Schweizer Forscher haben untersucht, ob Hunde eine Art Verhaltenssucht entwickeln können. Und tatsächlich: Hunde sind den Menschen in dieser Hinsicht nicht ganz unähnlich.
Das Forschungsteam der Universität Bern um Alja Mazzini untersuchte erstmals, ob Hunde suchtähnliches Verhalten entwickeln. Die 2025 in Scientific Reports veröffentlichte Studie zeigt: Etwa ein Drittel der 105 getesteten, extrem spielmotivierten Hunde zeigte Muster, die menschlichen Verhaltensabhängigkeiten ähneln.
Geprüft wurden typische Suchtmerkmale wie übermäßiges Verlangen, Kontrollverlust und Verhaltensauffälligkeiten. In Tests wurde das Lieblingsspielzeug unerreichbar gemacht, während Futter oder soziale Interaktion angeboten wurden. 33 Hunde fixierten sich so stark auf das Spielzeug, dass sie Alternativen ignorierten. Diese Tiere zeigten eine extreme Fixierung, geringe Reaktionsfähigkeit auf andere Reize und beharrliche Versuche, an das Spielzeug zu gelangen. Manche verzichteten sogar auf frei verfügbares Futter.
Die Ähnlichkeiten sind auffällig. Besonders häufig betroffen waren Arbeitsrassen wie Border Collies oder Retriever. Was im Training erwünscht ist, kann im Alltag problematisch werden. Denn eigentlich soll Spiel Freude und Ausgleich bringen. Doch bei übersteigerter Motivation kippt der Effekt: Wird das Spielzeug entzogen, zeigen die Hunde Stresssymptome wie Unruhe, Hecheln oder Jaulen. Für Camper relevant – unterwegs ist Spielen oft eingeschränkt, was für betroffene Hunde erheblichen Stress bedeutet.
Exzessives Ballspielen kann zudem körperliche Schäden verursachen. Manche Hunde spielen trotz Überlastung weiter – ein typisches Merkmal suchtähnlichen Verhaltens. Nicht jeder spielfreudige Hund ist gefährdet. Entscheidend ist, ob er sich lösen kann und auf andere Reize reagiert. Ein gesundes Maß ist entscheidend.
Quelle: nature.com/articles/s41598-025-18636-0