Eine Rückfahrkamera am Wohnmobil oder Caravan kann eine feine Sache sein. Sie garantiert sicheres Rangieren und verhindert lästige Parkrempler oder Schlimmeres. Zwei Bergmann-&-Koch-Systeme und ein Lescars-Modell zeigen, ob das per Funk von ganz hinten klappt.
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Am modernen Pkw ist das dritte Auge hinten fast Standard, rangieren, einparken, Anhänger ankuppeln – alles geht einfacher mit dem Kamerabild vom Heck. Noch schöner wäre es im Gespann, diesen Blick auch hinter den Caravan zu haben. Da sieht man schließlich noch viel weniger als hinter dem Auto, und der Wohnwagen braucht zudem mehr Platz beim engen Rangieren, wenn das Heck ausschwenkt. Und bei Wohnmobilen finden sich Rückfahrkameras auch nicht immer in der Serienausstattung.
Leider ist die Installation kabelgebundener Systeme allein schon im Wohnmobil etwas aufwändiger, aber noch umständlicher bei Gespannen, weil ja die Verkabelung nach vorn ins Auto verlegt werden muss, inklusive dauerhaft dichter Steckverbindung.
Kabellose Systeme, deren Kamera von der Rückwand des Campers oder Caravanheck nach vorn zum Display auf dem Armaturenbrett sendet, gibt es schon lange – ist das die Lösung? Nun, vom Autoheck aus reichen die Signale meistens noch, über mehr als zehn Meter durch das gesamte Gespann haben in etlichen Tests zumindest günstige kabellose Rückfahrkamerasysteme regelmäßig versagt. Nun stellen sich zwei funkbasierte Systeme vom Spezialisten für Fahrzeugsicherheit Bergmann & Koch dem Test bei den Gespannen und ein Lescars-Modell von Pearl als kostengünstige Alternative (239 Euro) für Kastenwagen und Wohnmobile. Günstig sind die zwei Bergmann & Koch Anlagen mit je 450 Euro nicht gerade, doch sie können dafür einiges, wenn denn alles funktioniert wie beworben. Mit dem Smartphone gekoppelt, sollen beide nämlich auch Android Auto und Apple Carplay unterstützen. Damit lässt sich also zum Beispiel in älteren oder einfach ausgestatteten Autos der moderne Zugang zu Info- und Entertainment per Internet ganz simpel „nachrüsten“.
Das BKC8S kommt mit einer großen und vergleichsweise schweren Kamera, die am Heck verschraubt oder per Magnetfuß angehängt wird. Die alternative Befestigung mit Karosseriekleber scheidet am Testcaravan auch aus. Die BKC8S bringt einen größeren Akku, ein Solarpanel und Infrarot-LED für bessere Nachtausleuchtung mit.
Bei der BKCR6 ist die Kamera in einen Kennzeichenhalter integriert. Auch dieser trägt kleine Solarpanels, die aber wie in unserem Fall ganz unten am Caravan nicht allzu viel Sonne sehen würden. Auf alle Fälle weniger als das schwenkbare Panel über der Kamera des BKC8S, das auch noch als Streulichtblende funktioniert.
Beide Kameras haben aber USB-Anschlüsse, um die Akkus auch anderweitig zu laden. An der großen Kamera ist dieser Anschluss zudem wettersicher und für den Dauerladebetrieb geeignet. Bei der kleinen Lösung gestaltet sich die Installation denkbar simpel. Einfach den Kennzeichenhalter tauschen, das Display per Saugnapf, Lüftungsklemme oder Klebefuß befestigen, Kabel am Zigarettenanzünder einstecken – fertig. Jetzt noch das System mit dem Smartphone koppeln, und schon öffnet das Display den Blick hinter den Wagen und in die Weiten des Internets mit Navigation, Podcasts, Musikstreaming und was immer sonst das Handy bietet.
Vor dem Griff zum Akkuschrauber empfiehlt sich ein Versuch mit nur hingehängter Kamera. Denn im Test hat die Übertragung vom Caravanheck nicht in allen Fällen hundertprozentig funktioniert. Mit Pkw und SUV vor dem siebeneinhalb Meter langen Wohnwagen gab es keine Probleme. Mit einem Campervan jedoch kam die BKCR6 erkennbar an Grenzen. Meist wurde das Bild noch übertragen, fror dann aber oft ein.
Das kam bei der BKC8S nicht vor. Die haben wir – neue Schraublöcher sind in Testcaravans nicht gern gesehen – einmal auf das geöffnete Heckfenster gestellt, nur Zentimeter vom normalen Montageort entfernt. Alternativ stand die Kamera auf der Rückenlehne der Hecksitzgruppe. Es gab mit keinem der ausprobierten Zugfahrzeuge ein Übertragungsproblem.
Beim kleineren System scheinen die Solarzellen am Kennzeichenhalter doch etwas schwach, nach einem Tag ließ der Kameraakku doch nach. Das ist aber natürlich sehr vom Wetter abhängig. Insgesamt konnten beide Systeme von Bergmann & Koch überzeugen, besonders für Autos, die noch keine Smartphone-Anbindung per Apple Carplay oder Android Auto mitbringen. Das funktioniert bei beiden Systemen unkompliziert per Bluetooth. Wer das nicht braucht, findet bei Bergmann & Koch die Kameras und Displays für die reine Rücksicht auch günstiger unter www.bergmann-koch.com
FAZIT: Die Bergmann-&-Koch Funk-Rückfahrkamera BKCR6 (Testurteil gut!) überzeugt mit leichter Montage und ist gut für Caravans und Camper geeignet. Funk-Rückfahrkamera BKC8S (Testurteil sehr gut!) ist leistungsfähiger, aber erfordert eine aufwendigere Montage.
Das dritte Modell im Test: Das funkbasierte Rückfahrsystem wie das von Lescars, das über Pearl vertrieben wird. Der Installationsaufwand ist überschaubar: Während der Fünf-Zoll-Monitor (1.280 x 720 px) per Saugnapf an der Windschutzscheibe befestigt und über die 12-Volt-Buchse mit Strom versorgt wird, kann die Rückfahrkamera hinter den Kennzeichenhalter geklebt oder aber an diesem verschraubt werden – fertig. Die Kamera nimmt den Strom aus einem Akku, der im Alltagsbetrieb nach rund vier Monaten das erste Mal geladen werden musste. Alternativ gibt es ein ansteckbares Solarpanel, das im Frühjahr aber nicht ausreichend Strom lieferte. Die Funkverbindung ist auf Knopfdruck fast sofort aufgebaut, das Bild scharf, der Weitwinkel (170 Grad) gerade richtig gewählt. Bei Dunkelheit schwächelt die Kamera, doch für 239 Euro ist das durchaus verschmerzbar.
FAZIT: Schnelle Montage, einfach Bedienung, gutes Bild und fairer Preis. Die Funk-Rückfahrkamera von Lescars ist eine praxistaugliche Lösung zum Nachrüsten. Testurteil: Sehr gut!
Lescars Einparkhilfe: Kabelloses Solar-Funk-Rückfahrkamera-Set, CarPlay-/Android-Auto-komp. (Carplay kompatible Rückfahrkamera, Abstandssensor &, Navi)