Highlights 2017 Zubehör Zubehör-Highlights 2017

Sechs Zubehör-Highlights für 2017 stellen die Redakteure von Reisemobil International vor. Und das sind sie:

Super B: Bordbatterie der Zukunft

Jede zweite Diskussion zum Thema Reisemobiltechnik dreht sich, meist heißblütig geführt, um das Thema Energieversorgung. Kein Wunder: Der Komfortanspruch ans Wohnen im Reisemobil wächst – und mit ihm das Fahrzeuggewicht und der Energiebedarf. Doch Energie muss gespeichert werden, bisher in, nomen est omen, bleischweren Bleibatterien, AGM oder Gel. Nicht nur in der gewichtssensiblen 3,5-Tonnen-Klasse schrumpfen durch die gewichtigen Akkus die Zuladungsreserven empfindlich. Super B stellte schon vor Jahren erste, hochwertige LiFePO4-Akkus mit ausgeklügeltem Batteriemanagement aus holländischer Produktion vor. Die neue Epsilon kommt erstmalig in einem genormten Gehäuse, also mit Abmessungen herkömmlicher Bleibatterien. Der Tausch gelingt dank gleicher Befestigungssockel völlig problemlos. Die einzige Anforderung an die Bordelektronik: Das Ladegerät muss eine Ladespannung von 14,4 Volt erreichen. Die technischen Eckdaten sprechen für sich. Von den 90 Ah Kapazität sind 90 Prozent tatsächlich nutzbar. Bei einem Gewicht von weniger als 15 Kilogramm wiegt die Epsilon rund 70 Prozent weniger als herkömmliche Blei-Batterien mit vergleichbarer, also nutzbarer Kapazität und erreicht ein Vielfaches der Zyklenzahl – was den hohen Preis von 1.998 Euro durchaus attraktiv gestaltet. Selbst langfristig liefert der Powerakku 200 Ampere, hält also Kaffeemaschinen, Klimaanlagen oder einen Föhn problemlos am Laufen. Das eingebaute Batteriemanagement-System informiert über Ladezustand, Spannung und Strom sowie tatsächliche Restkapazität, die der Reisemobilist über eine App auf seinem Smartphone oder Tablet jederzeit abrufen kann.

Entgegen vielen anderen LiFePO4-Batterien kann die Epsilon selbst bei polaren Minustemperaturen stressfrei geladen werden. Eine automatische interne Ladestrombegrenzung reduziert den Strom, bis dieser die Batterie schonend aufgewärmt hat. Last but not least: Die Epsilon ist CI- und CAN-Bus fähig, also in der Lage, mit dem Bordnetz zu kommunizieren.
Info: www.super-b.com

Heiko Paul, Stellvertreter des Chefredakteurs: „Seit ich mich mit Reisemobilen beschäftige, begleiten uns zu schwere, häufig problembehaftete Batterien in Reisemobilen. Ich setze viel Hoffnung in die langlebigen, leichten und leistungsfähigen LiFePO4-Akkus. Die Epsilon von Super B mit cleverem Batteriemanagement halte ich in diesem Zusammenhang für einen wichtigen Meilenstein.“

Büttner Elektronik: Cleveres Kombi-Gerät

Nicht sinnvoll aufeinander abgestimmte Geräte im Reisemobil sind häufig daran schuld, dass die Elektronik weit hinter ihrem möglichen Potenzial zurück bleibt. Mit dem MT-ICC 1600 und dem MTICC 3000 von Büttner Elektronik gelingt es, einige Probleme im Reisemobil zu umgehen und attraktive Vorteile für den Camper-Alltag zu schaffen. Die Geräte sind eine Kombination aus Ladegerät und 1.600- beziehungsweise 3.000-Watt-Wechselrichter – was im ersten Moment wenig spannend klingt. Auch dass das Ladegerät bei angeschlossenem Landstrom mit bis zu kräftigen 60 beziehungsweise 120 Ampere automatisch startet, die Bordbatterien zu laden, ist zwar beachtlich, aber nicht unbedingt außergewöhnlich. Spätestens aber bei schwach abgesicherten Camping- oder Stellplätzen rückt die Power-Boost-Funktion positiv in den Vordergrund. Sie reduziert die Ladeleistung soweit, dass auch bei einer 3-Ampere-Absicherung im Süden Europas eine permanente Batterieladung möglich ist. Sollte auf solchen Campingplätzen eine Klimaanlage oder Kaffeemaschine betrieben werden, flog bisher meistens die Sicherung heraus. Das Büttner-Kombigerät erkennt das Problem und liefert den hohen Anlaufstrom kurzfristig über den internen Sinus-Wechselrichter, bevor es auf Landstrom umstellt. Der Wechselrichter ist zudem mit einer automatischen Netzumschaltung ausgestattet: Sobald kein Landstrom mehr anliegt, wandelt er die 12-Volt-Spannung aus den Bordbatterien in 230-Volt-Wechselstrom um und schaltet diesen auf die Innenraum-Steckdosen – und umgekehrt. Im Lieferumfang enthalten: Fernbedienung sowie Anschlusskabel. Der MT-ICC 1600 kostet 1.689 Euro, der MT-ICC 3000 2.399 Euro.
Info: www.buettner-elektronik.de

Juan J. Gamero, Redakteur Test und Technik: „Die Entwickler bei Büttner Elektronik hatten bei diesem Kombi-Gerät die Probleme der Reisemobilisten klar vor Augen. Endlich können Camper auch Elektrogeräte mit hohem Anlaufstrom im Reisemobil benutzen. Ein wirklich hilfreicher Schritt in die richtige Richtung.“

Truma Vario Heat: Kompakte Gasheizung

Das bringt warmen Wind in die Kastenwagen-Szene. Mit der Vario Heat stellt Truma erstmals eine sehr kompakte Gasheizung für Campingbusse und Kastenwagen vor. Das Gerät ist mit 380 mal 248 mal 123 Millimetern ultrakompakt und mit 5,1 Kilogramm verhältnismäßig leicht. Da die Truma Vario Heat sowohl stehend als auch liegend einbaut werden kann, bietet sie bei der Montage maximale Flexibilität. Truma bietet zwei Versionen an, die Eco mit 2.800 Watt und die Comfort mit 3.700 Watt. Schon im Sommer 2017 soll ein Kit verfügbar sein, das die Unterflurmontage ermöglicht. Die Vario Heat lässt sich über das CP-Plus-Bedienteil steuern. Bleibt in Ihrem großen Wohnmobil die Dinette im Winter ungemütlich kalt? Die Vario Heat eignet sich auch ganz hervorragend als Zusatzheizung. Die Vario Heat Eco kostet 1.389 Euro, die Comfort 1.639 Euro.
Info: www.truma.com

Martin Vogt, Chefredakteur: „In der Redaktion ahnen wir die Freude bei den Kastenwagen- und Busausbauern. Die kleine kräftige Vario Heat passt an Stellen und in Ecken, wo bisher keine Heizung Platz fand. Das hilft Ausbauern und Endkunden gleichermaßen. Über diese Truma-Innovation freuen wir uns richtig.“

Buck Heckträger: Variabel und erfrischend anders

Die Heckklappe soll aufgehen, auch bei beladenem Träger. Das wünschen sich Fahrer von Campingbussen und Kastenwagen gleichermaßen.

„Das bekommen wir hin“, sagte sich Roman Buck aus Herbertingen und schneiderte nach bester schwäbischer Ingenieurskunst aus Hochleistungslagern und Edelstahlprofilen einen schieb- und schwenkbaren Heckträger für Bulli, Ducato und Co. Lieferbar ist dieser mit verschiedenen Aufsätzen für bis zu vier E-Bikes, für bis zu sechs Fahrräder, einen Roller oder eine Staubox.

Pfiffig: Beim Verschieben des Trägers fährt ein Halter automatisch nach unten, um das Gewicht abzustützen und das Fahrzeug stabil zu halten. Bucks Träger wiegt rund 50 Kilogramm, seine Traglast liegt bei maximal 150 Kilogramm. Den Preis beziffert Roman Buck mit 2.980 Euro inklusive Fahrradaufsatz, Fahrzeugadapter und Montage. Eine Sonderanfertigung für sechs Fahrräder dauert länger und verlangt nach etwas höherem Budget.
Info: www.buck-ideen.com

Karsten Kaufmann, Leitung Zubehör & Praxis: „Klasse Idee, handwerklich hervorragend umgesetzt. Bucks Träger erleichtert das Zubehör-Management am Heck von Campingbus oder Kastenwagen enorm. Zu einem durchaus exklusiven Preis.“

Hünerkopf: Einbruchsicheres Fenster

In Sachen Reisemobilfenster und Dachfenster herrscht seit vielen Jahren evolutionärer Stillstand in der Branche. Hersteller setzen auf wenig kratzresistentes Acryl, Plastikriegel halten Einbrecher wenig länger als ein paar Sekunden auf.

Mit erfrischend neuer Technik stellt die Firma Hünerkopf das Sicherheitsfenster Plustherm SF3 GT für 2017 vor. Dieses fertigt Hünerkopf aus drei Makrolon-Scheiben, einem herrlich robusten Polycarbonat, das selbst gewaltigen Hammerschlägen standhält. Mit einem einzigen Hebel kann der Reisemobilist das Fenster an insgesamt fünf Punkten mit massiven Metallbolzen verriegeln. Ein Technik-Kniff, der Einbrecher vor eine schwer zu lösende Aufgabe stellt. Zudem schließt das Fenster außen nahezu bündig mit der Wand des Reisemobils ab.

Hünerkopf will eine große Auswahl an Größen liefern, innen kann der Kunde handelsübliche Plissees montieren. Wer wünscht, tauscht seine Seitz-Fenster durch ein Hünerkopf-Modell aus. Ein 700 mal 600 Millimeter großes Fenster kostet 658 Euro.
Info: www.huenerkopf.com

Maren Schultz, Redakteurin Zubehör & Praxis: „Das Hünerkopf-Produkt ist nicht irgendein weiteres Fenster, sondern eine wirkliche Neuentwicklung. Technisch sauber, mit tollen Eigenschaften, die anderen Reisemobil-Fenstern fehlen, macht das Plustherm SF3 GT Einbrechern das Leben richtig schwer.“

Dometic: Rückfahrkamera für Kastenwagen

Mal ehrlich: Eine vernünftige Rückfahrkamera gehört an jedes Reisemobil, ganz egal, ob Kastenwagen oder großer Integrierter. Und je schöner sie sich ans Basisfahrzeug anpasst – desto besser. Für den Fiat Ducato X250 und X290 sowie die baugleichen Modelle Peugeot Boxer und Citroën Jumper bietet Dometic nun die Bremsleuchtenkamera PerfectView CAM 35 an. Sie passt optimal ans Heck der Fahrzeuge und da keine zusätzlichen Bohrungen nötig sind, hält sich der Montageaufwand im Rahmen. Optional ergänzt eine Kamera für die Fernsicht (60 Grad) die Nahsichtkamera zum Rangieren (140 Grad). Beide Kameras können nahezu unsichtbar mit der dritten Bremsleuchte am Heck kombiniert werden und helfen somit beim Rückwärtsfahren und als elektronischer Rückspiegel.

Kleine technische Features wie Bildzentrierung, Fischaugenkompensation und Nachtsichtoptimierung sollen die Bildqualität optimieren. Für die Version nur mit Kamera ruft Dometic 209 Euro auf, für die Twin-Variante 318 Euro. Die CAM 35 lässt sich mit allen Monitoren von Dometic oder gängigen Naviceivern kombinieren.
Info: www.dometic.com

Claus-Georg Petri, Stellvertretender Chefredakteur: „Ich würde an einem Reisemobil niemals auf eine Rückfahrkamera verzichten wollen. Die CAM 35 von Dometic gefällt mir ausgesprochen gut, da ihr Gehäuse sehr flach baut und sich formschön ans Fahrzeugheck schmiegt. Endlich mal kein Fremdkörper am Heck.“

Text: Martin Vogt, Heiko Paul, Claus-Georg Petri, Karsten Kaufmann, Maren Schultz, Juan Gamero, Fotos: Hersteller, Karsten Kaufmann

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