> Hund im Wohnmobil

So muss der Hund während der Fahrt gesichert werden

08.09.2026
Text: Andreas Güldenfuß | Bild: Pexels; Andreas Güldenfuß

Darf der Hund im Wohnmobil während der Fahrt frei herumlaufen? Braucht er eine Hundebox oder einen Sicherheitsgurt? Die Rechtslage ist eindeutig: Hunde müssen während der Fahrt so gesichert sein, dass sie bei einer Vollbremsung oder einem Manöver nicht zur Gefahr für die Insassen werden.

Grundlage für den Hundetransport im Wohnmobil sind vor allem § 22 und § 23 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO). Nach § 22 StVO muss Ladung so verstaut und gesichert sein, dass sie selbst bei einer Vollbremsung oder einer plötzlichen Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen oder herabfallen kann. § 23 StVO verpflichtet den Fahrer außerdem dazu, dafür zu sorgen, dass Tiere und Ladung die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen.

Für Reisemobilisten bedeutet das: Ein Hund darf während der Fahrt nicht einfach ungesichert im Wohnmobil herumlaufen. Er muss so untergebracht beziehungsweise gesichert sein, dass er bei einem Unfall oder einer starken Bremsung weder selbst noch die anderen Fahrzeuginsassen gefährdet. Das gilt auch dann, wenn der Hund normalerweise zuverlässig auf seiner Decke liegt.

Welche Strafe droht, wenn der Hund nicht gesichert ist?

Wer Ladung nicht ausreichend sichert, muss bei einem normalen Kraftfahrzeug mit einem Regelsatz von 35 Euro rechnen. Wird dadurch jemand gefährdet, sind 60 Euro und ein Punkt in Flensburg vorgesehen. Kommt es zu einem Unfall mit Sachbeschädigung, beträgt der Regelsatz 75 Euro und ebenfalls einen Punkt. Die Beträge sind dabei Regelsätze für typische Fälle. Je nach konkretem Sachverhalt können weitere Vorschriften eine Rolle spielen.

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Warum ein ungesicherter Hund im Camper gefährlich ist

Jetzt muss man seinen Hund natürlich nicht mit einem Ratschengurt auf dem Boden festspannen oder an einer Seitenwand des Wohnmobils festzurren. Man sollte sich aber bewusst machen, welche Kräfte bei einem Unfall entstehen.

Ein 40 Kilogramm schwerer Labrador wird bei einer starken Bremsung oder einem Aufprall zu einem erheblichen Geschoss. Je höher die Geschwindigkeit, desto größer die Bewegungsenergie. Bei 50 km/h kann ein ungesicherter Hund deshalb nicht nur selbst schwer verletzt werden, sondern auch die Menschen im Fahrzeug gefährden. Darauf zu vertrauen, dass der Vierbeiner „immer auf seiner Decke hinter dem Fahrersitz liegt“, reicht deshalb nicht aus.

Das gilt übrigens nicht nur für das Wohnmobil. Auch im Wohnwagen muss darauf geachtet werden, dass sich während der Fahrt keine Personen oder Tiere im dafür nicht zugelassenen Wohnbereich aufhalten. Der Hund gehört während der Fahrt ins Zugfahrzeug und muss dort entsprechend gesichert werden.

Die Faltbox hinter dem Fahrersitz ist perfekt für kleinere Fahrzeuge, wie Campingbusse oder Vans. In Italien wäre es so allerdings nicht erlaubt, da jeder Hund eine eigene Box braucht.
Foto: Andreas Güldenfuß

Hundebox im Wohnmobil: sicher und praktisch

Im großen Reisemobil mit Heckgarage ist es prinzipiell kein Problem, eine Hundebox einzubauen. Je nach Fahrzeug und Hund kann eine Standardbox ausreichen oder eine individuell angefertigte Lösung sinnvoll sein. Der Nachteil: Die Heckgarage ist danach meist zumindest teilweise belegt. Platz für Fahrräder, E-Bikes oder anderes Sportgerät gibt es dann nur noch eingeschränkt. Gerade für Familien mit Kindern ist dieser Stauraum häufig wertvoll. Schließlich wird die Hundebox theoretisch nur während der Fahrt benötigt – am Urlaubsort wäre der Platz eigentlich wieder frei.

Eine andere Möglichkeit ist deshalb eine Hundebox im Innenraum des Wohnmobils. Sie sollte so positioniert und befestigt werden, dass sie bei einer Vollbremsung oder einem Ausweichmanöver nicht verrutschen kann. Eine Box im Gang kann grundsätzlich praktisch sein, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Sie versperrt häufig den Zugang zu Toilette, Kühlschrank oder anderen Staufächern. Gleichzeitig erinnert sie die Mitreisenden ganz unfreiwillig daran, dass auch sie während der Fahrt nicht ungesichert durch das Fahrzeug laufen sollten.

Spezielle Geschirre für die Sicherung am Gurt gibt es im Fachhandel – das ist keins. Aber besser als keine Sicherung.
Foto: Andreas Güldenfuß

Hund im Wohnmobil anschnallen: Ist ein Sicherheitsgeschirr eine Alternative?

Auch ein Hundegurt beziehungsweise Sicherheitsgeschirr kann eine geeignete Möglichkeit sein, wenn der Hund auf einem dafür geeigneten Sitzplatz transportiert wird. Wichtig ist dabei, nicht einfach irgendeine Leine oder einen normalen Gurt am Fahrzeug zu befestigen. Entscheidend sind ein geeignetes Rückhaltesystem, ein passendes Geschirr und eine ausreichend stabile Befestigung.

Bei der Auswahl sollte deshalb auf die Belastbarkeit des gesamten Systems geachtet werden – also nicht nur auf das Geschirr, sondern auch auf Gurt, Karabiner und Befestigungspunkt. Gerade bei Wohnmobilen ist das ein Thema, weil die Sitzbänke und Befestigungsmöglichkeiten je nach Fahrzeug sehr unterschiedlich konstruiert sind.

Meine bevorzugte Variante für den Hundetransport im Wohnmobil ist eine faltbare Hundetransportbox hinter dem Fahrersitz.

Richtig dimensioniert, bietet sie dem Hund während der Fahrt einen geschützten Platz. Entscheidend ist, dass die Box selbst sicher gegen Verrutschen befestigt wird. Ein geeigneter, ausreichend belastbarer Befestigungspunkt ist dafür wichtiger als irgendein improvisierter Spanngurt. Hat die Box die richtige Größe beziehungsweise einen geeigneten Aufbau, kann der Hund darin sogar bequem aufrecht sitzen. Gleichzeitig bleibt der Vierbeiner in meiner Nähe. Bei einer Pause kann man zur Ablenkung oder Beruhigung nach hinten greifen und den Hund kurz kraulen.

Am Urlaubsort hat die Lösung einen weiteren Vorteil: Die Box kann als Rückzugsort vor dem Camper stehen. Bei der Weiterfahrt wird sie wieder zusammengefaltet und platzsparend verstaut.

Fazit: Hund im Wohnmobil immer sichern

Wer mit dem Hund im Wohnmobil unterwegs ist, sollte sich nicht fragen, ob der Hund gesichert werden muss, sondern welche Sicherung für Hund und Fahrzeug am besten geeignet ist.

Eine stabile Hundebox, ein geeignetes Rückhaltesystem mit Sicherheitsgeschirr oder eine andere fachgerecht befestigte Lösung können dafür infrage kommen. Entscheidend ist immer, dass der Hund bei einer Vollbremsung oder einem plötzlichen Ausweichmanöver nicht unkontrolliert durch den Innenraum geschleudert werden kann. Und noch wichtiger: Die Sicherung muss zum konkreten Fahrzeug, zum Hund und zur verwendeten Befestigung passen.

Wer mit dem Wohnmobil ins Ausland fährt, sollte außerdem die jeweiligen nationalen Vorschriften prüfen. Die Regeln können sich von der deutschen Rechtslage unterscheiden. In Italien etwa enthält die Straßenverkehrsordnung konkrete Vorgaben für den Transport von Tieren; bei mehreren Tieren gelten besondere Anforderungen an Käfige, Behälter oder eine Trennung vom Fahrerbereich. In Spanien verlangt die zuständige Verkehrsbehörde unter anderem, dass Tiere so gesichert werden, dass sie den Fahrer nicht beeinträchtigen; empfohlen werden zusätzlich geeignete Rückhaltesysteme.

Wer seinen Hund im Wohnmobil sicher transportiert, schützt damit nicht nur den Geldbeutel vor einem Bußgeld, sondern vor allem den Hund und die Menschen an Bord.

Redaktion
Andreas Güldenfuß
Der kreative Schwabe testet und bewertet kompakte Campingbusse und Campervans.
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