> Kleine Lebensretter: Die besten Flüssiggas- und Kohlenmonoxidmelder für Campingfahrzeuge

Unsichtbare Gefahr: Diese Gaswarner für Wohnmobile taugen wirklich

04.02.2026
Bild & Text: Karsten Kaufmann

Im Umgang mit Kohlenmonoxid (CO) und Flüssiggasen wie Propan oder Butan gilt: Äußerste Vorsicht ist Pflicht. Ein Unfall oder eine Unachtsamkeit mit diesen Stoffen kann im Extremfall tödlich enden. Umso wichtiger ist, dass wir uns beim Camping auf absolut zuverlässige Gaswarner verlassen können.

15 Gaswarner im Test: Einen solch umfangreichen Vergleich für Freizeitfahrzeuge gab es in Deutschland bislang nicht. Schon ein Redaktionstest aus dem Jahr 2020 deckte bei mehreren Geräten bedenkliche Sicherheitslücken auf. Einige Hersteller reagierten, andere nicht. Zeit für eine neue Bestandsaufnahme.

Im aktuellen Test prüfte die Redaktion Gaswarner für Flüssiggas (Propan/Butan) und Narkosegase ebenso wie Geräte zur Kohlenmonoxid-Erkennung. CO benötigt einen eigenen Sensortyp, trotzdem werben mehrere Hersteller mit sogenannten Dual Sensoren. Unser Test zeigte klar, dass diese Geräte Kohlenmonoxid eben nicht erkennen und somit hier versagen.

Was das in der Praxis bedeutet? Reagiert ein Gerät bei der getesteten Konzentration nicht, drohen im Ernstfall schwere gesundheitliche Schäden, im Extremfall der Tod. Die Werbeaussagen der Hersteller, beide Gasarten mit nur einem Sensor erkennen zu können, sind aus Sicht von RMI nicht nur gefährlich, sondern unnötig.

Richtiger Montageort entscheidend

Da LPG und Narkosegase schwerer als Luft sind, muss die Montage des Geräts bodennah erfolgen. CO Sensoren für das leichtere Kohlenmonoxid müssen dagegen mindestens oberhalb des höchsten Schlafniveaus, also über 1,5 Meter, platziert werden. Da alle externen Zusatz CO Sensoren der gleichen Hersteller zuverlässig funktionieren, stellt sich die Frage: Warum diese fahrlässigen Marketingaussagen? Warum nicht die Zentrale als reinen LPG Warner in Kombination mit speziellen CO Warngeräten anbieten und auf bedenkliche Grenzgänge verzichten? Als Reaktion hat ein Hersteller seine Zentrale inzwischen vom Markt genommen.

Wie Gaswarner vor Narkosegasen schützen, spielt für viele Camper ebenfalls eine wichtige Rolle. Für das zuverlässige Erkennen von Kohlenwasserstoffen wie Propan und Butan sowie Kohlenmonoxid legte das Testteam die maximal tolerierbaren Gaskonzentrationen nach DIN EN 50194 2 (LPG und Narkosegase) und DIN EN 50291 2 (CO) zugrunde. Gibt ein Gaswarner innerhalb dieser Grenzen in normgerechter Zeit Alarm, galt die Prüfung als bestanden.

Die Normen regeln zudem, wie Defekte angezeigt werden müssen oder wie laut ein Alarm sein soll. Diese Punkte flossen mit großer Toleranz in die Bewertung ein, da kaum ein Hersteller, mit Ausnahme von Thitronik, seine Geräte konsequent an den Normen ausrichtet. USB Sticks, Geräte mit Kfz Kabel oder Batterie wären als nicht ortsfest montierte Systeme eigentlich nicht normkonform. In den Augen der Tester sollten sie dennoch alle beworbenen Gase innerhalb der Normgrenzen zuverlässig erkennen.

Auch Carpro Tec definiert seinen TriGasPro entsprechend und erlaubt Kunden eine Selbstkalibrierung des Sensors zwischen „Alarm bei normaler Umgebungsluft“ und „kein Alarm bei kritischer Gaskonzentration“. Für die Testredaktion ist das ein No Go, da die Verantwortung für einen sicheren Betrieb auf den Nutzer übertragen wird. Nach Kritik von RMI prüft Carpro Tec inzwischen, diese Funktion zu sperren.

Kurzum: Ein Gaswarner Test ohne Orientierung an Normen ist nicht denkbar. Ohne klare Spielregeln können Verbraucher der Kernaufgabe von Gaswarnern nicht vertrauen: Leben retten. Mit der CE Kennzeichnung müssen Hersteller die entsprechenden Normvorgaben einhalten. Einige tun das. Dass solche Geräte etwas mehr kosten, ist eine Investition ins Leben. Und die lohnt sich.

Diese Gaswarner können wir guten Gewissens empfehlen

Unser Testergebnis fiel bedenklich aus: Von den 15 getesteten Modellen haben lediglich vier die Tests mit sehr gut oder gut bestanden – neun fallen mit Schwächen oder gar gravierenden Sicherheitsmängeln durch. Hier sind die vier Modelle, die ihre Versprechen halten und die wir guten Gewissens empfehlen können.

Unser Testsieger: Thitronik G.A.S. Pro III in Verbindung mit Zusatzsensor

Bewertung: Die G.A.S. Pro III bietet Thitronik als CO- oder Propan-/Butan-Version (brennbare Gase) an. So kann der Kunde wählen, ob er die Zentrale boden- oder deckennah installiert und mit einem ergänzenden Zusatzsensor für die jeweilige andere Gasart kombiniert. Oder, etwa für größere Fahrzeuge, mehrere Räume mit gleichen oder verschiedenen Sensortypen überwachen lässt. Das Manual gibt klare Anweisungen in lesbarer Schriftgröße und farbigen Bildern zur fachgerechten Montage von Zentrale und Zusatzsensor (Montageort und Verkabelung). Was die Tester vermissten: eine klare Benennung auf dem jeweiligen Manual, ob es für die CO- oder Propan/Butan-Zentrale ist (auf Anfrage von RMI ergänzt Thitronik die Manuals entsprechend).

Sehr gute CE-Kennzeichnung auf dem Gerät mit Nennung des Produkts, des Herstellers und Fertigungsdatum. Zentrale und/oder Zusatzsensor lösen normkonform stets unterhalb der möglichen Höchstgrenzen, stets mit sinnvollem Abstand zu einer kritischen Konzentration Alarm aus. Meist später als andere Produkte im Test – was auf einer sinnvollen Programmierung zur Vermeidung von Fehlalarmen basiert. Die Funkverbindung zu WiPro-Alarmanlage stellt G.A.S. Pro III über die störungsfreie Frequenz 868,35 MHz her.

Der Stromverbrauch (insbesondere der CO-Version) ist sensationell gering, die Lautstärke des Alarms überzeugend laut. Je nach Version erklärt Thitronik die Konformität zur DIN EN 50291-2 (brennbare Gase) oder zur DIN EN 50194-2 (Kohlenmonoxid). Die Zentrale (KW) und entsprechende Zusatzsensoren erkennen das Narkosegas Trichlorethylen verlässlich und im angemessenen Zeitfenster.

TESTERGEBNIS G.A.S. Pro III Kohlenmonoxid: SEHR GUT

TESTERGEBNIS G.A.S. Pro III Propan/Butan: SEHR GUT

Je nach gewählter Zentrale kann die G.A.S. Pro III mit einem weiteren Sensor sinnvoll ergänzt werden.

Technische Daten und Infos

  • Besteht aus: Zentrale (2 Versionen): Kohlenmonoxid (CO) oder Propan/Butan & KO-/Narkosegase
  • Zusatzsensor im Test: Propan/Butan & KO-/Narkosegase oder Kohlenmonoxid
  • Lieferumfang: Gerät mit 3 Meter Anschlusskabel (Kabel ist vorbereitet, muss nur in Federkraftklemmen gesteckt werden), 3 Warnaufkleber, Sicherung, Sicherungshalter, Schrauben und Ringösen (lose) für Bordnetz, Wandhalter
  • CE-Kennzeichnung: auf Gehäuse
  • Selbsttest/Sensorfehler: automatisch; normgerecht; gelb blinkende LED und Signal; Kennzeichnung auf Gehäuse, ob Zentrale oder Zusatzsensor Fehler meldet; manueller Selbsttest nicht nötig
  • Stromverbrauch CO-Version inkl. Zusatzsens.: 6,3 mA/30 mA (0,15/0,7 Ah/Tag)
  • Stromverbrauch Propan/Butan-Version/inkl. Zusatzsensor:
    22 mA/26 mA (0,53/0,62 Ah/Tag)

Sehr gut: Thitronik G.A.S. - für Flüssiggase und Narkosegas

Bewertung: Der G.A.S. ist der kleine Bruder des G.A.S. Pro III und eignet sich bestens als eigenständige Lösung und ist nicht zur Kombination mit der WiPro-III-Alarmanlage gedacht. Das Manual gibt klare Anweisungen in lesbarer Schriftgröße und farbigen Bildern zur fachgerechten Montage und Verkabelung. Eine Bohrschablone erleichtert die Montage. Die G.A.S. erkennt brennbare Gase verlässlich innerhalb der von der Norm geforderten Grenzen. Wichtig: Kohlenmonoxid erkennt dieses Gerät nicht, dafür wird ein weiteres Gerät benötigt!

Der Stromverbrauch ist minimal, die Lautstärke des Alarms mit 83 dB überzeugend laut. Sollte der Sensor im Betrieb ausfallen, informiert das Gerät sofort akustisch und über eine blinkende LED (LEDs waren im Testmuster noch nicht gelb). Kunden können sich somit jederzeit auf die Funktionalität des Geräts verlassen. Thitronik erklärt die Konformität mit der DIN EN 50194-2 für brennbare Gase. Narkosegas erkennt der Warner in einem angemessenen Zeitraum zuverlässig. Kauftipp der Redaktion für Propan-/Butangas und Narkosegas-Warner.

TESTERGEBNIS Propan-/Butangas: SEHR GUT

TESTERGEBNIS Narkosegas: SEHR GUT

Schnelle Reaktion auf Testkritik: Thitronik liefert die G.A.S. mit einer gelb blinkenden LED für die Meldung des Sensorfehlers.

Technische Daten und Infos

  • Besteht aus: Gaswarner (Zentrale) für: Propan/Butan & KO-/Narkosegase
  • Zusatzsensor verfügbar: nein
  • Lieferumfang: Gerät mit 1,5 Meter Anschlusskabel, Schrauben, 3 Alarmaufkleber, Handbuch mit Bohrschablone
  • CE-Kennzeichnung: ja, gelasert
  • Selbsttest/Sensorfehler: automatisch; blinkende LED und Signal; manueller Selbsttest nicht nötig
  • Stromverbrauch: 25 mA (0,6 Ah/Tag)

Gut: Carbest Car-Stick - für Propan-/Butangas und Narkosegas

Bewertung: Der kleine Carbest-Stick erkennt Butan/Propan wie versprochen – verlässlich und weit unter der von der Norm geforderten Konzentration und Zeit. Das ist einerseits okay, lässt aber auf häufige Fehlalarme schließen. Der Stick überrascht mit einer hochwertig bestückten Platine, allerdings mit nur einer LED.

Sehr gut: Der verbaute MEMS-Sensor (Micro Electro-Mechanical System) ist etwas unempfindlicher gegenüber Temperaturschwankungen und Luftfeuchtigkeit, ersetzt aber keine Bauteile, die eine Temperatur- und Feuchtigkeitskompensation garantieren. Beim Betrieb über Fahrzeug-USB-Port oder via Powerbank sollten Nutzer die Gefahr vor Augen haben, dass ein loses Kabel die Funktion unterbricht. Der Stick muss bodennah und nicht, wie im Manual steht, in 1 Meter Höhe platziert werden. Der Ton des Alarms mit gemessenen 67 dB ist scharf und erstaunlich gut hörbar.

Im Test des Narkosegases Trichlorethylen schlägt das Gerät schon nach wenigen Sekunden und schon bei dünnster Konzentration von nur wenigen ppm Alarm – unserer Meinung nach zu empfindlich, deswegen Abwertung.

TESTERGEBNIS Propan-/Butangas: GUT

TESTERGEBNIS Narkosegas: BEFRIEDIGEND

Der Gas-Stick von Carbest macht einen guten Job, ersetzt aber einen fest installierten Gaswarnen mit 12-Volt-Versorgung nicht.
  • Besteht aus: Gaswarner (Zentrale) für: Propan/Butan & KO-/Narkosegase
  • Zusatzsensor verfügbar für: nein
  • Lieferumfang: USB-2.0-Gaswarner, Manual
  • CE-Kennzeichnung: auf Stick
  • Selbsttest/Sensorfehler: gibt im Betrieb Alarm, wenn Sensor defekt, Kunde erkennt Ursache aber nicht; beim Einschalten: verharrt im Startmodus mit blinkender LED
  • Stromverbrauch: 14,1 mA (0,34 Ah/Tag)

Gut: AS-Schwabe H-AL 8300 K.O.-Gasmelder - auch für Propan-/Butangas

Bewertung: AS-Schwabe notiert vernünftig auf der Verpackung: Warnt vor Narkosegasen (Äther) sowie Propan und Butan. Die Stromversorgung via USB-C-Kabel ist nicht optimal, ein versehentliches Herausziehen des Kabels kann nicht ausgeschlossen werden (kann auch mit einer Powerbank betrieben werden). Das Gel-Pad zur schnellen Montage hält bombenfest, die empfohlene Installation in einer Höhe von 70 bis 110 Zentimetern über dem Boden ist weitaus zu hoch gewählt. 10 bis 30 Zentimeter wären angemessen.

Die LED-Funktionsanzeigen sind vorbildlich: Power (grün), Fehler (gelb), Alarm (rot). Der elektrochemische Sensor gibt sehr früh Alarm mit satten 84 dB, häufige Fehlalarme können aufgrund des sehr sensiblen Sensors nicht ausgeschlossen werden. Narkosegas erkennt das Gerät verlässlich und nicht (lobenswert) hypersensibel. Hoher Stromverbrauch und die Art der Stromversorgung rücken den Kauftipp allerdings in die Ferne.

TESTERGEBNIS Erkennung Propan-/Butangas: GUT

TESTERGEBNIS Narkosegas: GUT

Teilt sich mit dem Gas-Stick von Carbest das Prädikat: bestes mobiles Gerät im Test. Verbraucht aber 10-mal mehr Strom.
  • Besteht aus: Gaswarner (Zentrale) für: Propan/Butan & KO-/Narkosegase
  • Zusatzsensor verfügbar für: nein
  • Lieferumfang: Gerät, 150 Zentimeter langes USB-C-Kabel, Gelpad, Klebepad, Schrauben und Dübel, Handzettel
  • CE-Kennzeichnung: auf Gerät
  • Selbsttest/Sensorfehler: sowohl im Betrieb wie beim Starten gelb-grüne Leuchte und akustisches Signal
  • Stromverbrauch: 159 mA (3,79 Ah/Tag)
Redaktion
Karsten Kaufmann
Karsten Kaufmann ist seit 2007 bei der Reisemobil International und ist Experte für Praxis und Zubehör.
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