Wildromantische Buchten, karibische Sandstrände und die Côte de Granit Rose, deren Granitfelsen bei Sonnenschein kräftig leuchten – der nordwestliche Zipfel Frankreichs zeigt sich äußerst facettenreich. Die Bretagne: Ein Traumziel für Camper.
Ruhig ist es hier am Pier. Eine leichte, salzhaltige Brise weht ins Gesicht und der Blick fällt in ein weitläufiges Hafenbecken ohne Wasser, die Boote stecken hilflos im Sand. Ein Trauerspiel, gleichwohl aber beeindruckend, diese Kraft von Ebbe und Flut, sowie die Abhängigkeit der Menschen von diesem Spiel der Gezeiten. Seit Jahrhunderten bestimmt das mächtige Naturschauspiel den Lebensrhythmus der Küstenbewohner. Zwei Mal täglich, alle sechs Stunden, zieht sich das Meer zurück und steigt dann wieder an – bis zu 16 Meter bei Springflut.
Der bretonische Tidenhub zählt zu den stärksten weltweit. Die Menschen haben sich damit arrangiert, hier oben, am finis terrae, dem Ende der Welt. Der Name klingt wenig einladend. Aber er passt zu diesem wilden Küstenabschnitt, durchzogen von Felsen jeglicher Größe und Gestalt und gespickt mit Leuchttürmen, die vor gefährlichen Untiefen warnen. Nicht zuletzt die Ursprünglichkeit dieser in weiten Teilen ländlichen Region trägt zu dieser magisch-mythischen Grundstimmung bei, die typisch ist für die Bretagne und eine ganz spezielle Anziehungskraft besitzt – so auch auf uns und viele andere Camper.
Die Anfahrt aus Deutschland in den nordwestlichen Zipfel der Bretagne kostet Zeit, rund um Paris auch Nerven, und vor allem Geld. Die Mautgebühren, die nach Höhe des Campers berechnet werden, sind happig. Tipp: Wer nicht viel Zeit verlieren will und einen autobahnnahen Übernachtungsplatz kurz nach Paris sucht, sollte Chartres ansteuern. Hier wartet ein kostenloser Stellplatz, rund zehn Minuten von der Autobahn A11 entfernt, mit Intermarché und Tankstelle praktischerweise in unmittelbarer Nachbarschaft. Zum Beinevertreten lockt nach einem rund 20-minütigem Spaziergang außerdem die beeindruckende Kathedrale von Chartres, die nicht umsonst UNESCO-Weltkulturerbe ist.
Ja, die Anfahrt in die Bretagne zieht sich, aber sie lohnt sich. Wir folgen mit dem Camper der bretonischen Nordküste vom Mont-Saint-Michel bis an den nordwestlichsten Punkt Frankreichs. Diese Region ist speziell, sowohl kulturell als auch landschaftlich, und genau das macht sie so reizvoll.
Zöllnerpfad und Traumstrände: Die Felsenküste an der Côte de Granit Rose ist ein Muss. Augen auf, zwischen den Felsen entlang der Nordküste verstecken sich vielerorts kleine, feine Sandstrände.
Mystisches Hinterland: die unerwartete Pracht der umfriedeten Pfarrbezirke und der sagenhafte Wald von Huelgoat mit seinen skurrilen Gesteinsformationen.
Galettes: Als schmackhafter Snack für Zwischendurch oder vollwertige Mahlzeit – die herzhaften Buchweizen-Pfannkuchen gibt es überall und in den unterschiedlichsten Varianten.
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