Ein Kastenwagen ist halt kein Konzertsaal, sondern klanglich maximal ein Kompromiss. Wie kommt gute Musik gut ins Mobil und wie wird der Sound im und am Reisemobil noch besser?
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Mit der Musik geht alles leichter: Ein gutes Soundsystem im Reisemobil macht jede Tour zum Klangerlebnis. Doch oft kann das ab Werk verbaute Radio nur wenig Überzeugendes abliefern. Das hat Gründe: Zum einen werden oftmals nicht die besten Komponenten verbaut. Zum anderen ist für Akustiker so ein Reisemobil mit seinen unterschiedlichen Oberflächen und Materialien quasi ein akustischer Problemfall: Kunststoff- oder Holzmöbel, weiche Sitze, gepolsterte Flächen aus Stoff, Fenster aus Plastik – das alles absorbiert, bricht oder reflektiert Schallwellen völlig unterschiedlich und behindert so ein harmonisches Hörerlebnis. Nun lässt sich zwar ein Reisemobil nicht wirklich in ein Tonstudio verwandeln, aber mit vergleichsweise geringem Aufwand kann der Sound im Camper hörbar verbessert werden.
Den Anfang machen wir vorn im Cockpit. Selbst bei halbwegs ordentlichen Soundsystemen sind oft die verbauten Boxen ein Schwachpunkt. Ein Satz besserer Lautsprecher mit separaten Hochtönern und Bass-Reflektoren sorgt schon um circa 190 Euro für ein wahrnehmbar besseres Musikerlebnis. Vorteil: Der Austausch lässt sich auch von ungeübten Schraubern selber bewerkstelligen. Wer etwas mehr ausgeben kann, rüstet für rund 100 Euro noch einen DSP nach. So ein Digitaler Sound Processor ist ein Verstärker, der zudem die unterschiedlichen Positionen und Abstände der Boxen zu den Ohren der Insassen akustisch ausgleichen kann.
Ein noch beeindruckenderes Erlebnis ist möglich, wenn ein extra Subwoofer, also eine separater Basslautsprecher, nur für die tieferen Töne an zentraler Stelle montiert ist. Unsere Reisemobile basieren meist auf den nahezu baugleichen Modellen Ducato, Boxer, Jumper oder Movano. Für diese populären Typen gibt es praktische Komplett-Sätze, die auf den Innenraum dieser Fahrzeuge gut abgestimmt sind. So findet beispielsweise der zusätzliche Subwoofer passgenau unter den Dosenhalter der Mittelkonsole seinen Platz. Der Gesamtpreis für diese Systeme liegt allerdings bei knapp über 1000 Euro.
Scheppert’s bei jedem Beat unharmonisch im Armaturenträger oder der Tür? Das muss nicht an schlechten Lautsprechern liegen. Oftmals klappert es, weil lose Dinge im Handschuhfach oder den Ablagen der Türen im Takt mit den Bässen mit-vibrieren. Wer also während der Reise ungestört Hifi geniessen will, entfernt die TicTac-Plastikdose aus der Tür.
Wer zusätzlich den Wohnraum akustisch aufwerten will, kann natürlich ein weiteres Soundsystem mit zweiter Radio-CD-Kombi und mehreren Boxen verbauen. Doch das ist aufwändig wie teuer. Einfacher und günstiger ist es, den dort meist vorhanden Flachbildschirm-Fernseher zu pimpen. Dessen bauartbedingt stets flacher Klang kann mit einer unten am Gerät montierten Soundbar erheblich aufgewertet werden. Dann klingt nicht nur der „Fernsehgarten“ oder das 3Sat-Konzert besser. Denn: Die meisten Geräte lassen sich auch per Bluetooth mit einem Smartphone oder Tabletcomputer verbinden und dienen so als klangfüllige Boombox, die den kuscheligen Abend zu Zweit in der Dinette zum stilvollen Konzertbesuch verwandeln kann.
Und auch draußen vor der Türe des Mobils können tragbare Boom-Boxen, also Akku-betriebene Lautsprecher mit integriertem Verstärker für guten Sound sorgen. Diese Geräte lassen sich per Bluetooth mit Soundquellen verbinden. Es gibt sie in allen Größen, Qualitäten, Preisklassen und sogar wasserdicht (nicht nur für Händels Wassermusik), ganz nach individuellem Geschmack, Zweck und Portemonnaie. Sie sind eine praktische wie flexible Lösung, damit auch draußen mit Musik alles leichter geht.