> Malibu I 441 LE im Dauertest

Schlussbilanz

25.04.2023
Text: Camping, Cars & Caravans | Bild: Andreas Güldenfuß, Claus-Georg Petri, Philipp Pilson, Simon Ribnitzky, Daniel Schlicke

Rund ein Jahr lang im Dauertest der Redaktion hat der Malibu I 441 LE knapp 30.000 Kilometer abgespult. Wo hat der Integrierte überzeugt, wo zeigte er Schwächen? Das große Fazit.

In die Toskana und nach Südtirol, in die Provence und an die Côte d’Azur, zum Genfersee, die Mosel entlang oder nach Thüringen und Sachsen-Anhalt in den Ostharz: das sind nur einige Ziele, die der Malibu I 441 LE während des Dauertests von Reisemobil International angesteuert hat. Mal waren Redakteure allein unterwegs, mal waren es Paare, mal vierköpfige Familien. Der kompakte Integrierte – gerade einmal 6,67 Meter lang – mit beliebtem Einzelbetten-Grundriss wurde nicht geschont und spulte unter verschiedensten Einsatzbedingungen und Anforderungen Kilometer ab. Im Sommer wie im Winter.

Die Schadensbilanz blieb übersichtlich: Ein gebrochenes Scharnier der Fahrertür und der darin verlegte Kabelstrang setzte vorübergehend Fensterheber und Rückfahrkamera außer Betrieb. Mancher Kollege zog hin und wieder die Schraube einer lose gewordenen Schrankklappe nach – das war’s. Konstruktion Raumaufteilung und Detaillösungen wurden überwiegend positiv beurteilt. Stärken, aber auch Schwächen des Malibu I 441 LE förderte der Langzeittest mitunter schonungslos zutage. Lesen Sie im Folgenden, wie sich der Integrierte im Detail bewährte.

Zusammenfassung

DIE SITZGRUPPE …
… formiert sich aus L-Bank, Einsäulen-Tisch, gedrehten Vordersitzen und einem schmalen Seitensitz. Mit 62 mal 90 Zentimeter fällt die Tischplatte schön groß aus. Klasse zudem die für Malibu typische Verstellung per Fußtaster. Einfach mit dem Fuß den Taster am Tischbein nach unten drücken, schon lässt sich die Platte mühelos längs und quer verschieben. Taster wieder loslassen, und der Tisch ist sicher in der gewünschten Position arretiert. Mit mehr als zwei Personen wird es allerdings recht eng an der Sitzgruppe, weil Sitzbank und gedrehte Vordersitze recht nah beisammenstehen. Hier macht sich die kompakte Außenlänge des Fahrzeugs bemerkbar, die wertvollen Zentimeter schlägt Malibu lieber Bad und Schlafzimmer zu. Wenig Anklang fand auch der sehr schmale Seitensitz, der sich zwar um ein paar Zentimeter ausziehen lässt, aber dadurch kaum bequemer wird. Selbst um sich kurz die Schuhe anzuziehen, sitzt man lieber auf den gedrehten Beifahrersitz. Der Seitensitz ist dann mehr im Weg, als dass er nutzt.
DIE KÜCHE …
… befindet sich als kompakter Block auf der Beifahrerseite hinter der Aufbautür. Auf der Habenseite steht ein Dreiflammenkocher mit elektrischer Zündung und Gussrost, große Rundspüle mit hochaufragender Armatur und ausreichend gut nutzbarer Stauraum. Statt drei breiter Schubladen montiert Malibu im Unterschrank sechs schmale Auszüge – das erleichtert den Zugriff. Im Oberschrank findet auf Wunsch eine Kaffeemaschine Platz. Was der Küche fehlt ist Arbeits- und Ablagefläche. Neben dem Kocher bleibt nur wenig Platz, ein Klappbrett gibt es nicht. Die einsteckbare Abdeckung der Spüle, die auch als Schneidebrett fungiert, ist dafür kein wirklicher Ersatz. Richtig groß fällt dafür der Absorber-Kühlschrank zwischen Küche und Bett aus.
DAS BAD …
… hat einige Besonderheiten zu bieten. Da wäre vor allem die extrem breite Tür, die sich über den Mittelgang schließen lässt und so den Raum nach vorn zu Küche und Sitzgruppe hin abtrennt – es entsteht ein Ankleidezimmer. Allerdings erwies sich die Tür im Test auch als sehr sperrig. Insbesondere, wenn die Einzelbetten zum Doppelbett ausgezogen sind, bleibt kaum Platz, man muss sich um die Tür regelrecht herumfädeln. Das Bad selbst nutzt den vorhandenen Raum sehr gut aus. Der Waschtisch schwenkt bei Bedarf um 90 Grad über die Toilette, wodurch eine komfortable Duschkabine entsteht. Das funktionierte im Test einwandfrei. Als ärgerlich empfanden viele Tester den sehr langsamen Wasserabfluss des Waschbeckens.
DAS SCHLAFZIMMER …
… befindet sich im Heck. Die komfortablen, dicken Matratzen der Einzelbetten liegen auf Lattenrosten. Um die Einzelbetten zum Doppelbett zu erweitern, genügt es, die Treppe nach vorn zu ziehen und ein Zusatzpolster einzulegen. Dank aufklappbarer Deckel leicht erreichbar sind die Kleiderschränke unter den Fußenden der Betten. Sie reichen bis in den Doppelboden und kommen so auf eine stattliche Höhe von 105 Zentimetern. Weiteren Stauraum bieten die ringsum im Schlafzimmer montierten Oberschränke. Knapp: nur eine USB-Steckdose zum Handyladen. Das zweite Schlafzimmer entsteht bei Bedarf ganz vorn. Über dem Fahrerhaus lässt sich ein manuelles Hubbett absenken. Es gefällt mit einer großzügigen Liegefläche (195 mal 155 Zentimeter), über der Matratze bleibt eine angenehme Höhe von 82 Zentimetern. Übernachten zu viert im Malibu I 441 LE: kein Problem.
STAURAUM …
… hält der Malibu reichlich bereit. Die Heckgarage ist bis zu 138 Zentimeter lang und 120 Zentimeter hoch. Wer will, kann hier auch prima zwei Fahrräder mit auf die Reise nehmen. Andernfalls ist der Raum mit Campingstühlen, Grill etc. schnell gefüllt. Der Integrierte punktet zudem mit seinem Doppelboden. Der ist beheizt, bietet im Winter also einen Fußbodenheizungseffekt – sehr angenehm. Vertiefte Staufächer reichen bis zu 39 Zentimeter tief. Getränkekisten reisen so schwerpunktgünstig mit und sind über eine große Klappe im Fußboden bestens erreichbar. Eine Außenklappe gewährt ebenfalls Zugang zum Doppelboden, in dem auch Frisch- und Abwassertank frostsicher verbaut sind. Als 3,5-Tonner gilt es allerdings, die Zuladereserven im Blick zu behalten. Das Testfahrzeug kam auf eine Leermasse (voller Dieseltank, kein Frischwasser und Gas, ohne Fahrer) von 3.012 Kilogramm. Nach RMI-Definition mit zwei Reisenden, ihrem Gepäck, Inventar sowie vollem Gas- und Frischwasservorrat bleiben nur 68 Kilogramm Restzuladung
UNTERWEGS …
… überzeugt der Malibu mit einem ausgesprochen handlichen Fahrverhalten. Maßgeblich dafür verantwortlich ist der kurze Radstand der Fiat-Ducato-Basis von gerade mal 3,45 Meter. Das entspricht dem kurzen 5,41-Meter-Ducato-Kastenwagen. Entsprechend lang fällt bei dem Integrierten der Hecküberhang aus, was beim Rangieren Achtsamkeit erfordert. Dank leichtgängiger Lenkung und gutem Sichtfeld für den Fahrer fühlt sich der Malibu mitunter an wie ein großer Campingbus – nur eben mit deutlich mehr Platz und Wohnkomfort. Womit die Kerneigenschaften des kompakten Integrierten treffend zusammengefasst wären.

FAZIT

Der Malibu I 441 LE vereint viele Talente, die ein Reisemobil begehrenswert machen: Er bietet viel Platz, bequeme Betten, ein variables Bad, eine hochwertig konstruierte und tadellos verarbeitete Kabine mit Doppelboden – top auch für Wintercamping. Gleichzeitig bleiben die Abmessungen des Mobils überschaubar, der kurze Radstand sorgt für eine bemerkenswerte Handlichkeit. Natürlich bietet ein längerer Integrierter noch mehr Platz und ein Kastenwagen noch mehr Handlichkeit – doch kommt der Malibu dem optimalen Kompromiss sehr nahe. Und überzeugte im Dauertest auch mit Langzeitqualität.

Der Malibu kommt kaum zur Ruhe, ist ständig auf Achse. Nun ging es zum Check an die Mosel – aber nicht allein. Taugt er auch zu viert?

Update Oktober: Einer für alle

Weiter immer weiter, ob in die Vogesen oder auf Stellplatzcheck an der Mosel. Der Malibu kommt viel rum. Das ist auch so gewollt, denn nur so lässt sich alles auf Herz und Nieren testen. Ein richtiger Dauertest eben. In erster Linie ist der Integrierte ein Zwei-Personen-Mobil, aber dank der sowieso vorhandenen vier offiziellen Sitzpositionen und dem Hubbett im vorderen Bereich sind auch vier Personen denkbar – aber auch sinnvoll?

Während des Stellplatzchecks bot der Malibu zwei zusätzlichen Reisemobil-Neueinsteigern ein Nachtlager. Ihre Erfahrungen sollen nicht ungehört bleiben, aber dazu später mehr. Mit seinen 6,67 Metern Länge und 227 Zentimetern Kabinenbreite zählt der Malibu I 441 LE zu den kompakteren Exemplaren unter den Integrierten. Die Kompaktheit ist unterwegs Gold wert, wie der Autor entlang der Mosel nicht zum ersten Mal feststellte. Vollintegrierten haftet für gewöhnlich der Ruf an, dass sie etwas behäbiger im Handling und nicht ganz so sportlich wirken wie ihre teilintegrierten Pendants. Der Malibu ist das Paradebeispiel, warum das nicht immer zutrifft. Auf der Autobahn erlaubt der 3,5-Tonner auf Fiat Ducato mit Werkstiefrahmen-Chassis entspanntes fahren. Auch auf den schmalen, steilen und kurvigen Straßen an den Mosel-Weinhängen wirken sich die Fahrzeugmaße inklusive dem kurzen Radstand (3,45 Meter) positiv auf die Wendigkeit aus. Jede noch so kleine Parzelle auf den Campingplätzen und enge Parklücken in den Orten entlang der Mosel ließen sich ohne viel rangieren problemlos ansteuern.

Aufgrund des nach vorn tief abgesenkten, kurzen Armaturenbretts wirkt es, als säße der Fahrer näher an der Straße, als dies sonst bei Vollintegrierten oft der Fall ist. Der frühere Fahrbahnsichtkontakt wirkt sich positiv auf das Fahrgefühl aus. Das dadurch größere Sichtfeld eröffnet auch wahre Panoramasichten – insbesondere für die Beifahrer – auf die umliegende Landschaft.

Serienmäßig ist der Malibu mit vier Sitzplätzen ausgestattet und bietet dank Hubbett im vorderen Bereich auch vier Schlafplätze – ist der kompakte Integrierte damit auch ein Fahrzeug für vier? Für einen gewissen Zeitraum auf jeden Fall. Der erste Eindruck zweier Reisemobil-Einsteiger: Der Innenraum wirkt harmonisch und geräumig. Das Fliegennetz an der Eingangstüre stellt wenigstens eine kleine Hürde für lästige Stechmücken oder Wespen dar. Gerade wenn die Tour an Gewässern vorbeiführt oder ein Wespensommer wie in diesem Jahr ansteht, ist jeder Schutz willkommen.

Trotz der fehlenden Staufächer im vorderen Wohnbereich aufgrund des Hubbetts bieten die Fächer und Schränke unter den Heckbetten ausreichend Stauraum für mehr als zwei Personen und auch das Fassungsvermögen des Kühlschranks (133 Liter) fasst Nahrungsmittel für mehrere Reisemobilisten. Der beidseitige Zugang zur geräumigen, für Fahrräder geeigneten Heckgarage stieß ebenfalls positiv hervor.

Unerwartet gut befanden die Tester den Schlafkomfort vorne im 195 mal 160 Zentimeter großen Hubbett. Zwei Schlafende haben hier ausreichend Platz, ebenso ist viel Kopffreiheit bis zum Dach gegeben. Der Aufstieg ohne Leiter, quasi über die Sitzgruppe oder den Notsitz, war dagegen etwas gewöhnungsbedürftig und könnte gerade für ältere Semester komfortabler ermöglicht werden, so der Eindruck der Einsteiger nach einigen Auf- und Abstiegen. Weniger gut: der Mangel an USB-An- schlüssen im Bereich des Hubbetts und in der Sitzgruppe. Gerade mit mehreren Personen werden ausreichend Netzanschlüsse für Mobilgeräte an den relevanten Stellen im Reisemobil immer wichtiger.

Darüber hinaus fiel nicht zum ersten Mal die etwas unglücklich platzierte Tür zum Nassraum auf. Der Gedanke dahinter ist klar, den Schlafraum/Umkleide und Wohnraum für mehr Privatsphäre trennen zu können. Bedingt durch die Öffnungsrichtung und den Umstand, dass der Bereich zwischen Nasszelle und Küche bei vier Personen noch mehr fre- quentiert wird, müssen die Insassen vom Wohnbereich immer um die Türe herumlaufen. In der Küche wurden abstehende, teilweise scharfkantige Knöpfe der Türverriegelungen angemerkt.

Fazit: Der Malibu gefiel als stimmiges Gesamtpaket – theoretisch auch für vier Personen mit wenig Platzbedarf. Zuladung und Gesamtgewicht sollten dabei aber stets im Auge behalten werden.

Update September: Überzeugender Auftritt

Zwei Camping-Einsteiger auf Wohnmobil-Tour: Wie schlägt sich unser Dauertest-Malibu bei dieser Gelegenheit? Ein Reisetagebuch (und Fotos) von Werner und Ellen Tomasi.

Update Juli: Viel unterwegs

Keine Pause für den Malibu Integrierten I 441 LE im Dauertest von Reisemobil International: In den vergangenen Wochen ging es unter anderem nach Italien, in die Schweiz und nach Frankreich.

Rund fünf Monate ist der Malibu I 441 LE nun schon im Dauertesteinsatz. Vor der Redaktion ist er indes eher selten zu finden. Denn der gleichermaßen geräumige wie handliche Integrierte – er misst deutlich unter sieben Meter und kurvt dank kurzem Radstand (3,45 Meter) fast wie ein Kastenwagen ums Eck – beweist sich stets aufs Neue als angenehmes Reisefahrzeug.

Selfie aus dem mobilen Büro: In Italien diente der I 441 LE den Redakteuren Mathias Piontek und Simon Ribnitzky zum Arbeiten.

Zunächst ging es auf Dienstreise nach Italien, genauer gesagt in die Toskana. Hier stellte sich der Malibu nicht nur dem direkten Vergleich mit seinem italienischen Wettbewerber von Laika (siehe dazu auch Vergleichstest in Ausgabe 7/2022), sondern diente auch als mobiles Büro für die Redakteure und als komfortables Ersatz-Hotelzimmer. Überzeugen konnte der Integrierte dabei aufs Neue mit seinem handlichen und unkomplizierten Fahrverhalten. Auch der gute Geräuschkomfort mit nur wenig Klappergeräuschen steht eindeutig auf der Habenseite. Gerade auf längeren Strecken ist das ein Segen.

Weniger überzeugten – auch das ist bereits ein bekanntes Phänomen – die Abflüsse von Badwaschbecken und Duschwanne. Hier sollte das Grauwasser deutlich zügiger im Abfluss und damit im Grauwassertank verschwinden. Dessen Entleerung klappt dafür ganz einfach über den gut erreichbaren Ablasshahn im großen Doppelbodenfach nahe des Eingangs, das an stabilen Scharnieren stets sicher öffnet.

Foto: Philipp Pilson

Stellplatz-Tester Philipp Pilson nutzte den I 441 LE wenig später für den Stellplatz-Check in der Westschweiz (siehe auch dazu Ausgabe 7/2022). Im Anschluss blieb er dann gleich vor Ort zum Urlaub mit der Familie. Auch für zwei Erwachsene und zwei Kinder gibt es genug Platz an Bord.

Für Ausflüge vom Stell- oder Campingplatz aus waren in der großen Heckgarage Fahrräder dabei, die sich hier sehr gut unterbringen und komfortabel ein- und ausladen lassen. Mehreren Wochenendeinsätzen – unter anderem ins französische Elsass – folgte bei Redaktionsschluss schon die nächste mehrwöchige Reise. Die bislang absolvierten rund 14.300 Kilometer absolvierte der Malibu ohne Zwischenfälle. Defekte gab es bis auf den mal zickenden Absorberkühlschrank im Gas-Modus keine.

Ein Dauertest ermöglicht auch, die derzeitige Preisentwicklung der Branche bei- spielhaft abzubilden. Im Fall des Malibu I 441 LE stieg der Grundpreis seit Testbeginn im März von 88.150 auf 92.820 Euro.

Update Mai: Voll im Einsatz

Gleich zu Beginn des Dauertests ist der Malibu I 441 LE in der Redaktion sehr gefragt – ob Ski-Reise, Mountainbike-Tour oder mobile Wohnung einer neuen Kollegin. Dabei zeigten sich Stärken, aber auch Schwächen des kompakten Integrierten.

Kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe stand dem Malibu I 441 LE im Dauertest von Reisemobil International der erste echte Härtetest bevor: mobiles Basislager für gleich vier junge Männer auf Mountainbike-Tour in den Vogesen. Fazit von Kollege Daniel Schlicke von unserem Schwestermagazin CamperVans: Vier Tage autark campen im Malibu (der Campingplatz war Anfang März noch geschlossen), das funktioniert. Zumal vier Mountainbikes ohne Probleme in die große Heckgarage passten.

Zugegeben, für eine lange Reise mit vier Erwachsenen ist der Malibu nicht gemacht. Dafür zeigt sich die Sitzgruppe doch etwas zu eng, mit steiler Rückenlehne der Sitzbank und dem kaum nutzbaren schmalen Seitensitz.

Was zu viert ebenfalls negativ auffiel: nur eine USB-Steckdose im Wohnraum (am Bett links) – und auch die ist Teil des aufpreispflichtigen Komfort-Pakets. Ein Dauerthema bei Malibu.

Ab in den Schnee: Bevor sich der Winter verabschiedet, nutzte Claus-Georg Petri den Malibu I 441 LE für eine Tour ins Pitztal. Dank gut isolierter Kabine und kräftiger Heizung kein Problem. Ski passen problemlos in die Heckgarage.
Foto: Claus-Georg Patri

Die Vorzüge eines gut isolierten Reisemobils mit Doppelboden und viel Platz im Innenraum fielen dafür umso positiver auf – nicht zuletzt im Vergleich zu den Kastenwagen, die sonst den Testalltag des Kollegen bestimmen. Zuvor war Reise- Ressortleiter Claus-Georg Petri mit dem Malibu zum Skifahren im österreichischen Pitztal unterwegs. Ihn überzeugte vor allem das sehr angenehme Fahrverhalten des kompakten Integrierten mit kurzem Radstand, zudem die moderate Geräuschkulisse während der Fahrt, ohne störende Klappergeräusche. Den gefälligen Möbelbau lobte er ebenso wie die weit öffnende Badtür, die bei Bedarf ein Raumbad ermöglicht. Praktisch etwa, um sich vor den Heckbetten stehend anzukleiden. Um das Schlafzimmer für die Nacht vom vorderen Wagenteil abzutrennen, eignet sich die Tür dagegen weniger, es sei denn, es stört die Camper nicht, vom Bett direkt in den dann offenen WC-Raum zu blicken.

Auch Petri bemängelte, dass es mit vier Urlaubern (zu) eng im Mobil und die Zuladung als 3,5-Tonner knapp wird.

Die kaum vorhandene Arbeitsfläche des Küchenblocks ließe sich mit einem um 90 Grad nach links gedreht eingebauten Dreiflamm-Kocher erweitern. Durchaus praktisch: der in den Unterschrank integrierte Mülleimer. Allerdings hätten hier auch mehrere Behälter Platz, so ließe sich Müll gleich getrennt sammeln.

Zudem störte unseren Reise-Chef das schlecht abfließende Wasser im Badwaschbecken. Ein Problem übrigens, das schon im vorangegangenen Dauertest des verwandten Carthago C-Compactline I 141 LE aufgetreten war. Ebenfalls nicht optimal: Weil das Waschbecken sehr klein ist, ist es kaum möglich, sich das Gesicht zu waschen, ohne dass Wasser auf den Boden spritzt. Ein Kompromiss, der mit der schwenkbaren Waschtischwand in Verbindung steht, die dafür eine recht großzügige Duschkabine entstehen lässt.

Bildergalerie

Infobox

Planen Sie in nächster Zeit ein Wohnmobil zu kaufen? Das Angebot an Wohnmobilen kann für Einsteiger anfangs verwirrend sein. Zu kompliziert scheint die Auswahl des richtigen Fahrzeugs, zu vielfältig die Möglichkeiten beim Wohnmobil kaufen?

Unsere XL-Anleitung zum Wohnmobil-Kauf gibt einen Überblick über die verschiedenen Wohnmobil-Typen, erklärt den Wohnmobil-Aufbau im Detail und beschäftigt sich mit der Frage, für wen mieten, kaufen oder sharen der richtige Ansatz ist und was dabei zu beachten ist.

Diese wiederum wusste unsere neue Kollegin Maike Leitholf sehr zu schätzen, für die der Malibu in den ersten Tagen nach Dienstantritt eine willkommene Übernachtungsmöglichkeit bot. Denn mit dem Job bei DoldeMedien hat es schneller geklappt, als mit einer Bleibe in der schwäbischen Landeshauptstadt – was auch ohne detaillierte Kenntnis des Stuttgarter Wohnungsmarktes nur allzu verständlich scheinen dürfte. Wie praktisch also, dass vor der Redaktion eine gut ausgestattete, rollende Zwei-Zimmer- Wohnung stand, die für die ersten Tage komfortablen Unterschlupf bereithielt.

Und die wird in den kommenden Wochen wieder fleißig unterwegs sein. Fest geplant sind zum Beispiel bereits eine Dienstreise nach Italien sowie Stellplatz- Checks in Deutschland und der Schweiz. Dabei muss der Integrierte weiter seine Praxistauglichkeit beweisen.

Neu im Dauertest: Malibu I 441 LE

Neu im Dauertest von Reisemobil International: der Malibu I 441 LE. Wodurch zeichnet sich der kompakte Integrierte mit Einzelbetten aus? Eine erste Annäherung.

Startschuss April

Vor rund zehn Jahren hat der oberschwäbische Premiumhersteller Carthago die Marke Malibu wieder aufleben lassen. Zunächst als Kastenwagen, ab 2015 auch als teil- und vollintegrierte Wohnmobile. Mit den Jahren näherte sich die Konstruktion der Malibu-Reisemobile immer stärker den Carthago-Fahrzeugen an.

Heißt konkret: Die neueste Generation Malibu verfügt über einen isolierten und beheizbaren Doppelboden sowie die carthago-typisch gerundete Verbindung von Seitenwänden zum Dach. Markanter konstruktiver Unterschied bleibt, dass die Dachinnenseite bei Malibu aus Sperrholz besteht, nicht wie bei Carthago aus Aluminium – die Malibu-Reisemobile bieten somit nicht den Schutz eines Faraday- schen Käfigs, auf den die Carthago-Stammmarke so stolz ist.

Modern und elegant zugleich: Malibu hat beim Ausbaustil einen guten Mittelweg aus Tradition und Moderne gefunden. Sehr überzeugend: die umfangreiche Beleuchtung im Fahrzeug mit zahlreichen LED-Spots und -Leisten.

Um zu überprüfen, wie gut die Malibu-Reisemobile inzwischen geworden sind, muss sich der kleinste Integrierte im Modellprogramm, der Malibu I 441 LE, ab sofort im Dauertest von Reisemobil International beweisen. Etwas mehr als 5.000 Kilometer hat das nur 6,67 Meter lange Mobil bereits absolviert. Trotz des vergleichsweise kurzen Aufbaus bietet der I 441 LE im Heck die in Deutschland besonders beliebten Einzelbetten in Längsrichtung.

Flexibel: Das Bad wird dank schwenkbarer Waschtischwand zur Dusche. Die Tür schafft bei Bedarf ein Ankleidezimmer, ist aber recht sperrig.

Um an anderer Stelle Aufbaulänge zu sparen, ist das Bad deshalb besonders variabel ausgelegt und wandelt sich mittels schwenkbarer Waschtischwand vom WC- zum Duschraum. Kühlschrank und Küchenblock stehen gegenüber des Bades auf der Beifahrerseite. Vorn formiert sich die Sitzgruppe aus L-Bank, Tisch mit Zentralfuß und drehbaren Fahrerhaussitzen, zusätzlich ergänzt durch einen sehr schmalen, ausziehbaren Seitensitz. Nicht nur hier zeigt sich eine Parallele zum Modell C-Compactline I 141 LE von Carthago.

Gesamtlänge und Grundriss der beiden Schwestermodelle gleichen sich weitgehend. Allerdings misst der Malibu 2,27 Meter in der Breite, der C- Compactline ist mit 2,12 Meter dagegen besonders schmal. Neben dem beim C- Compactline klassisch-konservativeren Ausbaustil variiert auch der Preis – wenn auch vergleichsweise moderat: Für unseren neuen Dauertester, den Malibu I 441 LE, ruft der Hersteller einen Grundpreis von 88.150 Euro auf, der Carthago C- Compactline I 141 LE startet aktuell rund 8.000 Euro darüber.

Der kurze Radstand der Fiat-Ducato-Basis macht den Integrierten sehr handlich, insbesondere beim Einparken. überzeugt mit ausgeprägter Handlichkeit. Das Heck schwenkt aufgrund des großen Hecküberhangs allerdings merklich aus.

Auffälliges Merkmal des Malibu I 441 LE: der kurze Radstand der Fiat-Ducato-Basis. Zum Einsatz kommt die Variante mit nur 345 Zentimetern Achsabstand, das entspricht dem Radstand eines 5,41-Meter-Ducato-Kastenwagens. Prompt überraschte der Malibu beim ersten Einparken auf dem Parkplatz vor der Redaktion mit seiner ausgeprägten Handlichkeit. Bei 220 Zentimetern Hecküberhang ist dennoch Achtsamkeit geboten, denn der ausladende Hintern schwenkt merklich aus.

Gemütlich: Die Sitzgruppe im I 441 LE formiert sich aus L-Bank, drehbaren Vordersitzen und schmalem Seitensitz.

Eines kann man dem kompakten Integrierten dabei attestieren: die Komfortwerte stimmen. Ob Stehhöhe, Bett- Längen oder die Grundfläche der Dusche – die Einrichtung im I 441 LE ist sehr praxisgerecht nutzbar. An der Sitzgruppe und insbesondere beim Durchgang zwischen Tisch und Beifahrersitz macht sich die im Vergleich zum C-Compactline größere Fahrzeugbreite positiv bemerkbar. Zwei zusätzliche Schlafplätze hält das ebenfalls großzügig bemessene manuelle Hubbett über dem Fahrerhaus bereit.

Auch der Waage hat unser Dauertester schon einen Besuch abgestattet (siehe Ladetabelle im Heft). Eine Masse in fahrbereitem Zustand von rund drei Tonnen bedeutet für zwei Reisende eine ausreichende Zuladung, wenn das Fahrzeug noch als 3,5-Tonner bewegt werden soll. Zu viert wird es knapp – was freilich zu erwarten war und den Malibu mit vielen seiner Konkurrenten eint.

Rundum überzeugend gleich zu Beginn: das Fahren mit dem kleinen Integrierten. Der Malibu baut auf dem Fiat Ducato der neuesten Generation mit originalem Tiefrahmenchassis auf. Lenkung und Schaltgetriebe punkten mit Leichtgängigkeit und Präzision. Das Ar- beitsgeräusch des 140-PS-Turbodiesels ist deutlich besser gedämmt als bei der bisherigen Ducato-Generation. Zum guten Geräuschkomfort trägt auch der solide Möbelbau bei, der nur auf sehr schlechten Straßen zu klappern beginnt.

Infobox

Kurz-Info Malibu I 441 LE

Maße: (L x B x H): 667 x 227 x 294 cm
Basis: Fiat Ducato mit Werkstiefrahmenchassis
Masse fahrbereit: 2.925 kg
Zulässige Gesamtmasse: 3.500 kg
Grundpreis: 88.150 €
Testwagenpreis: 100.630 €
www.malibu-carthago.com

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