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Defekte Glühkerzen? So gelingt die Reparatur preiswert

21.03.2024
Text: Karsten Kaufmann | Bild: K. Kaufmann / QualyCar

Erst springt der Motor des Campers etwas unwillig an, die Startversuche werden von Tag zu Tag schwieriger und auf den ersten Metern nervt der Camper durch unrunden Motorlauf. Zeit für eine Fehleranalyse. Nicht selten findet sich die Ursache in einer oder gleich mehrerer defekter Glühkerzen.

Es beginnt meist ganz unspektakulär. Erst springt der Motor des Campers etwas unwillig an, die Startversuche werden von Tag zu Tag etwas schwieriger. Schon jetzt sollte man hellhörig werden – und im Idealfall eine Werkstatt aufsuchen. Spätestens aber, wenn sich die Symptome verschlimmern, das Reisemobil auch auf den ersten Metern bockig durch unrunden Motorlauf nervt, wird es Zeit für eine Fehleranalyse. Denn: Solche Symptome belasten den Motor unnötig hoch. Nicht selten findet sich die Ursache in einer oder gleich mehrerer defekter Glühkerzen.

Glühkerze defekt? Das Glühkerzenprüfgerät von BGS für 69 Euro gibt Auskunft.

Glühkerzen: Aufgaben und Probleme

Deren Aufgabe ist es den Brennraum im Motor auf eine optimale Zündtemperatur vorzuheizen, denn ohne entsprechend hohe Temperaturen zeigt sich der Brennstoff Diesel extrem zündunwillig. Je kälter die Außentemperaturen, desto unmotivierter der Diesel.

Das Luft-/Dieselgemisch zündet nur unvollständig, was sich meist auch in Form einer weißblauen Rauchfahne aus dem Auspuff zeigt. Die belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch den Partikelfilter nicht unerheblich. Moderne Dieselmotoren legen bei Problemen mit der Glühkerze einen eindeutigen Fehler im Speicher ab, der selbst mit günstigen OBD-Diagnosegeräten von jedermann ausgelesen werden kann.

Der OBD-Stecker ist in jedem Fahrzeug leicht zugängig – Gerät einstecken, Fehlersuche starten, fertig. Im Display steht dann beispielsweise „Fehler P0674 Glühkerze Zylinder 3 defekt.“ Bei den meisten modernen Dieselfahrzeugen leuchtet im Fall einer eindeutig defekten Glühkerze die Motorkontrolllampe auf.

Das Ausbohren von abgebrochenen Glühkerzen gehört in die Hand fachkundiger Spezialisten.

In jedem Fall gilt: Von dem Moment an, in dem man die Glühkerzen in Verdacht hat, sollte man schnellstmöglich reagieren. Wer sein Fahrzeug weiter fährt, riskiert Folgeschäden. Dies kann ein verstopfter Rußpartikelfilter (schon nach wenigen 100 Kilometern), im schlimmsten Fall ein defekter Turbolader oder Schäden an der Kurbelwellen sein. Die reduzierte Motorleistung und der erhöhte Treibstoffverbrauch sind in dem Kontext noch die kleinsten Probleme.

Wer beim Wechsel der Glühkerzen Werkstattkosten sparen möchte, muss sehr gewissenhaft ans Werk gehen und auch entsprechend hochwertiges Werkzeug verwenden – denn wenn’s schiefläuft, brechen die Glühkerzen ab – und dann ist guter Rat teuer. Sehr teuer. Während nun so manche Werkstatt den gesamten Zylinderkopf demontiert, hat sich QualyCar in Bretzfeld darauf spezialisiert, eingerostete und abgerissene Glühkerzen, sozusagen minimalinvasiv, kostengünstig zu entfernen.

Dabei verwendet QualyCar Spezialwerkzeug, um die Glühkerzen mit einer besonderen Technik auszubohren. Das reduziert den Aufwand enorm, was dem Kunden etliche Euro einspart. Neben dem Ausbohren von Glühkerzen hat sich der Meisterbetrieb auch auf die Demontage von defekten Injektoren an Dieselmotoren spezialisiert, die meist ausgepresst werden.

Für viele betroffene Reisemobilisten mit nicht fahrbereiten Fahrzeugen dürfte ein weiterer Service interessant sein: QualyCar komnt auf Wunsch auch direkt zum Kunden nach Hause. Wadim Funk, Geschäftsführer von QualyCar: „Wir haben jeden Monat mit zahlreichen Fahrzeugen zu tun, deren Glühkerzen beim Selbstausbau kurz über dem Motorblock abgebrochen sind. Problem: Der Aluminiumzylinderkopf ist sehr schnell beschädigt. Normalerweise muss nun der komplette Motor zerlegt werden, um den entstandenen Schaden zu beheben. Mit unserem Verfahren der Glühkerzenbohrung können wir diese noch am selben Tag ausbohren. Ob Glühkerzenwechsel, Glühkerzenreparatur oder der Ersatz einzelner Glühkerzen, alles ist möglich.“

Auch festsitzende Einspritzdüsen löst QualyCar.

Wohnmobilkunden können auf dem Firmenparkplatz von QualyCar übernachten und in der Kundenecke auf ihr fertiges Fahrzeug warten. Auf dem naheliegenden Wohnmobilstellplatz finden sie zudem Stellplätze mit Strom- und Wasserzugang sowie Entsorgungsmöglichkeiten. Auch wenn Glühkerzen keinem festgelegten Wechselintervall unterliegen, empfehlen Experten diese nach 50.000 bis 60.000 Kilometern spätestens zu erneuern. Schon allein, um Folgeschäden auszuschließen. Wer häufiger und länger in Ländern mit schlechter Treibstoffqualität unterwegs ist, sollte den Wechsel noch früher ins Auge fassen.

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Redaktion
Karsten Kaufmann
Karsten Kaufmann ist seit 2007 bei der Reisemobil International und ist Experte für Praxis und Zubehör.
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