> Gehirn trainieren schützt vor Alterung

Lernfähige Hunde bleiben länger fit: Ideen fürs Tricktraining auf Reisen

16.09.2026
Text: Susanne C. Steiger | Bild: pexels/Nicole Cedik

Hunde, die besonders lernfähig und gut trainierbar sind, bleiben körperlich länger fit. Das zeigt die bei PLOS ONE veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Auch im Campingalltag lassen sich kurze Trainingseinheiten für lernfähige Hunde einbauen.

Im Mittelpunkt der Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien standen sogenannte Telomere. Das sind Schutzstrukturen an den Enden der Chromosomen, die eine wichtige Rolle für die Zellgesundheit spielen. Bei jeder Zellteilung verkürzen sich Telomere – ein natürlicher Vorgang, der eng mit dem biologischen Altern verbunden ist. Werden sie zu kurz, verlieren Zellen ihre Fähigkeit, sich zu erneuern. Die Forschenden analysierten Hunde unterschiedlichen Alters und verglichen deren Lernfähigkeit und Trainierbarkeit mit Veränderungen der Telomerlänge.

Kognitive Fähigkeiten hängen am Alterungsprozess
Das Ergebnis: Hunde, die als besonders trainierbar und lernfreudig eingeschätzt wurden, zeigten deutlich stabilere Telomere. Bei einigen Tieren verkürzten sie sich langsamer oder blieben sogar stabil. Andere Faktoren wie Körpergewicht, Alter oder Geschlecht erklärten diese Unterschiede deutlich weniger stark. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass geistige Aktivität und Lernfähigkeit eng mit biologischen Alterungsprozessen verknüpft sein könnten. Ähnliche Zusammenhänge sind aus der Humanforschung bekannt. Für Hundehaltende heißt das: Regelmäßige geistige Beschäftigung sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern möglicherweise auch, dass Hunde körperlich länger fit bleiben.

Regelmäßige mentale Auslastung hilft
Gerade auf Reisen oder im Campingalltag lassen sich kurze Trainingseinheiten leicht einbauen. Besonders schön ist dabei, dass wir uns damit ja „auf neuem, unbekanntem Gelände“ bewegen, was eine zusätzliche Intensivierung des Lernerlebnisses ist. Wichtig ist dabei, dass der Hund nicht nur körperlich ausgelastet wird, sondern auch denken, kombinieren und Probleme lösen muss.
Heißt also: Wenige Minuten gezieltes Training pro Tag können das Gehirn fordern und Gesundheit erhalten!

Lernfähige Hunde: Ideen fürs Tricktraining

Neue Tricks sind ein hervorragendes Gehirntraining. Das Erlernen neuer Bewegungsabläufe fordert Konzentration und Koordination.

  • Objekte unterscheiden lernen: Hunde können lernen, verschiedene Gegenstände anhand ihres Namens zu unterscheiden. Zwei oder drei Spielzeuge werden benannt und der Hund soll gezielt das richtige bringen.
  • Fortgeschrittene Sucharbeit: Leckerli oder ein Spielzeug nicht nur sichtbar verstecken, sondern in schwierigerem Gelände oder auf verschiedenen Höhen. Der Hund muss seine Nase gezielt einsetzen und systematisch suchen.
  • Problemlösungsaufgaben: Leckerli unter Bechern, in Kartons oder kleinen Taschen verstecken. Der Hund muss herausfinden, wie er an die Belohnung kommt.
  • Impulskontrolle und Gedächtnisübungen: Mehrere Futterstellen aufbauen und auf Signal losschicken – oder ihn sich merken lassen, wo etwas liegt.

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