> Luftkissen, Stufenkeile, Schrägkeile und Rundkeile im Vergleich

11 Auffahrkeile und ein Luftkissen für Camper im Praxistest

09.04.2026
Bild & Text: Karsten Kaufmann

Auffahrkeile für Camper im Test: Stabilität, Handhabung, Preis. Bonus-Tipp: Wie gut schlägt sich die Alternative Luftkissen?

Rampe frei: Auffahrkeile sind ein unverzichtbares Zubehör für jeden Camper. Sie helfen Caravan, Campingbus, Kastenwagen oder Vollintegrierten perfekt waagrecht ausgerichtet zu parken – auch auf ordentlich schiefen Stellplätzen. Optimal eingesetzt sind Bett, Kochstelle und Duschwanne bestmöglich nivelliert, der optimale Komfort aller Wohnbereiche garantiert. Kurzum: Ohne die Standardausrüstung Auffahrkeile rutscht nicht nur das Spiegelei in der Pfanne in Schieflage, sondern auch die Stimmung im Camper.

Gute Auffahrkeile gibt es für vergleichsweise kleines Geld. Zwischen 20 und 50 Euro kosten die meisten Paare. Kleine Ausreißer in unserem Test: die extrem robusten Stufenkeile XL von Froli für 79 und die Lippert Level9 für 125 Euro. Bei letzteren hilft eine App dem Camper, das Nivellieren deutlich einfacher zu erledigen. So die Theorie. Das spannende Ergebnis lesen Sie im Testbrief. Preislich auch außen vor: das Luftkissen Camper 2.0 von Flat-Jack. Hier kostet schon ein Kissen 149 Euro. Was es bietet und warum die Investition doch lohnt: im Testbrief.

Auch bei den klassischen Auffahrkeilen ohne App-Unterstützung zeigen sich schon allein in der Bauart und Handhabung etliche Unterschiede: Stufenkeile mit Rampen oder Mulden, Schräg- oder Rundkeile. Wie robust sind die Dinger, wie unterscheiden sie sich in der Handhabung? Schlussendlich müssen 11 Auffahrkeile und ein Luftkissen ihre Standfestigkeit in einem Praxis-Check unter Beweis stellen – und zeigen dabei ganz erstaunliche Unterschiede.

Auffahrkeile für Wohmobile im Test: Inhaltsverzeichnis

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Gemeinsamkeiten und Unterschiede unserer Testkandidaten

Beginnen wir mit den Gemeinsamkeiten: Die Handhabung ist bei allen Auffahrkeilen ganz ähnlich. Keil vor den Reifen legen und bis zur gewünschten Höhe auffahren. Hierbei bieten Stufenkeile bauartbedingt nur zwei oder drei mögliche Parkpositionen (Höhen), Rund- oder Schrägkeile sowie ein Luftkissen, quasi stufenlos, so viele wie gewünscht. Eines vorneweg: Wer auf Kriegsfuß mit seiner Kupplung steht oder schlicht ein ganz entspanntes Auffahren wünscht, greift eher zum Schräg- oder Rundkeil.

Werfen wir einen Blick auf ganz offensichtliche Unterschiede der Konzepte: (Pack-)Maße, maximaler Höhenausgleich und Gewicht. So wiegen die Zweiersets der Auffahrkeile im Test von 1,7 bis 5,4 Kilogramm. Nicht immer wächst mit dem Gewicht auch die versprochene Tragfähigkeit der Auffahrkeile. So tragen die 1,5 Kilo schweren Fiamma Level Up jeweils 2,5 Tonnen, die 1,6 Kilogramm schweren Carbest Stufenkeile nur je 1,25 Tonnen. Frolis Maxi-Keile sollen bei einem Gewicht von 1,9 Kilogramm sogar stolze 5 Tonnen schultern.

Frolis Kompaktkeil hebt den Reifen maximal 5, der Level9 von Lippert um satte 18 Zentimeter, der Werkthor Rundkeil ist schlanke 335 Millimeter kurz, der Stufenkeil aus demselben Hause satte 600 Millimeter lang. Trotzdem zeigt der Test: Etwas „Übergewicht“ sorgt durchaus für bessere Stabilität und Haltbarkeit. Ein Blick auf die technischen Eckdaten und/oder Tragfähigkeit der Auffahrkeile lohnt also in jedem Fall.

Daher gilt vor dem Kauf: Hinterachslast des Fahrzeugs ermitteln – und zwar reisefertig. Nur so weiß man, welche Tragfähigkeit die Auffahrkeile fürs eigene Fahrzeug unbedingt bieten sollten. Auch sollten die Reifenbreite in etwa der Breite des Auffahrkeils entsprechen. Da die Reifenaufstandsfläche meist (abhängig vom Luftdruck) etwa 10 bis 15 Prozent kleiner als die nominale Reifenbreite ist, braucht ein 225er-Reifen auch nicht unbedingt einen 225 Millimeter breiten Auffahrkeil. Der darf auch schlanke 180 oder 190 Millimeter breit sein.

Alle Hersteller greifen zu robusten Kunststoffen. Doch neben der Wahl des Materials ist es vor allem die Formgebung, die entscheidet, ob die Auffahrkeile die tägliche Tortur lange überstehen. Insbesondere punktuelle Belastungen durch versteckte Steine oder Wurzeln im Boden schädigen so manchen Keil schon nach einmaliger „Fehlbelastung.“ Schotterparkplätze sind wahre Killer für Auffahrkeile. Daher gilt: Stellplatz mit Bedacht wählen. Zudem verteilen dicke Gummimatten unter den Auffahrkeilen den Druck deutlich besser und schonen die Keile enorm.

Froli und einige andere Herstellen bieten Unterlegmatten für die Keile an – Froli für den großen Stufenkeil XL spezielle Auffahrmatten. Die minimieren zum einen das Wegrutschen der Keile beim Auffahren (passiert in der Praxis bei diesem Keil kaum), und zum anderen sollen sie die Keile vor dem Einsinken im weichen Boden schützen.
Wer erstmals mit Auffahrkeilen hantiert, sieht sich vor eine knifflige Aufgabe gestellt. Die offensichtliche Ausgangslage: Der Camper steht schief. Doch wie weit muss ich mit welchem Reifen auf welchen Keil fahren? Ganz ehrlich: Hier hilft nur Übung, Erfahrung und ein unterstützender Partner. Mehr Tipps zum richtigen Nivellieren finden Sie hier.

Was die Haltbarkeit der Keile angeht: Chemische Reiniger und UV-Strahlung mag kein hochbelasteter Kunststoff besonders gerne. Ergo: Auffahrkeile nur mit Wasser reinigen und in praller Sonne abdecken. Das gilt auch für Luftkissen.
Last, but not least: Achten Sie beim Kauf darauf, dass eine Tasche zum Lieferumfang gehört. Sie erleichtert das Verstauen im Camper schon enorm.

1. Konzeptvergleich Auffahrkeile: Stufenkeile, Schrägkeile, Rundkeile, Luftkissen

Stufen-, Schräg- oder Rundkeil sowie Luftkissen – alle Konzepte eignen sich  zum Nivellieren des Campers. Wichtig: Nach erfolgreicher Nivellierung gilt immer: Handbremse anziehen. Auch bei Stufenkeilen.

Stufenkeile

Die Klassiker: Zwei oder drei „Plattformen“ bieten verschiedene Höheniveaus. Manchmal wünscht man sich ein Zwischenniveau. Je nach Formung des Keils kann die Fahrt von einem Niveau aufs nächsthöhere eine Herausforderung sein – insbesondere, wenn man nicht über das höchste hinweg fahren möchte. Leichter gelingt dies, wenn die Stufen als Mulden geformt sind und der Reifen hier besser stoppt. Je nach Fahrzeug und Fähigkeit des Fahrers etwas kupplungsfordernd. Muss flächig aufliegen, nicht über Mulden verwenden. Extreme Bandbreite an Robustheit und Tragfähigkeit.

➕  Camper parkt auf kleiner Plattform (Handbremse muss weniger halten)
➕➖ Reifen über größere Fläche unterstützt (manchmal an Kante)
mitunter knifflig, von einer Stufe auf die nächste zu fahren
Nivellierung nur auf festgelegten Stufen

Schrägkeile

Mit Schrägkeilen ist exaktes Nivellieren zentimetergenau möglich. Mit gleichmäßig Gas rollt man deutlich entspannter aufs richtige Niveau – bis ganz oben. Es droht das „Überhüpfen“ der höchsten Stufe, wenn man – was mitunter beim Stufenkeil passiert – mit zu viel Gas von der vorletzten auf die letzte Stufe klettern möchte. Sehr kupplungsschonend. Muss flächig aufliegen, nicht über Mulden verwenden. Sehr hohe Tragfähigkeit (Froli).

 besonders einfach aufzufahren
➕➖ stufenlose, exakte Nivellierung
 im Idealfall mit Parkstoppern kombinieren
 ohne Parkstopper parkt Fahrzeug „am Berg“

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Rundkeile

Ein super Alternative und sehr kupplungsschonend – für all jene, die keine Automatik haben. Ranfahren und langsam über den Rundkeil, der sich mit jedem Zentimeter etwas höher dreht. Vom Gefühl beim Auffahren ganz ähnlich zum Schrägkeil. Die Gefahr, dass er wegrutscht, ist kaum gegeben. Bei etwas unebenem Untergrund kann es (selten) passieren, dass er sich durch die Formung leichter wegdreht. Mulde im Boden? Tödlich für Stufen- und Schrägkeile. Rundkeile zeigen sich davon unbeeindruckt. Während Werkthor eine Tragfähigkeit von 3,25 Tonnen pro Rundkeil verspricht, reduziert Froli beim Rundkeil Mini und Pro auf je 1,25 Tonnen. Perfekt für „Langzeitsteher“, da die Form der Rundkeile die Reifen optimal unterstützt.

 sehr einfaches „Auffahren“
optimale Schonung der Reifen
Freiraum zur Schürze/Schweller Fahrzeug nötig
Ausgleichshöhe begrenzt
verdreht sich selten beim Auffahren auf unruhigem Untergrund
sinkt bei weichen Böden/Schnee weiter ein als lange Auffahrkeile

Luftkissen

Drauffahren, entspannt Motor abstellen und auf gewünschte Höhe aufpumpen. Leichter geht’s kaum. Die Testversion hebt stattliche 20 (wow), der kleine, günstigere Flat-Jack 6 Zentimeter. Wer Luftkissen nutzt, hat einen kleinen, tragbaren Kompressor im Fahrzeug: Aber sogar mit der Fahrradpumpe war der Flat-Jack in zwei Minuten aufgepumpt. Zwei kleine Mankos: bei spitzen Steinen muss eine stabile Unterlage unter das Kissen (Hartholzplatte oder dicke Gummimatte), und das Fahrzeug bewegt sich bei Bewegungen im Wohnraum leicht auf dem Kissen. Pluspunkt: Kleine Mulden im Boden sind dem Luftkissen egal.
exaktes Nivellieren
problemloses Auffahren
sehr hoher Ausgleich (Flat-Jack Camper 2.0)
extrem reifenschonend
auf Schotter nur mit Unterlegmatte einsetzbar
verhältnismäßig geringe Tragkraft
Pumpe/Kompressor nötig

2. Perfektes Ausrichten des Campers - so gelingt´s

Wer mit Auffahrkeilen hantiert, sollte nicht immer mit idealen Untergründen rechnen.
Mitunter muss man auf fiese Untergründe und auf schwierige Umstände vorbereitet sein.

➡ Fahrtrichtung: Vorzugsweise vorwärts auf die Auffahrkeile fahren – das schont Kupplung oder Getriebe.
Der erste Gang ist kürzer als der Rückwärtsgang übersetzt.

➡ Löchriger Boden: Auffahrkeile benötigen flächige Unterstützung. „Überbrückt“ der Keil eine Mulde,
drohen Verformung und Bruch.

➡ Unterlagen: Auf groben Schotten lohnt es immer, eine materialschonende Unterlage (dicke Gummimatte,
Meterware Baumarkt/Internet) unter die Keile zu legen, auf Sand verhindern sie das Einsinken von unten sehr
offen gestalteten Keilen. Hier können auch solide wetterfeste Hartholzplatten helfen. Werkthor liefert solch eine Gummimatte beim Rundkeil mit. Fiamma und Froli im Zubehör.

➡ Libelle oder elektronische Wasserwaage: Schon beim Rangieren auf dem auserwählten Stellplatz können ein paar Zentimeter weiter rechts oder links darüber entscheiden, ob man Auffahrkeile braucht oder nicht – oder ob man viel oder wenig Nivellieren muss. Und beim Parken/Rangieren kann der Partner auf Tisch oder Arbeitsplatte die optimale Parkposition prüfen. Nach dem Nivellieren nochmals checken, ob man perfekt steht.

➡ E-Level: E-Level ist ein Baustein von E-Trailer und signalisiert via App die nötige Höhe pro Achse. Clever und hilfreich: Das Starterpaket Basic schlägt allerdings mit 250 Euro zu Buche.

➡ Walkie-Talkie: Es ist laut auf dem Stellplatz, die Rückfahrkamera hat kein Micro, die Verständigung zwischen Fahrer und Partner funktioniert nicht so richtig? Bevor die Nerven blank liegen – Walkie-Talkies nutzen. Die Teile kosten nicht die Welt und helfen auch beim Rangieren an Engstellen in der Stadt oder Gelände. Kleines Geld – gewaltiger Nutzen.

➡ Vollhydraulische Hubstützen: Vergessen Sie ab sofort jeglichen Stress beim Nivellieren. Auf Knopfdruck startet das System vollautomatisch und nivelliert den Camper perfekt. Nachteil: sehr hoher Preis und Gewicht.

3. So testet die Redaktion

Alle Auffahrkeile im Praxistest werden von der Testredaktion vermessen und gewogen. Im Praxistest müssen sich alle Auffahrkeile auf einer Wiese mit verhältnismäßig hartem Boden und auf einem Parkplatz mit recht kleinkörnigem, aber scharfkantigem Schotter beweisen. In beiden Tests fahren die Tester langsam an den Keil heran und bis auf die höchste Stufe hinauf – jeweils 10-mal pro Untergrund. Die ermittelte Achslast der beiden Testfahrzeuge lag bei wenig mehr 1.200 Kilogramm pro Hinterrad – also für alle Keile im Test im grünen Bereich. Die tragfähigsten Keile im Test waren bei diesem Check weit unterhalb der Belastungsgrenze.

4. Testergebnisse

Carbest Stufenkeil

Preis: 31 € inkl. Tasche
Tragfähigkeit: je 1,25 t
Maße (LxBxH): 520 x 170 x 110 mm
Gewicht, 2er Set* (*Messwerte Testredaktion): 3.200 g
(max.) Höhe(n): 40 / 60 / 90 mm
Kontakt: www.reimo.com

Für günstige 31 Euro bietet Reimo den Carbest Stufenkeil an. Seine Tragfähigkeit von 1,2 Tonnen reicht für kleinere Fahrzeuge und die meisten 3,5-Tonner völlig aus. Seine sehr glatte Unterseite lässt den Keil auf der Wiese eher mal etwas leichter wegrutschen, auf feinkörnigem Schotter hielt er im Test erstaunlich gut. Zudem zeigt er sich auf Schotter als äußerst widerstandsfähig und kommt ohne nennenswerte Blessuren aus dem Test heraus. Mit einer Standfläche von 9,5 mal 17 Zentimeter ist der Carbest nicht ausgesprochen breit und eher für schmalere Reifen zu empfehlen. Das Auffahren gelingt über die konvex geformten Stufen problemlos. Mit 3,2 Kilogramm nicht das leichteste Set, die maximale Nivellierungshöhe von neun Zentimetern ist guter Standard.

Die Carbest Stufenkeile stellen sich als günstiges, robustes Set für nicht allzu breite Reifen vor.

Testergebnis: SEHR GUT

Carbest Stufenkeil

Fiamma Level Up

Preis: 34 € inkl. Tasche
Tragfähigkeit: je 2,5 t
Maße (LxBxH): 570 x 200 x 130 mm
Gewicht, 2er Set*: 3.000 g
(max.) Höhe(n): 40 / 70 / 100 mm
Kontakt: www.fiamma.it/de

Die leichten Level Ups aus stabilem Polyäthylen HD (sollen UV-stabil sein) schultern laut Fiamma 2,5 Tonnen pro Keil – ein aufgeprägtes TÜV-Siegel untermauert dieses Versprechen. Die Prägung ist vorbildlich – andere Hersteller haben dies nicht. Mit fast 20 Zentimetern Breite eignen sich die Fiammas auch für breitere Reifen, das Auffahren gelingt, wie bei Stufenkeilen üblich, minimal schwieriger als bei Schrägkeilen, die recht flach gestalteten Rampen machen es dem Fahrer aber leicht. Die maximale Ausgleichshöhe sind 10 Zentimeter, der oben an der Kante sitzende Steg signalisiert dem Fahrer „Stopp“. Insgesamt machen die Level Ups einen guten Job, auf Schotter leiden die Stege der offenen Wabenstruktur aber schon nach wenigen Auffahrten sichtlich. Kleine Parkstopper (Chock-Level-Blockierhilfen) bietet Fiamma für 11 Euro, kleine Anti-Slip-Auffahrhilfen für 6 Euro an.

Die Fiamma Level Up sind gute Ausgleichskeile für faires Geld und möglichst glatte Untergründe. Schäden drohen bei Steinen und Wurzeln.

Testergebnis: GUT

Fiamma Level Up

Fiamma Level Pro

Preis: 19 €
Tragfähigkeit: je 5,0 t
Maße (LxBxH): 430 x 165 x 90 mm
Gewicht, 2er Set*: 1.600 g
(max.) Höhe(n): Linear bis 90 mm
Kontakt: www.fiamma.it/de

In puncto Traglast müssen sich die kleinen Fiammas nicht verstecken: Bis zu 5 Tonnen soll jeder Ausgleichskeil tragen können. Warum allerdings diese hohe Traglast? Für die meisten wirklich schweren Fahrzeuge sind die Level Pro mit 165 Millimeter Breite etwas zu schlank. Zudem geht’s mit den Reifen nur sieben Zentimeter in die Höhe (Reifen kann nicht ganz oben an der Kante stehen). Dafür locken die Level Pro mit einem fairen Gewicht von nur 800 Gramm pro Keil und einem sehr überschaubaren Packmaß von 430 mal 165 mal 90 Millimetern (mal 2). Auf Wiesen mit Steinen und auf Wurzelkanten zeigt sich der Level Pro sehr robust – auch der wirklich herbe Test auf Schotter schädigt die Auffahrkeile nicht sichtbar. Sehr gut.

Für Camper mir recht schmalen Reifen und die, die mit der verhältnismäßig geringen „Hubhöhe“ auskommen, sind die robusten Level Pro von Fiamma eine gute Alternative.

Testergebnis: SEHR GUT

Fiamma Level Pro

Froli Kompaktkeil

Preis: 37 € inkl. Tasche
Tragfähigkeit: je 3,7 t
Maße (LxBxH): 430 x 200 x 50 mm
Gewicht, 2er Set*: 1.700 g
(max.) Höhe(n): 50 mm
Kontakt: www.froli.com

Der Froli Kompaktkeil ist in mehrerer Hinsicht ein interessanter Auffahrkeil. Zum einen darf er stattliche 3,7 Tonnen tragen, zum anderen können bis zu drei Keile gestapelt werden. Einfach aufeinanderlegen und in die vorgesehene Nut schieben. Allerdings braucht’s an Bord auch schon vier Keile, um auf schwierigen Stellplätzen auf ein brauchbares Nivellierungsniveau zu kommen – ein Keil allein hebt einen Reifen um gerade einmal, realistisch betrachtet, 40 Millimeter. Was den Preis, das attraktive Gewicht und das faire Packmaß von zwei Keilen deutlich relativiert. Dennoch: Die Alternative mit vier Kompaktkeilen bietet ein hohes Maß an Flexibilität, zumal sich die Keile im Test als quasi unverwüstlich präsentieren. Das Auffahren auf den verhältnismäßig breiten Kompaktkeil: super einfach.

Der Froli Kompaktkeil läuft im 2er-Team (2 Sets) zur Höchstform auf. Vielseitig, extrem robust und – nomen est omen – kompakt.

Testergebnis: SEHR GUT

 

Froli Kompaktkeil

Froli Stufenkeil XL

Preis: 79 € inkl. Tasche,
Auffahrmatte XL
Tragfähigkeit: je 5 t
Maße (LxBxH): 575 x 235 x 150 mm
Gewicht, 2er Set*: 5.400 g / 1.000 g (Matten)
(max.) Höhe(n): 65 / 115 mm
Kontakt: www.froli.com

Würden Stauraumbedarf, Preis und Gewicht keine Rolle spielen – der Stufenkeil XL von Froli wäre sicherlich DER Stufenkeil für Camper. Ausreichend breit für dicke Reifen, große Standflächen auf der jeweiligen Stufe, um die Reifen gut zu unterstützen, und eine enorme Tragfähigkeit favorisieren den Stufenkeil XL für Camper mit hohen Ansprüchen. Zwar mussten auch die XL nur 1,2 Tonnen im (Schotter-)Test „ertragen“ – aber sie taten dies, ohne einen einzigen nennenswerten Kratzer. Am Ende muss man aber sagen: Nicht jeder Camper braucht diese solide Performance. Zumal, wollten wir etwas meckern, zwei Stufen nicht ganz optimal zum exakten Nivellieren sind. Ein Nachteil, der sich bei größeren Fahrzeugen mit längeren Radständen aber etwas abschwächt.

Die extrem robusten Stufenkeile XL von Froli sind insbesondere für Camper mit breiteren Reifen und schwerem Fahrzeug eine lohnende Investition. Der Preis von 79 Euro inklusive der soliden Auffahrmatten ist überaus fair.

Testergebnis: SEHR GUT

Froli Stufenkeil XL

REISEMOBIL CARAVAN TESTSIEGER: Froli Maxi-Keil

Preis: 59 € inkl. Tasche, Parkstopper & Auffahrhilfen
Tragfähigkeit: je 5,0 t
Maße (LxBxH): 500 x 212 x 120 mm
Gewicht, 2er Set*: 3.800 g /
1.300 Parkstopper
(max.) Höhe(n): 120 mm
Kontakt: www.froli.com

Attraktive Breite, attraktive Höhe (realistisch rund 110 mm) gepaart mit einer enormen Traglast – die Froli Maxi-Keile sollte man sich unbedingt mal näher anschauen. Aber: Mit den beiden Parkstoppern im Set erhöht das Gewicht auf stattliche 5,1 Kilogramm. Braucht’s die Teile? Jein. Die Handbremse hält das Fahrzeug verlässlich – ein weiterer Sicherheitsaspekt sind die Stopper dennoch, zudem wird der Reifen, insbesondere bei längeren Standzeiten, nochmals entlastet. Also lohnt das Set zum Preis von 59 Euro durchaus. Zwei weitere Pluspunkte verbuchen die Maxi-Keile: Man fährt völlig entspannt auf den Schrägkeil ohne Stufen, kann stufenlos die Höhe wählen und darf sich über überzeugende Haltbarkeit freuen – den Schottertest absolvieren die Frolis ohne jegliche Blessuren. Den Maxi-Keil bietet Froli ohne Stopper und Auffahrhilfen inkl. Tasche für 39 Euro an.

Wen das Gewicht der Froli Maxi-Keile nicht stört, erhält einen rundum empfehlenswerten Ausgleichskeil für seinen Camper. Top-Qualität zum angemessenen Preis.

Testergebnis: SEHR GUT

Froli Maxi-Keil

Froli Rundkeil Pro

Preis: 35 € inkl. Tasche
Tragfähigkeit: je 1,25 t
Maße (LxBxH): 474 x 230 x 100 mm
Gewicht, 2er Set*: 3.600 g
(max.) Höhe(n): 100 mm
Kontakt: www.froli.com

Man fährt mehr in den Keil hinein, als auf ihn drauf. Das gelingt super einfach, garantiert stufenloses Nivellieren – und am Ende steht der Reifen auf dem Froli Rundkeil Pro perfekt unterstützt. Wer beim Auffahren einmal zu weit fährt – kein Problem, der Keil dreht unter dem Reifen einfach durch. Wichtig bei Rundkeilen: Da man sie quasi vor dem Auffahren an den Reifen anstellt, muss ein Freiraum zur Schürze/Schweller gegeben sein. Beim Rundkeil Pro gibt Froli 28 Zentimeter an (Boden zu Schürze). Den Schottertest absolviert der Froli ohne sichtbare Macken, eine Unterlegmatte wäre dennoch sinnvoll. Auf einer weichen Wiese oder im Sand sinkt der Rundkeil deutlich ein. Hier hilft zur Not eine Hartholzplatte. Froli bietet für 32 Euro die Rundkeile Mini an, er nivelliert maximal 8 Zentimeter.

Der Froli Rundkeil Pro garantiert einfachstes Nivellieren auf tragfähigen, festen Böden. Auf weichem Untergrund und Sand kommt das Konzept an seine Grenzen.

Testergebnis: SEHR GUT

Froli Rundkeil Pro

REISEMOBIL CARAVAN TECHNIK-TIPP: Flat-Jack Camper 2.0

Preis: 149 €
Tragfähigkeit: 1,5 t pro Kissen
Maße (LxBxH): Ø 620 mm
Gewicht, 2er Set*: 1.300 g (Stück)
(max.) Höhe(n): stufenlos bis 200 mm
Kontakt: www.flat-jack.de

Flat-Jack mit den Ventilen zur Seite vor oder hinter den Reifen (bis zu 305er-Reifen möglich) legen, Camper mit Reifen mittig auf dem Kissen parken, Ventildeckel abschrauben, Ventiladapter aufstecken und arretieren, Kompressor starten. Wie von Geisterhand hebt sich der Camper auf Wunsch- oder Maximalhöhe, das sind bei der 2.0-Version 20 Zentimeter. Handbremse ziehen (wie bei allen anderen Ausgleichskeilen), fertig. Natürlich befüllt man die Flat-Jack-Luftkissen mit einem Mini-Kompressor an Bord, doch selbst eine Fahrradpumpe hebt mit minimaler Muskelkraft den Camper fix auf Wunschniveau. Auf scharfen Steinen oder grobem Schotter sollte Flat-Jack nur mit robusten Gummimatten unterfüttert zum Einsatz kommen. Der Flat-Jack kann auch als Hebekissen beim Montieren von Zubehör am Camper zum Einsatz kommen. Leer passt er als flache Scheibe in jede Lücke im Staufach. Den Flat-Jack mit 6 Zentimetern Hub gibt es für 119 Euro.

Nicht günstig, aber fantastisch komfortabel in der Anwendung: Der vielseitige Flat-Jack 2.0 begeistert die Test-Crew auf ganzer Linie. Technik-Tipp.

Testergebnis: SEHR GUT

Flat-Jack Camper 2.0

Kyle Camping Level9

Preis: 125 € Inkl. Tasche
Tragfähigkeit: je 1,25 t
Maße (LxBxH): 550 x 230 x 200 mm
Gewicht, 2er Set*: 4.200 g
(max.) Höhe(n): 9 Stufen bis max. 180 mm
Kontakt: www.lippertcomponents.eu

Eine App, die beim Nivellieren hilft: Handy auf den Tisch legen, und die App informiert über den aktuellen „Schiefstand“, wo und vor welchen Reifen ein Auffahrkeil gelegt werden und bis auf welche der 9 markierten Stufen man hinauffahren muss. Die App ist toll gestaltet und sehr verständlich aufgebaut. Laut Manual können die roten Gegenkeile schon vor dem Auffahren platziert werden, um dem Fahrer die exakte Zielposition zu markieren. Da die Level9 aber sehr steil (max. Höhe 18 Zentimeter) sind, rutschen sie vor dem Reifen gerne weg, das Nivellieren muss neu gestartet werden. Da die roten Gegenkeile die Auffahrt punktuell noch steiler machen, besser erst nach dem Auffahren platzieren. Die Level9 sollten ohne Unterlegmatten nur auf Wiesen, Asphalt und keinesfalls auf Wurzeln oder Schotter zum Einsatz kommen. Schotter hinterlässt sonst deutliche Spuren.

Die Lippert Level9 samt hilfreicher App sind eine gute Alternative für Camper, die eine digitale Unterstützung zur richtigen Platzierung der Auffahrkeile wünschen. Konzept mit Potenzial, aber Optimierungsbedarf. Rutschen gerne etwas.

Testergebnis: GUT

Lippert Kyle Camping Level9

Werkthor Stufenkeil

Preis: 45 €
Tragfähigkeit: je 3,0 t
Maße (LxBxH): 600 x 200 x 120 mm
Gewicht, 2er Set*: 2.600 g
(max.) Höhe(n): 40 / 70 / 100 mm
Kontakt: amazon.de/werkthor

Der Werkthor Stufenkeil bietet drei Auffahrhöhen. 100 Millimeter Ausgleichshöhe und 200 Millimeter Breite sind solide Eckdaten. Die jeweilige Plattform ist muldenförmig, nach oben werden die Mulden immer kleiner. Das Auffahren gelingt auf den recht langgestreckten Keil (600 Millimeter) mit flach ansteigenden Stufen dennoch problemlos. Die Crux: Am Boden der untersten Mulde ist der Keil recht dünn. Steht der Keil nur minimal uneben, kommt es hier zu starker Verformung. Das ermüdet den Kunststoff mit der Zeit. Zudem leiden die senkrechten Versteifungen am Boden des Keils doch deutlich bei punktueller Belastung, die durch Wurzeln, Steine im Boden oder Schotter auftreten. Erste kleine Defekte des insgesamt recht leichten und somit nicht maximal robust gefertigten Auffahrkeils zeigen sich schon nach fünfmaligem Auffahren. Keine Tasche im Lieferumfang.

Gemessen am Preis ist die Vorstellung des leichten und nicht ausreichend robusten Werkthor Stufenkeils nicht überzeugend.

Testergebnis: BEFRIEDIGEND

Werkthor Stufenkeil

Werkthor Rundkeil

Preis: 54 € inkl. Tasche
Tragfähigkeit: je 3,25 t
Maße (LxBxH): 335 x 154 x 110 mm
Gewicht, 2er Set*: 3.000 g
(max.) Höhe(n): 100 mm
Kontakt: amazon.de/werkthor

Kompakt, vergleichsweise leicht und doch enorm tragfähig. Das Nivellieren mit den Werkthor Stufenkeilen gelingt super einfach. Die mitgelieferte Unterlegmatte hält den Keil zudem optimal in Position, sodass er nicht verdreht. Einmal aufgefahren, steckt man den schwarzen Parkkeil unter den Rundkeil (gute Eingriffmulde verwenden, um Finger nicht einzuklemmen). Die runde Form hebt den Reifen (maximale Breite 180/190 Millimeter, Empfehlung der Redaktion) optimal schonend an, der Stopper hält die Parkposition. Eine clever Kombination. Realistisch hebt der Werkthor Rundkeil maximal 90 Millimeter. Sehr robuste Ausführung – die Schotter-Tortur absolviert der Werkthor ohne sichtbaren Verschleiß. Auf weichem Boden – konzeptbedingt – sinkt der Rundkeil gerne ein.

Der Werkthor Rundkeil überzeugt durch einfache Handhabung und robuste Fertigung. Sehr guter Keil für verhältnismäßig schmale Reifen.

Testergebnis: SEHR GUT

Werkthor Rundkeil

Thule Levelers

Preis: 49 € inkl. Tasche
Tragfähigkeit: je 1,25 t
Maße (LxBxH): 560 x 200 x 150 mm
Gewicht, 2er Set*: 3.600 g
(max.) Höhe(n): 44 / 78 / 112 mm
Kontakt: www.thule.com

Wer kennt sie nicht? Die Thule Levelers gehören zu den Klassikern unter den Auffahrkeilen für Camper. Mit 200 Millimetern ausreichend breit für die meisten Camperreifen, mit 1,25 Tonnen Tragfähigkeit für die Klasse der 3,5-Tonner maßgeschneidert. 112 Millimeter realistische Ausgleichshöhe ist ein sehr guter Wert. Obwohl ihre Konstruktion sehr der des Werkthor Stufenkeils ähnelt (das Gegenteil ist der Fall, der Werkthor kam später auf den Markt), zeigt sich der schwerere, kürzere und breitere Thule mit Versteifungssteg in der Mitte deutlich robuster im Schottertest – auch wenn die Redaktion hier trotzdem eine Unterlegmatte empfehlen würde, um die senkrechten, offenstehenden Stege bestmöglich vor Schäden zu schützen.

Die Levelers von Thule machen einen guten Job. Wem drei Stufen genügen, greift zu. Mit Blick auf die Haltbarkeit könnte ein Facelift nicht schaden.

Testergebnis: SEHR GUT