Der Vanbike löst einen klassischen Konflikt am Kastenwagen: Fahrräder am Heck transportieren und trotzdem jederzeit freien Zugang über die Hecktüren ins Fahrzeug haben. Ein intensiver Praxistest.
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Fahrradträger für Kastenwagen gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Räder transportieren können sie alle. Aber nur wenige ermöglichen den schnellen Zugang zum Stauraum, dem Pannenset oder Tankstutzen hinter den Flügeltüren. Der Vanbike verspricht genau dies. Dafür soll der komplette Träger samt Ladung kinderleicht bedienbar zur Seite schwenken.
Und die technischen Eckdaten? Durchaus beachtlich: Bis zu 80 Kilogramm Zuladung (aufgepasst bei der Modulwahl: Je nach Haltesystem und dessen Gewicht reduziert sich die opulente Zuladung), lediglich 26 Kilogramm Eigengewicht und ein modulares Zubehörsystem für Sportequipment machen ihn zu einem vielseitigen Begleiter – für bis zu vier Fahrräder. Vollmundige Marketingversprechen? Immerhin bietet Hersteller BlüTech den Vanbike für alle gängigen Kastenwagen auf dem Markt an. Grund genug, den Träger genauer unter die Lupe zu nehmen. So viel vorweg: Wir waren überrascht.
Haptik, Qualität und Bedienbarkeit: Schon die ersten Blicke enttarnen sauber gefertigte Komponenten, präzise Mechanik und Verschlüsse. Entriegeln, Schwenken, Einrasten: Alles funktioniert ohne Kraftaufwand, ist intuitiv zu bedienen und mit viel Liebe zum Detail gefertigt. Nichts wirkt hakelig oder unnötig kompliziert. Der Vanbike vermittelt schnell den Eindruck eines Systems, bei dem sich jemand intensiv mit den Abläufen beschäftigt hat, die beim Fahrradtransport nerven könnten und bei vielen anderen Systemen im Markt für so manch stressige Sekunde sorgen.
Egal ob schweres Touren-E- oder Mountainbike – wer kann, erleichtert sich das Aufladen. Die optionale Auffahrschiene scheint zunächst nur ein kleines Komfortdetail zu sein, macht bei schweren E-Bikes aber einen spürbaren Unterschied. Statt das Rad auf den Träger zu wuchten, schiebt man es einfach auf die Schiene. Das schont den Rücken und dürfte nicht nur ältere Camper freuen. Auch wer ein ausgewachsenes E-Mountainbike nach einer langen Tour verstauen möchte, nimmt diese kleine Erleichterung dankbar an. Die Schiene reist am optionalen Halter mit, einhängen, fertig.
Ist das Bike einmal oben platziert, sind die Räder fix mit dem komfortablen Ratschensystem gesichert. Sie greifen schnell und zuverlässig, lassen sich intuitiv bedienen und halten die Räder sauber in Position. Die Rahmenhalter sind bewährte Fremdfabrikate und passen an einen Großteil gängiger Rahmenformen oder Sattelstützen.
Seine wahre Stärke zeigt der Vanbike, wenn der Camper mal fix an den Stauraum im Heck muss. Statt Fahrräder abzuladen oder den gesamten Träger umständlich wegzuklappen – ihn womöglich nur ausziehen zu können und dann über die Schienen zu stolpern –, wird beim Vanbike die Rändelmutter links am Heck gelöst und der Träger mitsamt der montierten Rädern seitlich weggeschwenkt.
Im Test mit zwei Bikes gelingt dies super smart und kontrolliert: Aufschwenken und Einrasten, der Träger bleibt gut fixiert im maximalen Öffnungswinkel stehen, ohne dass man Gefahr läuft, am Fahrzeug anzuecken. Abstützen nicht nötig – das System ist bombenstabil. Das Gewicht hängt nicht an den Türen selbst, sondern wird über massive Halterungen in die belastbare Verankerung der Scharniere geleitet.
Ist der Träger zur Seite geschwenkt, stehen beide Hecktüren frei und lassen sich vollständig öffnen. Gerade im Reisealltag ist das mehr als ein nettes Extra. Was sonst schnell zum lästigen und zeitraubenden Zwischenstopp mit viel Hin- und Hergeräume wird, ist so mit wenigen Handgriffen erledigt. Anschließend wird der Träger wieder zurückgeschwenkt und verriegelt, ohne die Fahrräder abnehmen zu müssen.
Ein weiteres, interessantes Plus des Vanbike: sein modulares Konzept. Das Zubehörangebot deckt mittlerweile viele Einsatzbereiche ab. Erhältlich sind unter anderem Halter für Surfbrett, Ersatzrad, Staukiste, Auffahrkeile, Leiter, Sandbretter samt Halterung sowie ein pfiffiger Handtuchhalter und vieles mehr. Keine Frage: Viel Spielraum, um den Träger individuell an den eigenen Einsatzzweck anzupassen. Wer heute mit zwei oder vier Fahrrädern am Heck in Richtung Radtour startet, packt sich morgen den Surfbretthalter für die Wellen von Biarritz oder Ersatzrad, Auffahrkeile und Sandbretter für die Offroad-Pyrenäentour ans Heck.
Mit einem Startpreis von 2.130 Euro zählt der Vanbike zu den hochpreisigen Heckträgern für Kastenwagen. Sein überzeugendes Bedienkonzept, die hohe Qualität und das modulare Zubehörsystem machen ihn aber zu einer interessanten Option für Outdoor- und Sport-Enthusiasten. Heute so, morgen so: Seine Vielseitigkeit macht den Vanbike zu einem besonders flexiblen Begleiter für unterschiedlichste Abenteuer. Und wenn man ihn mal nicht braucht? Einfach hochklappen und den Leuchtenträger nach hinten ausrichten.
www.van-bike.com