Caravaning macht auch im Herbst Spaß. Wenn’s draussen stürmt und windet, zieht es Camper rein in ihr Mobil. Damit es dabei so richtig kuschelig wird, braucht es im Fahrzeug auch die richtige (Licht-)Stimmung. Worauf kommt’s an?
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Im Camper beginnt Gemütlichkeit oft mit einem Klick am Lichtschalter. Draußen wird es dunkel und der Herbstwind rüttelt leicht am Fahrzeug, drinnen aber ist es warm und mildes Licht erleuchtet das mobile Heim. Gut so, denn wenn der Abend bei einem Glas Wein romantisch ausklingen soll, braucht es stimmungsvolle Illumination und kein Flutlicht wie im Fußballstadion. Manchmal geht es auch schlicht um die Rettung des Zehs, den man bereits zum dritten Mal am selben Tischbein angeschlagen hat. Die Bedeutung richtiger Beleuchtung wird dennoch oft unterschätzt. Dabei kann das Thema schnell zur Wissenschaft ausufern. Im Kern gehören zu guter Ausleuchtung beim Camping nur ein bisschen Technik und etwas Gefühl für Zweck und Atmosphäre.
Professionelle Lichtplaner unterscheiden in Funktionszonen. Im Bad braucht es ein anderes Licht als beim Abendessen in der Dinette oder beim Kuscheln im Heckbett. Über dem Kocher und der Arbeitsfläche in der Kombüse ist mehr Helligkeit und Lichtverteilung nötig als in der Leseecke, wo eher eine punktuelle Beleuchtung gefordert ist. Es geht also um die richtige Anzahl und die unterschiedliche Art der Lichtquellen. Faustregel: Nicht eine einzelne ultrahelle Deckenbrennstelle sondern mehrere im Camper klug verteilte Lichtquellen ergeben ein gutes Gesamtkonzept und schaffen Behaglichkeit. Das große Bild auf der linken Seite zeigt, worauf es ankommt: Die indirekten Lichtstreifen in den Schattenfugen des Möbelbaus sorgen für ein grundsätzlich angenehmes Wohlfühlambiente. In der Küche erstrahlt eine breite wie helle Leuchte zum sicheren Arbeiten am Schneidbrett, über der Dinette hängt eine Deckenleuchte, die die Speisen hervorhebt, ohne die Bewohner zu blenden. Die Leseleuchten im Wohnbereich sind funktional angeordnet. Und wenn es am nächsten Morgen ans Aufräumen und Putzen geht, sind die sehr hellen Deckenleuchten im Flur ausgesprochen hilfreich.
Wer es richtig hygge mag, so, wie es dieser dänische Begriff es auch uns Deutschen mittlerweile nahelegt, achtet auch noch auf die Licht- bzw. Farbtemperatur der Leuchten. Alles bis 3.000 K (Kelvin) gilt als warmes Licht, darüber wird es eher technisch. Ab 4.000 K nehmen wir Licht gar als kalt wahr. Letzteres fördert die Konzentration (besonders am Morgen), sehr warmes Licht treibt dagegen die Melatoninproduktion an und bereitet den Körper so auf eine hoffentlich geruhsame Nacht vor.
Gut auch, wenn Leuchten dimmbar sind, um sie den individuellen Lichtszenarien anpassen zu können. Dabei gibt es jedoch eine kleine Hürde. Bei minderwertigen Dimmern können LED-Leuchten in einem für unsere Sinne wahrnehmbaren Bereich Flackern. Der Fachmann nennt dies Flickern. Das kann bei empfindlichen Menschen gelegentlich sogar zu Kopfschmerzen führen. In welcher Frequenz (Geschwindigkeit) es flickert, kann man oftmals mit einem Smartphone im Videomodus visualisieren, wenn man dieses auf die Leuchte richtet. Dei Dimmern und dimmbaren Lampen sollte man deshalb auf Flicker-Freiheit achten.
Selbstausbauer können dies natürlich alles bei ihrer Planung berücksichtigen. Doch auch wer ein fertiges Fahrzeug kauft, kann Verbesserungen im Detail durch den Austausch einzelner Leucht-Komponenten erzielen. Und das lohnt sich: Denn dann beginnt Gemütlichkeit schon mit einem Klick am Lichtschalter.
Eine zusätzliche Leseleuchte einzubauen gelingt auch handwerklich weniger versierten Campern. Nachdem der richtige Einbauort festgelegt wurde, braucht es Strom vom Bordnetz.
Die 12-Volt-Spannung ist für Menschen ungefährlich, wichtig ist aber bei der Installation, dass man stets das passende Kabel für den jeweiligen Zweck verwendet. Am besten Art und Querschnitt mit einem Fachmann besprechen.
Zur Verbindung verwendet man sogenannte Kfz-Litzen (0,75 mm2), diese sind in unterschiedlichen Farben im Autofachhandel erhältlich, genauso wie eine in der Zuleitung benötigte Sicherung.
Ein Beispiel: Soll eine Leuchte mit fünfzehn Watt installiert werden, braucht es eine 1,25 A-Sicherung (15Watt/12 Volt = 1,25 A). Aber Achtung: Bei Leuchten mit zusätzlich integriertem USB-Anschluss werden ca. 20 Watt benötigt, das erfordert dann schon fast eine zwei Ampère-Sicherung.