> Mit dem Camper in den Norden Frankreichs

Die spektakuläre Alabasterküste entlang: 11 Stellplätze in der Normandie

14.03.2026
Bild & Text: Jutta Neumann

Magie im Norden Frankreichs: Von der normannischen Hauptstadt Rouen an die spektakuläre Alabasterküste und über die Blumenküste bis zum berühmten Mont-Saint-Michel. Es geht mit dem Wohnmobil in die Normandie - geprüfte Wohnmobil-Stellplätze inklusive.

Coup de foudre. So nennen das die Franzosen, wenn sie sich auf den ersten Blick verlieben. Genau das ist meinem Partner und mir geschehen, als wir auf der Durchreise nach Südengland (RMI 10/2024) diese unfassbar schöne Landschaft der Alabasterküste entdeckt haben. Und es war klar: Davon wollen wir mehr. Spektakuläre Kreidefelsen, malerische Häfen, mondäne Seebäder. Einmalige Sehenswürdigkeiten wie die als UNESCO-Weltkulturerbe gelistete Abtei-Insel Mont-Saint-Michel. Und natürlich ganz viel von der Landschaft inspirierte Kunst. Dazu kulinarische Spezialitäten wie Cidre, Calvados und Camembert.

Die Normandie bietet so viele Besonderheiten, dass es kaum überrascht, wie viele Reisende sie anlockt. In der Hochsaison ist also einiges los. Aber es gibt auch viel Platz. Und – wie in Frankreich üblich – auch hier eine Vielzahl an Stell- und Campingplätzen. Eine kleine Auswahl haben wir getestet. Unsere Tour führt von der normannischen Hauptstadt Rouen über Étretat an der Kreideküste bis in die Hafenstadt Le Havre. Von da weiter an der abwechslungsreichen Blumenküste entlang bis ins liebliche Hinterland des Pays d’Auge. Abschließender Höhepunkt der Tour: die Bucht von Mont-Saint-Michel am westlichsten Zipfel der Normandie.

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Das mittelalterliche Rouen wurde von der UNECSO als „Kreative Stadt“ ausgezeichnet.  Grund ist die besondere normannische Küche, die hier in der Hauptstadt auf die Spitze getrieben wird. 
Rouen ist eine Stadt der Türme: Diese hier gehören zur Église Saint-Maclou am Place Barthélémy.

Rouen: eine riesige Uhr und sehr viele Türme

Rouen hat uns auf Anhieb gefallen. Die Hafenstadt an der Seine ist gespickt mit prachtvollen bunten Fachwerkhäusern, kopfsteingepflasterten Gässchen und etlichen Türmen. Über 100 sollen es ursprünglich mal gewesen sein. Vor der Französischen Revolution. Heute sind es noch rund 30. Die markantesten und höchsten gehören zur Kathedrale Notre-Dame, deren aufwendig verzierte gotische Fassade den Künstler Claude Monet zu zahlreichen impressionistischen Werken inspiriert hat. Einige davon finden sich im besuchenswerten Musée des Beaux-Arts.

Ebenfalls sehr auffällig: die moderne Kirche am Place du Vieux Marche. Sie ist Jeanne d’Arc gewidmet, die hier 1431 auf dem Scheiterhaufen ihr Leben lassen musste. Neben der Kirche erinnert seit 2015 eine multimediale Ausstellung im Historal Jeanne d’Arc an die französische Nationalheldin. Beim weiteren Bummel durch die Fußgängerzone entdecken wir dann auch die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt: Le Gros Horloge.

Die Dicke Uhr ist das älteste Uhrwerk Frankreichs und in einem eigenen Türmchen untergebracht, dessen Renaissancebogen die nach ihm benannte Rue du Gros-Horloge überspannt und von einer astronomischen Uhr überragt wird. Der Turm lässt sich über eine kleine Treppe besteigen. Von oben eröffnet sich ein fantastischer Ausblick auf die Stadt.

Wer nach so viel Kultur und Geschichte hungrig wird, ist in Rouen bestens aufgehoben. Die Stadt wurde 2021 als erste in Frankreich von der UNESCO als „Kreative Stadt für Gastronomie“ ausgezeichnet. Es lohnt sich also, länger als nur einen Tag zu bleiben.

Für Camper gibt es zwei Möglichkeiten, sich niederzulassen. Wer auf Serviceeinrichtungen angewiesen ist, nutzt den mit Toiletten und Duschen ausgestatteten Stellplatz an der Marina. In die Altstadt geht’s mit dem Rad oder in einer guten halben Stunde zu Fuß immer an der Seine entlang. Gratis und zentraler stehen Wohnmobilisten auf dem Parkplatz auf der Seine-Insel
Île Lacroix hinter dem Schwimmbad. Service-Einrichtungen gibt es nicht, dafür ist der Weg ins Zentrum kurz.

Einsame Buchten an der Alabaster-Küste: Auch das gibt es. Der wilde Strand von Tilleul in der Bucht von Antifer ist nur zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar. Wer die Mühe auf sich nimmt, wird mit magisch in der Abendsonne leuchtenden Felsen belohnt.

Etretat, Yport und Tilleul: Hotspots an der Alabaster-Küste

Knapp 90 Kilometer weiter erreichen wir endlich das Meer, den Strand von Étretat und die bis zu 100 Meter hohen Klippen der Côte d’Albâtre. Benannt sind die hell leuchtenden Kreidefelsen nach dem weißen Alabaster, aus dem Künstler und Bildhauer Schmuck und Skulpturen entwerfen. An der Kreideküste war es das Meer, das in Jahrmillionen Jahren fantastische Tore, Felsnadeln und Höhlen geformt hat.

Wahrzeichen der Stadt ist das Felsentor Porte d’Aval. Es gilt als eines der großartigsten Naturwunder der Welt. Die Falaise d’Aval sind vom Strand aus gut zu Fuß zu erreichen. Auf den 85 Meter hohen Klippenaussichtspunkt führen ein Wanderweg und eine Treppe.

Ebenso beeindruckend: Die Klippe von Amont auf der rechten Seite der Bucht erinnert an einen Elefanten, der seinen Rüssel ins Meer taucht. Auch dort hinauf führt eine steile Treppe. Oben wartet auf einem Plateau die Kapelle Notre-Dame-de-la-Garde. Sie ist den Seeleuten und Fischern gewidmet und wurde nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut.

Naturwunder: Zwischen Étretat und Tilleul hat das Meer bizarre Felsentore geformt. 

Nur ein paar Schritte entfernt liegen hier auch die Jardins d’Étretat. Die eindrucksvolle Gartenlandschaft wurde 2016 von Landschaftsarchitekt Alexandre Grivko rund um die Villa der Schauspielerin Madame Thébault entworfen. Zu erleben ist ein faszinierender Parcours aus Pflanzenskulpturen und zeitgenössischer Kunst, die sich perfekt in die Architektur des Gartens einfügt. Auch von hier aus eröffnet sich ein traumhafter Blick über die Bucht und die Stadt mit ihren hübschen Villen und Herrenhäusern. Beim Anblick dieser grandiosen Szenerie wird sofort klar, warum Maler wie Claude Monet, Eugène Boudin oder Henri Matisse hier ihre Staffeleien aufgestellt haben.

Und auch bei uns wirkt der Coup de foudre, die Liebe auf den ersten Blick, noch. Die Stadt und die Landschaft sind so hinreißend schön, dass wir beschließen, gleich ein paar Tage zu bleiben und von hier aus die Gegend mit unseren Rädern und zu Fuß über den Küstenwanderweg GR21 zu erkunden.

Die Dorfkirche in Tilleul: Auch hier wurden Feuersteine aus den Kreidefelsen verbaut. 

Natürlich sind wir nicht die einzigen, die das Naturschauspiel fasziniert. Vor allem an den Wochenenden ist der Touristenansturm groß. Da hilft es, an Orte auszuweichen, die weniger frequentiert sind wie das hübsche Fischerdörfchen Yport in der Nachbarbucht. Wer gut zu Fuß ist, wandert über den sich immer wieder steil bergauf und bergab windenden Klippenwanderweg. Das Panorama ist einmalig. Herrlich einsam ist auch der Strand von Tilleul auf der westlichen Seite von Étretat – zumindest in den Abendstunden, wo wir einen traumhaften Sonnenuntergang genießen. Hierher kommt nur, wer bereit ist, die eineinhalb Kilometer vom Parkplatz zu laufen oder mit dem Rad hinunterzusausen.

Der Weg führt durch einen Wald und dann durch eine offenere Wiesenlandschaft, in der Kühe, Esel und Pferde grasen. Unten wartet ein Kiesel-Strand von rauer wilder Schönheit. Die Stimmung ist einmalig. Keine Eisverkäufer, kein Bootsverleih, keine Frittenbude. Nichts, was von der ursprünglichen Natur dieses Ortes ablenken könnte.

In Tilleul gibt es einen hübschen Wiesen-Stellplatz, der zu einem Grill-Imbiss an der Dorfstraße gehört. Wer sich lieber direkt in Étretat niederlassen mag, checkt am örtlichen Stellplatz ein. Der liegt relativ zentral an der Eingangsstraße. Zum Strand geht’s in 20 Minuten zu Fuß. Allerdings stehen die Autos hier dicht an dicht. Für einen Zwischenstopp passt es.

Fantastische Aussichten: Den bot nicht nur der Campingplatz Le Chant des Oiseaux in Trouville, sondern auch das Aufstelldach unseres komfortablen Bullis von Roadsurfer. Mit dem Kleinen durften wir in die vorderste Reihe. 

Saint Jouin: Zwischenstopp mit schönem Stellplatz

Auf dem Weg nach Le Havre bietet sich ein Abstecher nach Saint Jouin Bruneval an. Der Ort ging mit der kühnen Operation Biting in die Geschichte ein. Im Februar 1942 gelang es britischen Truppen in einem Kommandounternehmen, entscheidende deutsche Radar-Ausrüstung zu erbeuten. General de Gaulle hielt 1947 an diesem denkwürdigen Ort eine bedeutende Rede. Heute erinnert das Freiluftmuseum Mémorial de Bruneval an dieses historische Ereignis.

Sehr beliebt ist hier auch der breite überwachte Badestrand mit Segelschule, Bootsverleih und zwei Strandrestaurants. Eine weitere Attraktion vor allem für Familien ist die Ferme des Falaises, ein Bauernhof mit sehr vielen verschiedenen Tieren und Streichelzoo.

Der Stellplatz liegt zwischen Ort und Strand auf einer aussichtsreichen Anhöhe. Es gibt zwar keinen Strom und auch keine sanitären Einrichtungen. Dafür Meerblick und viel Platz. Allerdings sollte man gut zu Fuß sein. Zum Strand geht’s steil den Berg hinunter, ins hübsche Städtchen dafür steil bergauf.

Le Havre: Hafenstadt und Welt-kulturerbe an der Seine-Mündung

Wir fahren weiter nach Le Havre. Die Hafenstadt an der Mündung der Seine wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und nach dem Ende des Kriegs in moderner Betonarchitektur wiederaufgebaut. Seit 2005 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Nach Marseille ist Le Havre der zweitgrößte Hafen Frankreichs. Neben Frachtschiffen legen hier auch zahlreiche Fähren und Kreuzfahrtschiffe an.

Wir stellen den Camper auf dem Parkstreifen am Quai Notre Dame ab und machen uns auf den Weg zum nahe gelegenen MuMa. In dem Musée d´Art Moderne Andre Malraux wird eine faszinierende Sammlung impressionistischer Werke gezeigt. 1872 malte Claude Monet in Le Havre das Bild „Impression, soleil levant“. Dieses Gemälde gab der Stilrichtung des Impressionismus ihren Namen. In dem modernen Museumsgebäude aus Glas und Stahl werden auch zahlreiche Bilder von Eugéne Boudin gezeigt, einem der ersten Freiluftmaler und einem Vorbild Monets. Ein Besuch des MuMa ist ein großes Vergnügen. Wer sich für Malerei interessiert, sollte sich das nicht entgehen lassen.

UNESCO-Weltkulturerbe: In Le Havre bilden moderne Architektur und viel Kunst einen reizvollen Kontrast zu den mächtigen Hafen- und Industrieanlagen der Stadt an der Seine-Mündung. 

Auch sonst ist Le Havre eine inspirierende Stadt, die der Kunst viel Raum gibt. Ein Hingucker ist zum Beispiel die Skulptur Catène de Container unweit des MuMa in der Nähe des Hafens: Zwei Bögen mit 36 bunten Schiffscontainern, die 2017 zum 500-jährigen Hafenbestehen errichtet wurden und auch „Eiffelturm von Le Havre“ genannt werden. Eine interessante Stadt, für die man sich wenigstens einen Tag Zeit nehmen sollte.

Als Übernachtungsplatz würden wir den hübschen Stellplatz in Octville-sur-Mer wählen – etwa neun Kilometer vom Zentrum entfernt. Dort stehen Wohnmobilisten idyllisch, ruhiger und sicherer als auf dem abgelegenen Wohnmobilpark in den Hügeln oberhalb von Le Havre.

Impressionismus à la carte: Im alten Hafenbecken von Honfleur genießen Besucher das besondere Flair, das schon berühmte Künstler inspiriert hat, und die frischen Köstlichkeiten in einem der vielen Lokale.

Honfleur: romantische Hafenstadt und Startpunkt der Blumenküste

Das nächste Highlight wartet auf der anderen Seite der Seine-Mündung. Wir queren den stattlichen Fluss über die Pont de Normandie. Die beeindruckende, mautpflichtige Schrägseilbrücke gilt als Meisterstück der Ingenieurskunst und hat mit 856 Metern die größte Spannweite in Europa. Unser Ziel ist Honfleur, Geburtsort des Künstlers Eugéne Boudin, dem dort ein Museum gewidmet ist.

Das ehemalige Fischerstädtchen markiert den Beginn der sogenannten Blumenküste. Sie ist geprägt von Sanddünen, Salzweiden, niedrigen Klippen sowie einer ganzen Reihe von Seebädern, die bereits in der Belle Époque sehr angesagte Reiseziele waren. Honfleur gilt als einer der reizvollsten Orte an der Côte Fleurie.

Mittelalterliche Gassen mit Kopfsteinpflaster, pittoreske alte Häuser, Cafés, Feinkostläden, Galerien. In zwei alten Salzspeichern werden regelmäßig Ausstellungen mit Werken zeitgenössischer Künstler gezeigt. Eine besondere Attraktion ist die vollständig aus Holz errichtete Seemannskirche Sainte Cathérine aus dem 15. Jahrhundert. Wahrzeichen der Stadt ist das Vieux Bassin, das Hafenbecken, in dem sich die Fassaden hoher schmaler Fachwerkhäuser spiegeln. Rundherum locken zahllose Restaurants mit Köstlichkeiten aller Art: Fisch, Muscheln, Galettes, Crêpes. Das Städtchen geizt nicht mit seinen Reizen, und es ist offensichtlich, warum es so viele Menschen anlockt.

Camper stehen recht idyllisch an der Marina am Ortsrand – teilweise direkt am Wasser. In die Altstadt läuft man nur ein paar Minuten.

Schlemmen und shoppen: Das mondäne Trouville lockt nicht nur mit einem langen breiten Sandstrand, sondern auch mit vielen Geschäften und Restaurants.

Trouville/Deauville: zwischen Fischkuttern und Pariser Bohème

Trouville empfängt uns mit einer Mischung aus historischem Charme und modernem Küstenambiente. Beim Bummel über die berühmten Planches, die Holzplanken-Strand-Promenade von 1867, vorbei an den alten Villen der Belle Époque und einem endlos langen Sandstrand bekommen wir eine Ahnung davon, warum dieser Ort einst ein Treffpunkt der Pariser Bohème war. Hier trafen sich Schriftsteller und Künstler wie Duras, Monet und Flaubert. Heute liegt vor allem auch viel Konsum in der Luft. In der Altstadt gibt es Shops und Boutiquen ohne Ende. Wie gut, dass auch das Spielcasino nicht weit ist.

Hingucker in Deauville: Das 1912 erbaute Casino mit seiner imposanten und eleganten Fassade und der großen Terrasse mit Meerblick ist beliebter Treffpunkt der Schönen und Reichen.

Ein Erlebnis ist die ganzjährig geöffnete überdachte Fischhalle am Hafen. Garnelen, Austern, Jakobsmuscheln. Seit 1935 decken sich hier nicht nur die Köche der umliegenden Restaurants mit fangfrischem Fisch und Meeresfrüchten ein. Unsere Lieblingsentdeckung in Trouville: das süße Restaurant La Musette unweit der Fischhalle. Hier werden kleine Köstlichkeiten mit sehr viel Charme und zu angemessenen Preisen serviert.

Trouvilles Schwesterstädtchen Deauville ist zwar nur durch einen Fluss getrennt, hat aber eine noch schickere und elegantere Ausstrahlung. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es hier neben einem Casino auch noch eine berühmte Pferderennbahn gibt. Knapp vier Kilometer entfernt finden Camper einen ruhigen, liebevoll mit Blumenrabatten angelegten Wohnmobilstellplatz im Örtchen Touques.

Prächtige Architektur: Die hübschen Villen sind ein Markenzeichen der Blumenküste. In Blonville-Sur-Mer hat auch das Rathaus eine bemerkenswert schöne Fassade.

Blonville und Viller-sur-Mer: Landleben und Strandidylle

Wir lassen den Trubel der Hotspots hinter uns und machen nur ein paar Kilometer weiter Halt auf einem Bauernhof oberhalb von Blonville. Hier gibt es Esel, Schafe und einen kleinen Stellplatz mit traumhaftem Meerblick auf der Wiese vor dem Hof. Das Sanitärgebäude ist gefühlt aus dem vorletzten Jahrhundert. Aber es ist sauber, und es gibt warmes Wasser aus der Dusche. Was kann man mehr wollen?

Fast das Beste: Von diesem idyllischen Ort sind es nur knapp zwei Kilometer bis an den endlos langen Strand. Der Weg dorthin führt durch den Parc Naturel du Marais. Ein wunderschöner Naturpark mit riesigem Wasserreservoir für Zugvögel und Promenade. Direkt daneben ist das Paléospace, ein kleines Dino-Museum.
Auf den letzten Metern zum wunderschönen Strand passieren wir noch den Stellplatz von Villers-Sur-Mer, der Nachbargemeinde von Blonville. Der ordentlich angelegte Platz bietet durch Hecken parzellierte Stellflächen, Versorgung und macht einen guten Eindruck.

Beuvron-en-Auge: Fachwerk-Perle im malerischen Hinterland

Wir verlassen die Blumenküste und erkunden ihr malerisches Hinterland, das Pays d’Auge. Die bäuerliche Gegend ist geprägt von Apfelbäumen, Kühen und Pferden. Und: Hier werden berühmte normannische Köstlichkeiten wie Cidre, Calvados und Camembert produziert, die auf der Route de Cidre und die Route de fromage verkostet werden. Auf der 40 Kilometer langen Route de Cidre laden dazu knapp 20 lokale Produzenten ein. Jede Kelterei verarbeitet ihre eigene Mischung an Apfelsorten, weshalb der Cidre überall etwas anders schmeckt.

Uraltes Fachwerk in Beuvron-en-Auge: Das kleine Dörfchen an der Route de Cidre zählt zu den schönsten Frankreichs.

Wir haben die Cidre-Bauern Astrid und Vincent Gautier in Auvillars besucht und uns nach einer Verkostung mit Cidre, Pommeau, Apfelsaft und Apfelessig eingedeckt. Ein bisschen französisches Savoir-Vivre-Gefühl für Zuhause. Wir folgen der Apfelweinroute weiter bis zu dem Dorf Beuvron-en-Auge. Die Ortschaft wird zu den „Schönsten Dörfern Frankreichs“ gezählt, und entsprechend lebhaft ist der Andrang von Touristen. Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert prägen das Städtchen mit etwa 200 Einwohnern. Im Ort finden sich Cafés, Läden mit Spezialitäten der Gegend, Kunsthandwerk und Galerien.

Es gibt mehrere alte Herrenhäuser und eine Pferdezucht. Unseren Camper stellen wir auf dem idyllisch unter Bäumen gelegenen Wohnmobil-Stellplatz am Dorf-Rand ab. Parkgebühren fallen erst ab 18.00 Uhr an.

Ikonisches Wahrzeichen und UNESCO-Weltkulturerbe: die Bucht von Mont Saint Michel mit der berühmten Klosterinsel.

Vains: Kühe, Karamellbonbons und ein weltberühmtes Kloster

Was für ein Fundstück: Auf der Suche nach einem Mittagspausenplatz biegen wir von unserer Route zum Mont Saint Michel ab und erreichen auf einer weitläufigen Hochebene zwischen Vains und Saint-Léonard einen sehr besonderen Bauernhof. „La Ferme des Cara-Meuh“ ist ein Familienunternehmen und wird seit 1929 von Generation zu Generation weitergegeben.

Seit 2013 ist der Milchbauernhof biozertifiziert. Neben den Kühen gibt es einen mobilen Hühnerstall, den Cara-Poule, und Bayeux-Schweine. Außerdem ein Milchmuseum, eine lokale Kunstgalerie und einen kleinen Tierpark mit Hirschen. Die Milch wird vor Ort zu köstlichen Karamellbonbons, Käse, Butter, Sahne und Eis verarbeitet. Im Hofladen werden neben den eigenen auch weitere Produkte lokaler Anbieter verkauft. Wer mag, meldet sich für eine Führung an, bei der die Besucher die Produktionsstätten und Ställe besichtigen können.

Der Bauernhof ist nur einen kleinen Spaziergang vom Aussichtspunkt Le Grouin du Sud und den beiden hübschen Örtchen Saint-Léonard und Genêts entfernt. Von hier aus können Besucher mit einer geführten Wattwanderung bis zu einem der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Frankreichs laufen – der Insel-Abtei Mont-Saint-Michel.

Camper nächtigen hier gratis auf einer weitläufigen Wiese. Einzige Bedingung: Vor dem Abstellen des Fahrzeugs müssen sich Besucher im Shop anmelden. Toiletten und Picknicktische gibt es auf dem Hof. Ver- und Entsorgung ist nicht möglich.

Die ganze Tour mit Tipps und Highlights

Wer die ganze Reise lesen und nachfahren will, findet den gesamten Stellplatz-Check zur Tour auf Rügen mit weiteren Tipps und vielen Informationen in der Februar-Ausgabe von Reisemobil International

Weitere Stellplätze und Wohnmobil-Touren zum Nachfahren finden Sie auch auf www.bordatlas.de

Redaktion
Jutta Neumann
Jutta Neumann nimmt seit Oktober 2017 als begeisterte Camperin reisemobilfreundliche Routen und Stellplätze unter die Lupe.
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