Dimitri Filbert ist der Alleskönner hinter den Kulissen des Circus-Theaters Roncalli: Gemeinsam mit seinem 10-köpfigen Team kümmert er sich um die legendären Wohnwagen aus der Sammlung von Bernhard Paul – und um vieles mehr.
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Machen Sie mit beim Gewinnspiel von Reisemobil International und sichern Sie sich Ihre Chance auf Eintrittskarten zur großen Jubiläumsshow des Circus-Theater Roncalli am 15. April um 19.30 Uhr in Köln.
Arbeitslos werden wir nie“, sagt Dimitri und lacht. Nach einer Stunde Rundgang über das weitläufige Gelände des Kölner Winterquartiers wissen wir, wie er das meint: So lange der Name Roncalli lebt, wird es für ihn immer etwas zu tun geben. Dimitris Mega-Job: Er ist verantwortlich für die Instandhaltung der gesamten Ausrüstung von Deutschlands berühmtestem Zirkus. Ein reisendes Dorf mit mehr als 100 Menschen. Sie wohnen in 80 historischen Wagen aus der Sammlung von Roncalli-Gründer Bernhard Paul. Hier, im Circus-Roncalli-Weg 7 im Stadtteil Mülheim, befinden sich die Werkstätten für das gesamte Equipment des Zirkus. Dimitri kümmert sich praktisch um alle Gerätschaften, repariert mit seinem Team alles von der Glühbirne bis zur Glasscheibe. Eine ist gesprungen. Keine normale Scheibe wohlgemerkt, sondern eine mit wertvoller Verzierung. „Wir fertigen ein neues Glas exakt nach, damit es wieder genauso aussieht wie original. Da braucht man alte Handwerkstechniken, Ätzen und Gravieren. Das beherrscht heute kaum noch jemand.“
Dimitri gestaltet auch Deko-Artikel und die kunstvoll mit echtem Blattgold belegten Buchstaben, die auf den Wagen an der Seite den Namen „RONCALLI“ erstrahlen lassen. Selbst aufwendige Restaurierungen historischer Fahrzeuge gehören zu seinem Aufgabengebiet. Wie im Fall des imposanten Fahrzeugs mit der Aufschrift „Bürowagen“, das plötzlich in der Montagehalle vor uns steht. „Dieser Wagen hat quasi die gleiche Funktion wie beim Hotel die Rezeption“, sagt Dimitri, „es ist der Sitz unseres Tourneeleiters. Die Eichenholzstruktur des Aufbaus hat durch Feuchtigkeit stark gelitten, vor allem an den Ecken. Wir haben mit sehr viel Aufwand die beschädigten Hölzer erneuert.“ Auf dem Handy zeigt er ein Bild von den völlig vergammelten Abschnitten, während eine Kollegin mit dem Pinsel den Lack aufträgt. „Jetzt kann er bald wieder auf die Straße.“ Tatsächlich steht der Wagen wieder da wie am ersten Tag.
Wir folgen Dimitri durch die verschiedenen Hallen, in denen der Zirkusbetrieb die vielfältigsten Arbeiten durchführen kann. Bernhard Paul sei es von Beginn an wichtig gewesen, alles an einem Ort zu haben. So sei der Zirkus unabhängig. Es gibt eine Elektrowerkstatt, eine Lackiererei und natürlich auch eine Schlosserei und eine Schreinerei. Auf unserem Weg steigt ein ganz besonderes Potpourri in die Nase. Wir riechen Lacke, Metallspäne und Holz. Zwischen jahrzehntealten Maschinen in der Schlosserei („Die halten noch ewig!“) taucht etwas unvermittelt eine moderne CNC-Fräse, nebst 3-D-Plotter und -Drucker auf. Kommentar: „Nostalgie hin und her, wir müssen auch schnell und wirtschaftlich arbeiten.“ Über dem Arbeitsbereich in der Deko-Abteilung wiederum, mit unzähligen bunten Farbflaschen, Silikonformen und Kleinteilen, prangt ein Einstein-Zitat: „Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen, der ihn benutzt aus?“ Punkt für Albert. Bis heute kommt Zirkus-Chef Bernhard Paul regelmäßig in die Werkstatt, fragt und schaut, was dort gerade passiert. Dimitri: „Nicht um uns zu kontrollieren. Sondern weil er am liebsten selbst mitarbeiten würde. Er war ja ursprünglich Designer und liebt dieses Handwerkliche.“ Zirkuskunst sei schon von Kind auf seine Leidenschaft gewesen: „Bernhard Paul ist ein großer Sammler und Gestalter. Er kauft bis heute immer wieder neue Wagen. Aber inzwischen kommen die Dinge auch zu ihm, ohne dass er suchen muss.“
Die Roncalli-Saga beginnt im Jahr 1975. Der junge Bernhard Paul lebt und arbeitet in Wien als Art Director bei einem Nachrichtenmagazin. Doch er besinnt sich auf seinen Jugendtraum, er will Zirkusdirektor werden. Schließlich kündigt er seinen gut bezahlten Job und gründet in Wien den Circus Roncalli. Ein ausrangierter alter Zirkuswohnwagen bildet die Basis. In der Anfangsphase stößt André Heller zu dem Projekt. Am 18. Mai 1976 feiert Roncalli mit dem Programm „Die größte Poesie des Universums“ seine Welturaufführung beim „Bonner Sommer“. „Was Woodstock für die 70er-Jahre war, könnte Circus Roncalli für unser Jahrzehnt werden“, schreibt später der „Stern“. Nach einem Streit verlässt André Heller das Projekt.
Die ersten Jahre sind extrem hart. Erst 1980 kann Paul durchstarten. In Köln heißt es Manege frei für „Die Reise zum Regenbogen“. Der Schweizer Kabarettist Emil Steinberger ist Pate des großen Erfolges. Er leiht Bernhard Paul Geld und ist mitverantwortlich für die Regie. Die Pantomimen „Pic und Pello“ werden zu Publikumslieblingen. In den Folgejahren expandiert Roncalli, kann sich vor Besuchern kaum retten. 1984 etwa gastiert der Circus vier Monate am Berliner Funkturm – 350.000 Besucher! Doch Paul ruht sich nie aus auf seinem Erfolg. Er erfindet seinen Zirkus immer wieder neu. Setzt auf moderne Techniken wie Hologramme, stellt sich der Kritik an Tiernummern und lässt diese 2018 schließlich ganz fallen. Seitdem heißt der Zirkus „Circus-Theater“ und ist komplett tierfrei. Beispiele, die zeigen, warum Bernhard Paul als Erneuerer der Zirkuskunst gilt.
Aber jetzt wollen wir als Reisemobil-Fachleute natürlich wissen: Wie wohnt es sich denn in den nostalgischen Zirkuswagen? „Die Menschen wohnen mit moderner Technik in alten Wagen. Quasi innen modern und außen Roncalli. Das ist Wohnen auf engstem Raum, ohne viel Luxus. Viele Wagen sind in Abteile unterteilt. Die haben fünf Kabinen, wie Kajüten auf einem Kreuzfahrtschiff. Da schaffen wir überall Stauraum, mit Schubladen und Schränken, suchen individuelle Lösungen für die Technik. Trotzdem passt selbst in den 9-Meter-Wagen unseres berühmten Weißclowns Gensi nicht alles rein. Aber er hat eine schöne Küche, denn er kocht halt gerne.“ Im Familienwagen sind schon Generationen von Kindern aufgewachsen. Wir erblicken ein relativ großes Wohnzimmer in der Fahrzeugmitte. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich das turbulente Zirkusleben der Bewohner auszumalen.
Unser Besuch ist fast vorüber. Das Zirkusteam ist im Stress. Nur noch wenige Tage, dann beginnt die große Jubiläums-Tournee. Reisemobil International darf 10 Karten verlosen (s. Kasten) für die Vorstellung in Köln. Wir müssen uns sputen, wollen Dimitri nicht von der Arbeit abhalten. Aber den berühmten Café-Wagen wollen wir unbedingt noch von innen sehen, das „Café des Artistes“. „Es ist ein Begegnungsort, für den man keine Eintrittskarte braucht“, erklärt Dimitri. „Hier kommen die Menschen her, wenn sie einfach ein bisschen Zirkus-Ambiente genießen wollen.“
Die Tür öffnet sich und wir erblicken eine wunderbare Inneneinrichtung aus altem Holz und Leder. Das Mobiliar entstammt teilweise der Pariser Metro um 1900, mit schmuckvollen Lampen und Vitrinen. Kein Wunder, dass hier bis heute der Lieblingsplatz von Bernhard Paul ist, wenn er nach der Vorstellung langsam zur Ruhe kommt. In diesem Wagen aus dem Jahr 1923 empfing er schon Showgrößen wie Caterina Valente, David Copperfield, Jean-Paul Bemondo, Andy Warhol, Sting und Udo Lindenberg. Schwarz-Weiß-Fotos an der Wand zeigen die Stars mit strahlenden Gesichtern. Ein schnelles Selfie noch, dann spuckt uns die Traumfabrik hinter dem großen Eingangstor im Circus-Roncalli-Weg 7 wieder aus. Staunend, mit einem Lächeln und ein bisschen verzaubert. Der Alltag hat uns wieder.
So geht’s: Einfach das untenstehende Formular ausfüllen, die Gewinnfrage richtig beantworten und absenden. Die Teilnahme am Gewinnspiel ist ausschließlich über dieses Formular möglich.
Veranstaltung: 15. April um 19.30 Uhr in Köln
Teilnahmeschluss: 30.03.2026 Die Gewinner werden im Anschluss per E-Mail benachrichtigt.
Viel Glück!
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, es besteht kein Anspruch auf die Auszahlung des entsprechenden finanziellen Gegenwertes. Der Gewinn wird unter allen Teilnehmern ausgelost. Der Gewinner wird schriftlich E-Mail benachrichtigt. Die von Ihnen angegebenen Daten werden ausschließlich zum Zwecke des Gewinns verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.