Ohne Abdeckhaube sind Räder auf dem Fahrradträger sämtlichen Witterungseinflüssen schutzlos ausgeliefert. Welche Schutzhüllen gibt es, welche eignen sich für welche Träger und Räder? Und was gibt es bei der Nutzung zu beachten?
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Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt? Absolut richtig, zumindest im Falle eines Platten oder anderen Defekts. Wer sein Fahrrad liebt, der schützt es aber auch. Und zwar vor Schmutz, Regen, Rost, Kratzern und allen anderen möglichen Schäden. Gerade während des Transports auf einem Fahrradträger außen am Campingfahrzeug sind Räder ohne zusätzlichen Schutz sämtlichen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Im Herbst und Winter kommt zudem noch aufwirbelndes Streusalz hinzu, das sich schnell in Lack und Rahmen frisst. Und da die wenigsten Camper uralte, klapprige, ohnehin bereits rostige Drahtesel transportieren, sondern in der großen Mehrheit teure E-Bikes oder Mountainbikes mitnehmen, sind Schäden umso gravierender, ärgerlicher und am Ende auch teurer.
Für viele Camper ist daher klar: Kein Fahrradtransport ohne passende Schutzhülle. Kunststoffhauben gibt es in Hülle und Fülle. Doch Bike-Cover ist nicht gleich Bike-Cover. Neben ihrer Größe und der maximalen Anzahl an Rädern, die sie abdecken können, unterscheiden sich Fahrradschutzhüllen für Camper vor allem in einem Punkt: Und zwar darin, ob sie für Heckträger am Reisemobil oder Kastenwagen konzipiert sind, oder für Träger auf einer Anhängerkupplung oder Caravan-Deichsel.
Das spielt doch keine Rolle? Doch, das tut es. Und zwar eine entscheidende. Denn während Hauben für Heckträger von vorne über die Räder gezogen werden und hinten, also zur Fahrzeugwand oder -tür, eine Öffnung für die Trägerarme und -holme benötigen, müssen Schutzhüllen für Kupplungs- und Deichselträger nach unten offen sein. Sie zieht der Nutzer eher von oben über die Räder.
Maße: 162 x 53 x 100 cm, Material: Oxford-Polyester, Wassersäule: 3.000mm
Maße: 187 x 55 x 125 cm, Material: Oxford-Polyester, Wassersäule: 3.000mm
Packmaß: 248 × 306 × 79 mm, Material: 100 % PES Polyester
Inklusive Aufbewahrungstasche
Schutzhülle mit Kordelzug zum Verschnüren, passend z.B. für Deichsel-Fahrradträger Carry Bike XLA, XLA Pro 200, XLA Pro von Fiamma und andere. Packmaß: 248 × 308 × 74 mm. Material: PES Polyester
Fürs Heck von Reisemobilen, ringsum geschlossen.
Universell einsetzbar für Deichsel- und Kupplungsträger, mit integrierter Tasche für Warntafel, auch geeignet für 2 Fahrräder, optional mit zusätzlichem Kinderrad. Maße: 44 x 214 x 131 cm
Schutzhauben für Heckträger bieten zum Teil an der Vorderseite zudem einen Reißverschluss, mit dem sich das Cover öffnen lässt. So muss es nicht jedes Mal komplett demontiert werden, wenn die Camper ihre Fahrräder am Stell- oder Campingplatz auf- oder abladen wollen. Auch die Art der Räder spielt bei der Wahl des Covers eine Rolle. Vor allem große (E-)Mountainbikes benötigen aufgrund ihrer recht breiten Lenker und ihres großen Radstands mehr Platz unter der Plane als kleinere Gravelbikes oder gar kompakte 20-Zoll-Pedelecs.
Ärgerlich, wenn das Mountainbike nur mit gedrehtem Lenker unter das neue Cover passt. Manche Hersteller produzieren ihre Hüllen eher luftig, andere sitzen relativ straff, das lässt sich online nicht erkennen. Wer die Möglichkeit hat, fährt mit seinem Reisemobil oder Caravan samt montierten Rädern zum nächsten Fachhändler und lässt sich dort beraten oder probiert die Plane am besten direkt aus.
Beim Material gibt es keine allzu großen Unterschiede: Alle Hersteller setzen auf robustes, reißfestes und wasserdichtes Polyester oder PVC. Wichtig: Die Nähte sollten versiegelt sein, praktisch und hilfreich ist, wenn die Plane über Reflektoren oder reflektierende Nähte verfügt, das macht sie im Dunkeln oder bei Schmuddelwetter für andere Verkehrsteilnehmer besser sichtbar.
Auch einen Einschub für eine Warntafel sollte ein gutes Bike-Cover bieten. In zahlreichen Ländern wie beispielsweise Italien, Frankreich, Spanien oder Portugal sind die rot-weiß gestreiften Tafeln beim Transport von Rädern am Fahrzeug in vielen Fällen Pflicht (vor allem dann, wenn die Ladung über die Fahrzeugabmessungen hinausragt).
Bei der Wassersäule sind 3.000 Millimeter top, auch 2.000 bis 2.500 Millimeter reichen aber aus, um eine recht hohe Dichtigkeit zu bieten. Daneben sollten Käufer außerdem darauf achten, ob die Schutzhülle Belüftungsöffnungen hat, um Beschlag und Kondenswasserbildung im Inneren zu verhindern (gleichzeitig darf durch sie aber kein Regenwasser eindringen), und wie sich das Cover befestigen lässt.
Letzteres ist neben der Größe und Passform möglicherweise sogar der wichtigste Punkt. Denn ein Cover, das nicht richtig befestigt ist, flattert nicht nur unnötig im Wind, sondern stellt auch eine Gefahr im Straßenverkehr dar und geht schneller kaputt.
Fast alle Modelle am Markt lassen sich an ihrer offenen Seite zusammenraffen, entweder mit einem Kordel- oder Raffzug in einem Hohlsaum oder mit mitgelieferten Expandern. Einige Modelle bieten zusätzliche Gurte mit Schnappverschlüssen, um die Plane eng um die Räder ziehen zu können. Achtung beim direkten Preisvergleich: Einige Hersteller liefern Kordel, Spanngurte oder Expander direkt mit, bei anderen muss der Kunde diese zusätzlich kaufen.
Unterschiede gibt es außerdem in einem weiteren Punkt: Bei vielen Covern bleibt nach dem Zusammenraffen immer noch eine, wenn manchmal auch kleine, Öffnung. Einige Modellen, wie die von Hindermann und Sawiko, verfügen über eine zusätzliche Plane, die auch die Unterseite schützt. So sind Räder und Träger ringsum geschlossen, was einen besseren Schutz bedeutet. Gleichzeitig kann sich außerdem kein Wind von innen in der Plane verfangen und nach außen gegen das Cover drücken.
Wobei wir bei einem weiteren wichtigen Punkt wären: der Windlast. Denn obwohl Räder und Cover hinter dem Fahrzeug einigermaßen vor Fahrtwind geschützt werden, können die Hüllen durch ihre Fläche dennoch zu großen Windfängern werden. Bereits die Verwirbelungen während der Fahrt sind häufig ausreichend, um einiges an Windlast zu produzieren. Einige Hersteller raten daher mit montierten Covern zu Maximalgeschwindigkeiten von beispielsweise 90 Stundenkilometern, andere geben vor, dass der Träger mit Plane nicht seitlich übers Heck hinausragen darf.
Wer seine besonders wertvollen Fahrräder, Mountain- oder Gravelbikes oder gar Rennräder nicht nur während der Fahrt, sondern auch nach dem Abladen vor Witterungseinflüssen schützen möchte, findet bei Topeak verschiedene Schutzhüllen für unterschiedliche Fahrradtypen.
Erhältlich sind drei Bike Cover – je eins für 29-Zoll-Mountainbikes (200 x 105 x 81,3 cm, 49,95 Euro), für 26-Zoll-Mountainbikes und 700C Trekkingräder (178 x 100 x 81,3 cm, 34,95 Euro) sowie für 700C-Rennräder und Gravelbikes (170 x 100 x 50 cm, 49,95 Euro). Die Hüllen bestehen aus 190T-Nylon und sind laut Topeak ausdrücklich nur für den Schutz der Räder bei der Aufbewahrung oder Unterbringung vorgesehen. Zum Transport während der Fahrt dürfen sie nicht genutzt werden.
Zuletzt noch ein Profi-Tipp: Bei eng sitzenden Planen ist es möglich, dass durch Reißverschlüsse oder andere Verschlüsse, Clips oder Haken der Cover durch Reibung an den Rädern Kratzer entstehen. Hier lohnt es sich, an den entsprechenden Stellen Schoner in Form von Filz, alten Handtüchern, Lappen oder ähnlichem zu befestigen.