> Hochlehner: Komfortable Campingstühle

Praxistest: Neun Campingstühle mit hoher Lehne

25.05.2024
Text: Philipp Pilson | Bild: Volker Stallmann

Hochlehner spielen in der Königsklasse der Campingstühle: Luxuriöse Ausstattungen versprechen himmlischen Sitzkomfort. Doch nicht jeder Stuhl überzeugt. Neun Modelle mit hoher Lehne im großen Praxistest.

Hochlehner bilden die Speerspitze im Campingstuhl-Segment. Sie versprechen maximalen Komfort, denn im Vergleich zu gewöhnlichen Campingstühlen offerieren sie das komplette Wohlfühlprogramm in Sachen Ergonomie: Hohe, mehrstufig verstellbare Rückenlehnen – im Idealfall inklusive Kissengroße Sitzflächen und bequeme, einstellbare Armlehnen erlauben unterschiedliche Sitz- und Liegepositionen und runden das Luxusangebot noch ab. In so einem königlichen Gestühl lässt sich der Tag nach einem strapaziösen Städtetrip oder einer ambitionierten Fahrradtour ganz entspannt ausklingen.

Das Komfortplus bringt allerdings auch nennenswerte Nachteile mit sich: Die (Pack-)Maße, Gewicht und Preis liegen weit über einem Durchschnittsstuhl. Insbesondere erstere Punkte interessiert Fahrer von größeren Reisemobilen weniger, für Campingbus- und Kastenwagenfahrer spielen sie aufgrund des begrenzten Platzes an Bord eine entscheidende Rolle bei der Kaufentscheidung. Grundsätzlich gilt daher: Wer Hochlehner in die engere Kaufentscheidung mit einbezieht, will in erster Linie einen super bequemen Stuhl, ohne Kompromisse in Sachen Komfort. Und die Auswahl an attraktiven Hochlehnern am Markt ist groß. Die Redaktion hat daher Modelle verschiedener Preiskategorien sorgfältig ausgewählt.

Im Test messen sich neun Hochlehner: der Camp 4 Malaga Breeze Plus und Joplin Deluxe von Reimo, der BelSol Diva Back to nature und der HighQ Comfortable aus dem Hause Frankana, der Berger Novara von Fritz Berger, der Loke Hochlehner von Isabella sowie der Westfield Avantgarde Noblesse und der Crespo Air Deluxe, beide erhältlich bei Movera.

Außer Konkurrenz stellen wir Ihnen den Helinox Sunset Chair am Ende des Tests vor – ein Tipp für diejenigen, die es so kompakt und leicht wie möglich wollen und dafür kleine Abstriche beim Komfort machen.

Bildergalerie

So hat die Redaktion die Hochlehner gestestet

Eines vorneweg: Eine hohe Lehne macht noch keinen komfortablen Stuhl. Vielmehr muss die Rückenlehne lang genug sein, um auch den Kopf abzulegen zu können, der Neigungswinkel gut einstellbar sein und die Form zur individuellen Anatomie passen. Schmeichelt der Stoff dem Rücken oder fühlt sich irgendwas unangenehm an? Passen Sitzhöhe und Sitztiefe oder schneidet die Kante eventuell unangenehm in die Beine? Wie bequem sind die Armlehnen? Gehen Auf- und Abbau leicht von der Hand oder besteht die Gefahr, die Finger zu quetschen? Stimmen Qualität und Verarbeitung?

Einer ganzen Reihe von objektiven sowie subjektiven Fragen spürte die Redaktion in einem aufwendigen Test nach. Dabei trafen sich 15 Redaktionskolleginnen und Kollegen zum intensiven Probesitzen und vergaben in verschiedenen Kategorien Punkte. Am Ende jeder Sitzprobe kürte jeder Tester seine drei Favoriten. So konnte das Team auch ermitteln, welcher Stuhl für welche Körpergröße oder Geschlecht besonders gut infrage kommt. Denn am Ende ist Komfort auch ein subjektives Empfinden, abhängig von Körperbau und -größe oder ob man eher hart oder weich sitzt.

Testkriterien: So finden Sie den passenden Campingstuhl

Allgemein zeigt sich im Test schnell, dass höhenverstellbare Nacken- oder Kopfstützen – wie beim Camp 4 Malaga Breeze Plus – überaus praktisch sind und für jede Körpergröße ein Komfortplus bieten. Das Kissen des Westfield-Modells lässt sich gar in der Dicke regulieren. Frankana setzt wie auch Isabella bei seinem HighQ-Comfortable- Modell auf ein Kissen, das sich via Klettverschluss in der Höhe verstellen oder ganz abnehmen lässt.

Die dritte Alternative ist ein straff gepolstertes Kopfteil, zum Beispiel bei Fritz Berger, das in die Rückenlehne integriert ist und daher passen muss. Auch Form und Material der Armlehnen, haben durchaus Einfluss auf den gesamten Sitz- und Liegekomfort. Mehr Auflagefläche empfinden quasi alle Tester angenehmer als schmale (und härtere) Armlehnen, und auch ergonomisch gebogene Armlehnen – wie die von Isabella und Westfield – empfinden die Tester für Unterarm und Handgelenk angenehm.

Kommen wir zum Handling, also wie das Zu- und Aufklappen gelingt. Hierfür braucht es Know-how und Übung, um den jeweiligen Stuhl – und Hochlehner sind schon etwas sperrig – mit Leichtigkeit auf- und zuzuklappen. Die gute Nachricht: Der Großteil der Hochlehner lässt sich mit etwas Übung unkompliziert handeln. Die Testexemplare von Reimo (Joplin Deluxe) und BelSol (Frankana) lassen sich durch ihren Faltmechanismus zwar recht flott zusammenfalten, es ist aber sowohl Kraft als auch Geduld gefragt, und hin und wieder sollte der Camper seine Finger stets im Blick haben. Wie es auch einfach geht, zeigt der Crespo Air Deluxe mit seinem leichtgängigen, geschmeidigen Klappmechanismus.

Foto: jimmy Conover_unsplash

Fazit

Ganze acht Mal landete der Camp 4 Malaga Breeze Plus von Reimo mit Bestnoten im „Warenkorb“ der Kolleginnen und Kollegen, bietet daher das beste Gesamtpaket und schnappt sich verdient den Testsieg. Dicht dahinter auf den Plätzen zwei und drei folgen der Avantgarde Noblesse von Westfield und der Loke Hochlehner von Isabella. Sie überzeugen ebenfalls in puncto Komfort, müssen sich aber aufgrund anderer Faktoren knapp geschlagen gegeben. Ein toller Nebenaspekt: Der Testsieger von Reimo ist rund 50 Euro günstiger als der Zweitplatzierte – das ist ein Wort.

Infobox

Den vollständigen Praxistest der neun Hochlehner-Campingstühle mit detaillierten Testbriefen zu jedem einzelnen Campingstuhl lesen Sie in der Juni-Ausgabe von Reisemobil International.

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Philipp Pilson
Philipp Pilson ist seit Oktober 2018 bei Reisemobil International und Experte für Praxis & Zubehör, Reisen und Social-Media.
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