> Campingplätze für Vierbeiner

Das Hunde-Campingparadies: 5 Camps auf Fehmarn

20.09.2026
Bild & Text: Raymond Eckl

Auf Fehmarn haben sich alle Campingplätze lieb und nennen sich gemeinsam Campingparadies. Aber wie lieb haben die Campingplätze denn Hunde? Eine Ortsrecherche muss es zeigen.

Ich heiße Balou. Australian-Shepherd-Mischling, Profi-Schnüffler, Teilzeit-Möwenverscheucher und Vollzeit-Campingplatztester.

Neulich wurde ich auf die Insel Fehmarn geschickt. Offiziell natürlich „Familienurlaub“. Inoffiziell war klar: Ich sollte herausfinden, welche Campingplätze wirklich hundetauglich sind. Eine verantwortungsvolle Aufgabe. Schließlich kann nicht jeder beurteilen, wie wichtig kurze Wege zum Gassi-Gras, freundliche Brötchengeber und strategisch platzierte Würstchendüfte sind.

Basislager: Strandcamping Wallnau
Schon bei der Ankunft am Strandcamping an der Westküste Fehmarns wusste ich: Das hier ist mein Revier. Überall Wiesen, salzige Meeresluft und ein Wind, der mindestens achtundvierzig verschiedene Gerüche gleichzeitig transportierte. Fisch. Algen. Grillgut. Ein verschwitzter Dackel aus Dortmund. Herrlich.

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Meine Menschen wollten nach zehn Stunden Fahrt natürlich zuerst den Caravan am Stellplatz aufbauen. Ich hingegen hielt es für wichtiger, sofort die Umgebung zu kontrollieren. Sicherheit geht vor. Also zog ich Frauchen quer über den Platz, direkt bis zum Deich. Dort traf ich einen Golden Retriever namens Olaf, der behauptete, er habe einen halben Fischkutter leergefressen. Ich glaube ihm bis heute nicht.

Am anderen Ende des Platzes wohnten Alpakas. Die sind lustig und hatten keine Angst vor mir – sie waren eher neugierig und hatten einen coolen Friseur. Die Adresse brauche ich noch. Neben ihrer Weide ist meine Hundewiese – eingezäunt, mit superweichem Boden. Frauchen konnte den Ball gar nicht weit genug werfen.

Besonders gut gefiel mir in Wallnau die entspannte Stimmung. Niemand störte sich daran, wenn ich mich nach dem Baden energisch neben frisch gewaschenen Handtücher schüttelte. Das nenne ich Gastfreundschaft.

Das neue Kurhaus auf dem Strandcamping Wallnau ist toll für Menschen, aber Hunde lieben die große Hundewiese und die drolligen Alpakas mit der coolen Frisur und auch die tollen Duschen.
Grundsätzlich sind Hunde auf ganz Fehmarn gern gesehene Gäste, aber sie müssen sich an Regeln halten.

An den Waschhäusern gibt es jeweils eine Hundedusche im Freien und außerdem sind überall Beutelspender fürs große Geschäft aufgestellt.

Mit einem großen gelben Bus erkundeten wir die Insel. Ich hatte im Heck einen Spezialplatz, hier stehen bei Gruppen sonst Kinderwagen oder Rollstühle. Ich hatte den Platz im Schulbus von Martin Krüger für mich alleine – und Schüler fährt der eh nie.

Weiter zu Ahoi Camping
„Ahoi“ fand ich schon als Wort sympathisch. Klingt nach Abenteuer und Fischbrötchen. Da gibt es aber auch Ahoi-Brause, da durfte ich nicht rein, denn das waren die Duschkabinen für die Menschen. Hier begegnete ich auffallend vielen sportlichen Menschen.

Am Krummsteert-Sulsdorfer Wiek gibt es viele Schafe, einen tollen Leuchtturm und die Filmkulisse von „Nord bei Nordwest“.

Stand-up-Paddler, Windsurfer und diese seltsamen Zweibeiner, die freiwillig in Neoprenanzügen herumlaufen und sich von Drachen übers Wasser und durch die Luft ziehen lassen. Ich beobachtete das kritisch, aber der Wind aus Nordost war der Hammer. Der Platz ist nicht wirklich hundefreundlich. Es gibt kaum Bäume, aber viele Wege zum Schnüffeln und genug andere Vierbeiner für fachliche Gespräche. Ich lernte dort eine Französische Bulldogge kennen, die auf den Namen Günther hörte und panische Angst vor Möwen hatte. Verständlich. Die Viecher sehen aus, als würden sie dir im Schlaf die Leberwurst klauen.

Das Ahoi-Camp ganz im Norden der Insel ist zwar etwas baumlos, was das Gassigehen doch erschwert, aber es ist eine echt coole Destination für Surfer, denn hier ist immer Wind.

Der Platz ist so richtig cool für Vanlifer, die gern abhängen, nette Leute kennenlernen und sich um ihren Sport kümmern, aber auch gern einen leckeren Drink in der Bar schlürfen. Ich bekam eine Schüssel Wasser und weiter ging es mit dem Bus in den Süden.

An der Strandbar vom Camping Miramar werden auch Hunde bedient, die müssen aber Kärntnerisch verstehen.

Dann kam Camping Miramar
Miramar hatte Stil. Fast ein bisschen luxuriös für einen bodenständigen Hund wie mich. Hier roch alles nach Urlaub: Sonnencreme, frischer Kaffee und dieser leicht chaotische Duft von Familien, die seit drei Tagen in zu kleinen Wohnwagen zusammenleben. Ich fühlte mich sofort wohl. Das Beste war der Strand. Weitläufig, windig und perfekt zum Rennen. Ich entwickelte dort eine neue Sportart: „Möwe oder Frisbee?“ Die Regeln sind einfach. Man rennt los und merkt erst unterwegs, ob das Zielobjekt empört kreischt oder zurückgeworfen wird.

Leider verlor ich in Miramar kurzfristig meine Würde, als ich begeistert in eine flache Wasserstelle sprang, die sich als Schlickloch herausstellte. Meine Menschen behaupten bis heute, ich hätte gerochen wie ein vergessener Hafen.

Platzchef Jens Klahn schickte mich gleich zum großen Waschhaus, denn dort gibt es eine prima Hundedusche. Danach ging es an die Strandbar mit einem Kellner aus Kärnten, der passt super hierher.

Der Campingplatz Wulfener Hals hat in den letzten Jahren seinen Strandbereich ordentlich gegen Sturm gesichert.

Nächster Test: Camping Wulfener Hals
Am nächsten Tag wurde groß aufgefahren. Wieder ging es mit dem gelben Bus über die schmalen Straßen Fehmarns zu einem Testkandidaten. Der Wulfener Hals ist ein riesiger Platz, viele Menschen, viel Action. Ich hatte das Gefühl, halb Europa sei dort unterwegs. Hunde aller Größenklassen trafen sich auf den Wegen. Ein Chihuahua bellte mich an, als wolle er persönlich die Insel verteidigen. Ich respektiere so viel Mut in so wenig Körpermasse.

Wulfener Hals war für mich wie ein Freizeitpark. Überall passierte etwas. Besitzer Malte Richey wollte uns unbedingt das ganze Areal und sein neues Hotel präsentieren, so dass wir komfortabel im Golfcar über die Wege zu allen Campingplatzbereichen fuhren. Dort gibt es Parzellen mit eigenem Sanitärhaus. Aber auch viele Fahrräder, Kinder, Wassersport, Restaurants – und ständig fiel irgendwo Essen herunter. Als professioneller Bodenreiniger war ich entsprechend ausgelastet. Damit der Speck wegkommt, gibt es hier eine prima Hundewiese mit Agility-Parcours. Aber auch sonst sind die Möglichkeiten für Auslauf am Wulfener Hals gigantisch. Nur mit dem Wasser wird es schwieriger, denn am Hauptstrand sind Hunde nicht erlaubt. Lediglich am Naturstrand im Westen haben Hunde Zugang, der ist dafür aber wirklich sehr weitläufig. Das Ungewöhnlichste, was Malte aber anbietet, ist eine kostenlose Hundeschule in der Hauptsaison. Aber zum Glück bin ich schon raus aus der Schule.

Spaß für Hund und Mensch bietet das Soccer-Golf in Burg. Hier werden die Parcours mit Fußbällen bewältigt.

Zum Schluss: Camping Klausdorfer Strand
Das war mein persönlicher Wohlfühlort. Etwas ruhiger, gemütlich und perfekt für lange Spaziergänge entlang der Steilküste. Hier konnte man einfach Hund sein. Kein Stress, keine Hektik. Nur Wind, Meer und jede Menge spannende Spuren im Sand. Jörn-Henning Kohlhoff betreibt den Platz in dritter Generation und zeigte uns mit der Tochter den Platz. Sie hatte hier eigentlich das Sagen – mit 10.

Hier gibt es ein riesiges Spielhaus, einen Zuckerwattenautomaten, ganz viele Spielplätze und auch eine automatische Hundedusche. Da weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Es gibt verschiedene Shampoos, eine sanfte Brause und einen Fön. Das Blöde ist, das ich nicht abhauen kann und ich auch mein Frauchen nicht wirklich richtig nass spritzen kann.

Ich lief dort mit Frauchen dann noch zur riesigen Hundewiese mit Agilitypark und dann unter der Steilküste am Wasser entlang. Da entdeckte ich Dinge, die Menschen niemals wahrnehmen würden: den nächtlichen Besuch eines Igels, die Fährte eines Kaninchens und ein verdächtiges Salamibrot hinter einem Strandkorb, während über mir die Möwen kreisten und irgendwo ein Grill brutzelte. Meine Menschen sagten: „Balou sieht glücklich aus.“

Die Dogwash-Station am Camping Klausdorfer Strand ist eine tolle Einrichtung, aber nur, wenn man Wasser mag.

Natürlich sehe ich glücklich aus. Ich hatte fünf Campingplätze getestet, zwölf neue Hundefreunde gewonnen, drei Würstchen erbeutet und exakt null Mal gebadet werden wollen. Mission erfüllt.

Fehmarn ist Deutschlands drittgrößte Insel und über die Fehmarnsundbrücke mit dem Festland verbunden.
CampingAdresseStellplätzeE-MailWebsite
Strandcamping WallnauWallnau 1, 23769 Fehmarn263 Touristen + 500 Dauer / 90-125m²wallnau@strandcamping.destrandcamping.de
Ahoi Camp FehmarnAltenteil 21, 23769 Fehmarn250 Touristen + 130 Dauer / 70-110 m²moin@ahoi-camps.deahoi-camp-fehmarn.de
Camping MiramarFehmarnsund 70, 23769 Fehmarn275 Touristen + 300 Dauer / 75-200 m²info@camping-miramar.decamping-miramar.de
Camping- und Ferienpark Wulfener HalsWulfener-Hals-Weg 100, 23769 Fehmarn399 Touristen + 254 Dauer / 95-150 m²info@wulfenerhals.dewulfenerhals.de
Camping Klausdorfer StrandKlausdorfer Strandweg 100, 23769 Fehmarn240 Touristen + 250 Dauer / 80-240 m²info@camping-klausdorferstrand.decamping-klausdorferstrand.de
Die Hälfte der Einwohner Fehmarns wohnt im Hauptort Burg mit der netten Hauptstraße und der berühmten Doppeleiche.

Fehmarn – Insel zwischen Meer, Weite und Tourismus

Die Ostseeinsel Fehmarn besitzt eine besondere Stellung unter den deutschen Ferienregionen. Sie ist weder mondäner Kurort noch reine Naturinsel, weder ausschließlich Rückzugsraum noch bloß touristische Bühne. Vielmehr vereint Fehmarn auf bemerkenswerte Weise landwirtschaftliche Tradition, maritime Kultur und modernen Tourismus. Mit einer Fläche von rund 185 Quadratkilometern ist Fehmarn nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands. Die Küstenlinie umfasst mehr als 75 km. Etwas mehr als 13.000 Menschen leben dauerhaft auf der Insel. Der Tourismus ist seit vielen Jahrzehnten der zentrale wirtschaftliche Faktor Fehmarns. Bemerkenswert sind dabei die hohe Dichte und Qualität der Campinganlagen. Fast 50 Prozent der drei Millionen Übernachtungen finden hier auf einem Campingplatz statt.

In diesem Zusammenhang kommt dem Zusammenschluss „Campingparadies Fehmarn“ eine besondere Bedeutung zu. In diesem Verbund präsentieren sich fast alle Campingplätze der Insel gemeinsam und verdeutlichen damit, wie stark Camping inzwischen Teil der touristischen Gesamtmarke Fehmarns geworden ist. So bleibt Fehmarn nicht nur ein Ferienziel, sondern ein Ort, an dem sich Landschaft und Tourismus über Jahrzehnte gegenseitig geprägt haben – und an dem Camping längst Teil der kulturellen Identität geworden ist.

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