Frage, wie Energie im Camper sinnvoll genutzt werden kann. Tatsächlich ermöglicht es, vorhandene Ressourcen flexibel einzusetzen, statt sich auf eine einzige Lösung festzulegen. Für Selbstausbauer und Camper, die Autarkie konzeptionell clever in einer ausgewogenen Balance aufsatteln wollen, liegt genau hier der entscheidende Mehrwert.
Mit 1.400 Watt ist das Thetford-Induktionskochfeld nicht der stärkste Vertreter seiner Zunft. Die reduzierte Leistung ist eine clevere Entscheidung für den Betrieb auf oft schwach abgesicherten Campingplätzen. Wer hingegen einen heutzutage durchaus üblichen 2‑kW-Wechselrichter an Bord hat, würde sich über 400 bis 600 Watt mehr Power sicher freuen. Denn: Mit steigender Leistung verkürzt sich prozentual die Kochzeit – zum Beispiel beim Erhitzen von Nudelwasser. Lösung: Packen Sie sich ein mobiles 2.000-Watt-Kochfeld für den Außenbereich ein, wenn’s mal schneller gehen muss. Wer sich trotz aller guter Gegenargumente für eine reine „Stromlösung“ entscheidet, findet bei Thetford das Induktionskochfeld 902 mit zwei Kochplatten und insgesamt 4,1 kW Power.
Mit Blick auf die Testfahrzeuge bleibt festzuhalten: Der Xpedition lockt mit einem Hybridkochfeld, Weinsberg installiert aber werkseitig nicht automatisch einen Wechselrichter. Ein klarer Konzeptfehler. Beim Xtura von Eura Mobil hat uns die Elektroinstallation häufig den Kochspaß verhagelt, da der FI-Schalter beim Start des Induktionskochfeldes häufig ausgelöst hat. Kurzum: Ein Konzept ist immer nur so stark, wie das schwächste Glied in der Kette.
Für den Anschluss einer Gasleitung an ein Kochfeld (egal ob Rohr- oder Schlauchleitung) muss eine Verschraubung mit einer Überwurfmutter und einem Schneidring hergestellt werden.
Überwurfmutter auf Gasleitung des Kochers schieben, Schneidring mit dickem Bund zur Überwurfmutter aufschieben.
Wichtig: Die Rohrleitung des Kochers muss maximal weit in das Gegenstück (Muffe, Schlauchanschluss) eintauchen. Überwurfmutter mit der Hand kräftig aufschrauben, bis sie komplett anliegt und sich nicht weiterdrehen lässt. Sitz von Rohrleitung in Gegenstück kontrollieren! Mutter und Gegenstück mit Edding markieren.
Mutter mit 17er-Gabelschlüssel 1 ¼ bis 1 1/2 Umdrehungen anziehen, Gegenstück mit 14er-Gabelschlüssel kontern. Die Markierung hilft bei der Orientierung.
Gasanschluss zur Gasflasche herstellen, Gas öffnen und Verschraubung mit Leckage-Spray kontrollieren.
Die Verschraubung lässt sich jederzeit lösen. Vor dem Schneidring ist die Rohrleitung sichtbar verdickt. Der Ring lässt sich noch drehen, aber nicht mehr verschieben. Bei erneuter Verschraubung in etwa gleiche Kraft wie bei der Schneidringmontage aufwenden. Wieder mit Leckage-Spray Dichtigkeit kontrollieren.