Camping ist für Kinder das Größte. Dafür braucht es aber auch den passenden Caravan. Jeder Hersteller bietet Modelle mit Etagenbett – hier eine Übersicht zu den komfortablen.
Wohnwagen für Familien sind bei vielen Herstellern oft die Bestseller. Hobby hat erst jüngst gemeldet, dass sein Familiengrundriss mit Zusatzbett an der Decke der meistgebaute Grundriss 2025 im Werk in Fockbeck gewesen sei. Wen wundert es, denn Camping ist schon immer Familiensache, und so waren Wohnwagen mit möglichst vielen Schlafplätzen von Anfang an Programm.
Der klassische Grundriss für Familien hat heute ein bequemes Doppelbett für die Eltern, Etagenbetten für die Kinder, das kann zwei- oder dreistöckig sein, und eine Sitzgruppe für mindestens vier Personen. Fast alle Hersteller kennzeichnen diese speziellen Kindergrundrisse mit einem „K“ in der Modellbezeichnung und haben oft die unterschiedlichsten Varianten im Programm – passend zu fast jedem Wunsch der Kundschaft in Sachen Größe, Preis und Gewicht.
Hinweis: Einige Modelle in dieser Übersicht werden 2026/2027 nicht mehr produziert und sind nur noch gebraucht zu bekommen. Ein entsprechender Hinweis ist vermerkt.
Die Etagenbetten befinden sich entweder quer im Heck, seltener im Bug oder oft längs auf der Seite. Seltener sind Grundrisse mit Kinderbetten über Eck oder mit einer mittigen Anordnung. Einige Grundriss-Variante kombinieren Kinderbetten mit Hubbett oder Einzelbetten.
Anders als oft vermutet, bieten Etagenbetten viel Variabilität. Meist kann das untere Bett hochgeklappt werden, um zusätzlichen Stauraum zu schaffen – häufig sogar für den Fahrradtransport. Oder es entsteht ein zusätzlicher Spielbereich für die Kinder, der an der Rückseite mit Regalen, Maltafeln oder anderem ausgestattet ist. Raumtrenner zum Kinderzimmer sollen dabei etwas Privatsphäre schaffen. Von ihnen sollte aber nicht zu viel erwartet werden, sie sind eher ein psychologisches Element als ein gut funktionierender Schallschutz.
Wichtig bei der Auswahl eines Familiencaravans sind neben Geldbeutel und Zuglast des Pkws auch die Vorlieben der Familien. Wer steht wann auf? Wer muss wann auf Toilette? Die Hersteller variieren gern den Eingang: Er kann direkt zum Kinderzimmer führen, was Fluchtgefahr am Morgen bedeutet. Ist er näher am Elternbett, kann das besser kontrolliert werden. Ähnliches gilt für die Lage der Nasszelle. Welche Partei macht als letzter, wer als erster den Lärm und stört so den Schlaf der anderen.
Immer zu beachten sind die Qualität der Aufstiegshilfen und Absturzsicherungen sowie eine kindgerechte Beleuchtung. Alles muss vor Ort geprüft werden, ob es den eigenen Vorstellungen entspricht. Heiß werdende Halogenspots haben hier ebenso wenig zu suchen wie scharfkantige Möbel.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: Familien benötigen Platz und Zuladung. Das hat auch Auswirkungen auf die Fahrstabilität. Wichtig ist es daher, Möglichkeiten für die optimale Verteilung der Ladung und entsprechende Assistenzsysteme für die Fahrsicherheit an Bord zu haben.
Gewicht und Länge einsparen war in den Anfängen des Wohnwagens eine Grundregel. Üblich waren zwei Sitzgruppen vorn und hinten. Schon bald gab es diese Version auch mit Etagenbetten quer im Heck oder Bug und nur eine große Sitzgruppe. Die ersten echten Familien-Caravans hatten dann ein Etagenbett mit seitlicher Sitzgruppe im Heck. Es war quasi das Kinderzimmer.
Auf der Achse formierten sich Nasszelle, Küche und Kleiderschrank um im Bug eine große Rundsitzgruppe. Dies musste für die Nacht zum Doppelbett für die Eltern umgebaut werden. So war Platz zum Schlafen und Sitzen für bis zu fünf Personen. Der Nachteil war der Umbau, der nicht nur allabendlich lästig war, sondern auch unbequem. Außerdem fehlte es an einer guten Unterlüftung der Polster, sodass Schimmel, besonders im Winter, nicht unüblich war.
Über viele Jahre war der Grundriss aber verschwunden, um eine Renaissance mit dem Hubbett zu erfahren. Bürstner installierte über der Sitzgruppe das absenkbare Bett, und so hatten alle Passgiere wieder ein komfortables Bett. Knaus, Dethleffs und Hobby kopierten fleißig, sodass der Klassiker heute eine Renaissance erfährt, wenngleich er ein hohes Grundgewicht mit sich bringt.
Der Kundenkreis für Familiencaravans ist vielfältig, sodass immer neue Grundriss-ideen aufkamen. Manche konnten sich etablieren, andere waren schnell wieder weg. In den Neunzigern variierte Dethleffs den alten Standardgrundriss um ein festes Doppelbett für die Eltern quer im Bug und platzierte eine Mitteldinette auf der Achse. Nun hatten vier Passagiere ein festes Bett mit Matratze und Lattenrost. Küche, Nasszelle und Schrank werden dazwischen platziert. Der Nachteil sind oft beengte Platzverhältnisse an der Sitzgruppe, aber zumeist findet das Leben beim Camping sowieso im Freien statt.
Für mehr Platz: Der große Erfolg der französischen Betten mit seitlichem Bad hielt auch bei den Familiengrundrissen Einzug. Diese sind meist im Bug positioniert und bieten dann einen separaten Raum für Toilette, oft mit Dusche und ein ausgelagertes Waschbecken mit vielen Schränken. Über der Achse sind Küche und Dinette platziert. Das Etagenbett steht quer im Heck. Bei nur wenig mehr an Länge entsteht so ein großzügigeres Wohnerlebnis. Ein weiterer Vorteil: Der untere Lattenrost wird klappbar gemacht, und so entsteht leicht zugänglicher Stauraum. Über eine seitliche Tür kann dieser Raum mit Fahrrädern oder anderer sperriger Ausrüstung beladen werden.
Alternative Spielwiese: Wiederum Hersteller Dethleffs, der sich nicht umsonst als Freund der Familie bezeichnet, brachte eine Variante mit noch mehr Stauraum. Das Elternbett im Bug ist hier um etliche Zentimeter erhöht, und darunter entsteht ein riesiger Stauraum. Das Bett erreichen die Eltern über die Sitzgruppe, die längs davor angeordnet ist und nun vier Personen bequem Platz bietet. Der Vorteil der Kombination ist viel Platz zum Sitzen und Spielen sowie Bettenangebot für sechs Personen. Allerdings ist das Klettern über die Sitzgruppe, um ins Bett zu kommen, nicht jedermanns Sache.
Die Variante Reisecaravan mit Mitteldinette findet eine Komfortaufwertung im Grundriss mit großem Bad. Das Etagenbett ist dann längs im Heck und gegenüber ist die Nasszelle angeordnet, die dann oft eine separate Duschkabine bietet. Auch dies erfordert mehr Aufbaulänge wie beim französischen Bett und bringt auch mehr Leermasse mit sich.
Optisch machen die Duschen oft was her, aber es bedarf auch der passenden technischen Ausstattung, ansonsten wird dieser Platz schnell zum Lagerraum. So genügt nicht nur ein viel größerer Tank, sondern auch die Kapazität des Boilers muss passen, sonst ist nach dem ersten Duschgang das warme Wasser aus. Optimal für Dusch-Fanatiker wäre ein Citywasseranschluss und der neue Durchlauferhitzer CombiNeo von Truma. Allerdings ist dann auch Landstrom zwingend erforderlich.
Wohnwagen mit dieser Ausstattung gibt es bislang noch nicht, sind aber in Planung. Diese Klasse ist reichlich versorgt mit Varianten der Hersteller, misst mindestens 7 Meter und sollte auch etwas Zuladung haben, damit die Ausrüstung von bis zu sieben Personen auch Platz hat.
Ende der 2000er kam LMC auf die Idee einen Grundriss mit Einzelbetten mit Etagenbetten zu kombinieren. Zuvor war dort schon die Idee geboren worden, den Wohnraum oder besser den Schlafraum um ein Hubdach zu erweitern. Der Mehrgenerationen-Caravan war geboren. Diese Kombination erlaubt hohen Schlafkomfort in Einzelbetten im Bug. Das Etagenbett ist quer im Heck installiert und die Mitteldinette ist meist seitlich für vier Personen tauglich. Junge Eltern überbrücken die Einzelbetten mit einem rollbaren Lattenrost, Senioren nutzen den Raum des Etagenbettes als Fahrradgarage und Ablage.
Alternativ hierzu gibt es Varianten mit Einzelbetten und Rundsitzgruppe, die für die weiteren Passagiere, vielleicht die Enkel, ein Hubbett über der Sitzgruppe haben. Die Fahrzeuge sind folglich recht groß und schwer, liegen bis auf ganz wenige Ausnahmen über 30.000 Euro. Die Großen unter den Familien-Caravans rollen meist auf Tandemachse und sind daher als Reisecaravans etwas sperrig. Größe schafft eben Platz, das ist eine Binsenweisheit. Aber wer will schon mit einem 250 Zentimeter breiten Tandemachser einparken.
Trotzdem gibt es hier die besten Familiencaravans – oft mit mehreren Zimmern. Einer der Ideengeber für einen großen Reisecaravan war vor vielen Jahren Hersteller Hymer, der für seine Nova-Baureihe eine Etagenbettlösung brauchte und diese einfach statt des Doppelbettes im Heck über Eck anordnete. Heute bieten das nur noch Adria und Hobby auf kompakten Tandemachsern.
Andere Hersteller, allen voran die Skandinavier, bieten eher Grundrisse zum Überwintern auf Tandemachsen. Sie bieten oft mehrere Räume, variieren mit der Raumanordnung oft zwischen Kinderzimmer im Heck und in der Mitte. Der skandinavische Reisecaravan kombiniert im Heck das Elternbett mit einem Etagenbett, was für Kuschelwärme sogar am Nordpol sorgen kann.