Reisemobil mieten Ratgeber Mein Camper ist dein Camper

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Wer glaubt, Urlaub mit einem gemieteten Reisemobil sei günstig, der irrt: Der Mietpreis von 100 bis 200 Euro – je nach Fahrzeug und Saison – ist häufig an eine Kilometerbegrenzung gekoppelt. Dazu kommen eine Servicepauschale sowie Zusatzkosten für Campingtisch und -stühle, Geschirr und Bettwäsche. Wem das zu teuer ist, der könnte bei Paul Camper eine günstigere Alternative finden. Das Unternehmen fungiert seit zwei Jahren als Vermittler zwischen Mietern und Besitzern von Reisemobilen, die ihr Fahrzeug privat vermieten.

Dirk Fehse, Mit-Gründerin und Cousine Franzi und IT-ler Flo.

Dirk Fehse, Mit-Gründerin und Cousine Franzi und IT-ler Flo.

Der Berliner Dirk Fehse gründete Paul Camper im Januar 2013. Das erste Fahrzeug, das privat zur Miete angeboten wurde, war sein eigener VW T4 mit Namen Paul. Und weil Paul ein Camper ist, war der Name des Start-Up-Unternehmens schnell gefunden. Bis heute ist Paul Camper die einzige Vermittlungsplattform für privates Campersharing in Deutschland.

Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie naheliegend: Wer ein Reisemobil besitzt, nutzt es in der Regel nur einige Wochen im Jahr, den Rest der Zeit steht es herum. Das muss nicht sein, war Fehses Gedanke: In dieser Zeit könnten doch andere Menschen das Fahrzeug mieten. Gleichzeitig verfolgt Paul Camper das Ziel, Reisemobile so einfach, günstig und transparent wie möglich zu vermieten. Deshalb gilt das Ein-Preis-Modell: ein Preis pro Camper, keine Saisonpreise, keine Zusatzkosten, keine Kilometerbeschränkung. Auch die Versicherung ist in diesem Preis inbegriffen.

Seit der Gründung vor zwei Jahren ist Paul Camper ordentlich gewachsen. 182 Fahrzeuge (Stand: November 2014) sind registriert – davon rund 60 Prozent Campingbusse und Kastenwagen sowie 40 Prozent Wohnmobile. Ende 2013 waren es 47 Fahrzeuge, am 1. Januar 2013 ein einziges – Paul, der weiße VW T4. Der wird auch heute noch vermietet.

Die Mietkosten liegen bei durchschnittlich 70 Euro pro Tag. Einen Bulli für zwei Personen gibt es ab 59 Euro, größere Kastenwagen und Wohnmobile kosten zwischen 80 und 110 Euro Miete – deutlich günstiger als bei vielen klassischen Vermietern. Allerdings können die privaten Vermieter nicht den gleichen Komfort wie McRent und Co. bieten: Die Mietfahrzeuge haben in der Regel schon einige Jahre und Kilometer auf dem Buckel, auch die Ausstattung ist zum Teil eher spartanisch. Gas, Geschirr und Außenmöbel sind aber in allen Fahrzeugen vorhanden. Da es keine Reinigungspauschale gibt, muss der Camper gereinigt und im selben Zustand wie bei der Übernahme zurückgebracht werden.

Anmietstationen gibt es nicht. Das Fahrzeug wird dort übernommen, wo der Halter wohnt. Die Suche nach einem Fahrzeug auf www.paulcamper.com richtet sich deshalb nicht nur nach Fahrzeugtyp und Reisezeit, sondern auch danach, wo das Fahrzeug steht und ob das mit der geplanten Reiseroute zu vereinbaren ist.

Bei Vermietertreffen lernt sich die Paul-Camper-Community kennen.

Bei Vermietertreffen lernt sich die Paul-Camper-Community kennen.

Erwünscht ist, dass sich Mieter und Vermieter vor der Fahrzeugübergabe kennenlernen. „Wir legen Wert darauf, dass es bei uns persönlicher zugeht als bei den klassischen Vermietern“, sagt Dirk Fehse. „Vielen Vermietern ist ein persönliches Kennenlernen so wichtig, weil sie dann wissen, wem sie ihren Camper anvertrauen.“

Natürlich gibt es immer wieder Stimmen, die sagen, eine private Vermietung könne es gar nicht geben. Auch Dirk Fehse bestätigt:  „Wenn jemand ein Gewerbe anmeldet und Gewinne macht, ist er offiziell ein Gewerbetreibender.“ Doch darum geht es bei Paul Camper nicht, sondern um die emotionale Ebene. Paul Camper ist privat, weil es keine kommerziellen Anbieter gibt und die Vermieter ihre Fahrzeuge auch selbst nutzen. Und: „Wenn jeder so mit dem Auto umgeht, als wäre es sein eigenes, funktioniert das System super“, bringt es ein Vermieter auf den Punkt.

Von Maren Schultz
Fotos: Wiebke Möhrig, Julia Bihl, PaulCamper GmbH

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