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Städtetipp Marburg Reise Die Märchenhafte

„Ich glaube, es sind mehr Treppen auf den Straßen als in den Häusern. In ein Haus geht man gar zum Dache hinein“ – diese Beschreibung Marburgs der Brüder Grimm gilt noch heute. Wer Marburg zu Fuß erkunden will, braucht eine gute Kondition: Von der Lahn über die Altstadt bis hoch zum Schloss sind es 109 Höhenmeter und 400 Treppenstufen. Die 73.000-Einwohner-Stadt liegt im Marburger Bergland, das vom Tal der Lahn durchschnitten wird. Zu beiden Seiten des Flusses geht es also stetig bergauf. Vor allem westlich der Lahn lohnt sich der mühsame Aufstieg aber: Er führt vorbei an den zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die die kleine Stadt zu bieten hat.

Die Altstadt heißt in Marburg natürlich deshalb Oberstadt, weil sie oben ist. Auf dem Berg. Hinauf geht es über eine der unzähligen Treppen oder mit dem Fahrstuhl. Ja, in Marburg gibt es gleich zwei Aufzüge, die in die Oberstadt hinauffahren. Zwischen den Fachwerkhäusern führt in fast jeder Seitenstraße eine Treppe die Besucher hinauf oder hinunter. Manchmal nur einen Meter breit, vermitteln die schmalen Gassen ein gutes Gefühl dafür, wie die beiden bekanntesten Marburger Studenten, die Brüder Grimm, hier während ihrer Studienzeit zwischen 1802 und 1806 gelebt haben.

Heute ist die Oberstadt fast ganz in der Hand der Studenten. Auf 73.000 Einwohner kommen mehr als 20.000 Studenten. Die Marburger Philipps-Universität, gegründet 1527 durch Landgraf Philipp I., ist die älteste noch existierende protestantische Universität der Welt und mit 3.900 Beschäftigten größter Arbeitgeber der Stadt.

Während der Semesterferien wirkt Marburg wie ausgestorben: kleinstädtisch, ruhig, beinahe leblos. Während des Semesters indes gilt der Spruch: Andere Städte haben eine Universität, Marburg ist eine Universität. Tagsüber zwischen Mensa, Hörsaalgebäude und den Unigebäuden östlich der Lahn verteilt, tummeln sich die Studenten abends gern in den Oberstadt-Kneipen. Eine Sperrstunde gibt es nicht, einige Lokale haben bis fünf oder sechs Uhr morgens geöffnet.

Wer den Treppen durch die Oberstadt immer tapfer bergauf folgt, landet irgendwann beim Schloss. Auch die Schlossbahn, von den Marburgern liebevoll „Bimmelbahn“ genannt, bringt die Besucher den Berg hinauf. Einst erster Sitz der Landgrafschaft Hessen, thront das Landgrafenschloss hoch über der Altstadt. Wer den Aufstieg geschafft hat, genießt den Blick über ganz Marburg und das Lahntal.

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