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Profitest: Niesmann+Bischoff Smove 6.9 Q Test Fast ein kleiner Liner

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Liner sind das Nonplusultra im Reisemobilbau. Sie sind groß, sie haben aufwendige Technik an Bord, sie sind luxuriös. Nun gibt es Menschen, die schätzen die technischen Finessen der Reisemobil-Königsklasse – wenn diese Liner nur nicht so riesig wären. Schließlich benötigt der Urlauber für solch ein Gefährt in aller Regel zumindest einen C1-Führerschein oder einen der alten Klasse drei. Und spätestens im Gassengewirr süditalienischer Ortschaften oder auf den verschlungenen Sträßchen in der Cinque Terre wünscht sich mancher Liner-Pilot ein kompaktes Mobil.

Hier setzt die neue Baureihe Smove von Liner-Spezialist Niesmann+Bischoff an: Smove – das bedeutet Teilintegrierter auf Fiat Ducato mit technischen Finessen aus dem Linerbau. Auf der CMT in Stuttgart war das ausgestellte Modell mit Einzelbetten im Heck ein Publikumsmagnet – auch weil Niesmann+Bischoff mit dem gewölbten Dach, dem fließenden Übergang vom Fahrerhaus zum Aufbau und mit dem Liner-Heck optisch vom Teilintegrierten-Einerlei abweicht. Ob dieses Konzept aufgeht – immerhin beginnen die Grundpreise der Baureihe zwischen 78.920 und 83.920 Euro – zeigt der Profitest.

Der holzfrei erstellte Aufbau des Smove ist anders als die der meisten anderen Teilintegrierten. Das GfK-Dach ist in der Mitte gewölbt; so erreicht der Hersteller mehr Stehhöhe überm Podest der Sitzgruppe, Vorteile bei der Aerodynamik und eine optisch ansprechende Wirkung im Innenraum. Dank partiell an der Innenseite des Dachs eingesetztem Aluminium verspricht der Hersteller den Blitzschutz eines faradayschen Käfigs. Das Heck fertigt Niesmann+Bischoff aus GfK. Der untere Abschluss ist als separates Teil ausgeführt und lässt sich somit im Reparaturfall leicht wechseln. Dennoch sieht das Ganze aus wie aus einem Guss – eine Augenweide.

Mit stabilen GfK-Verkleidungen etwa an Fahrer- und Beifahrertür schafft der Hersteller aus Polch einen harmonischen Übergang vom Fahrerhaus zum Aufbau. Schlitze im oberen Bereich der Fender zum Aufbau verbergen die Zwangsentlüftungen. Extrem niedrige Windgeräusche, auch bei hohem Tempo, sind das Resultat. Hieran hat auch der große umlaufende Spoiler, hinter dem die Dachaufbauten im Windschatten verschwinden, seinen Anteil.

Die Aufbautür statten die Polcher mit elektrischer Zuziehhilfe aus. Rahmenfenster sind Serie, auf Wunsch mit Einhandbedienung.

Die Seitenwände fertigt das rheinland-pfälzische Unternehmen aus Alu-Sandwich. Der partiell aufgedoppelte, im Bereich der Wassertanks mit einer 27 Zentimeter hohen Box unterbaute Boden ist isoliert und beheizt. Unterboden und Fußboden sind jeweils 42 Millimeter stark.

Auch beim Thema Sicherheit punktet Niesmann+Bischoff mit dem neuen Smove: Fiat-Triebkopf, Al-Ko-Chassis und der Aufbau sind solide miteinander verbunden. Die zusätzlichen Verstrebungen gehen über den üblichen Standard bei Teilintegrierten weit hinaus. Entsprechend steif ist das gesamte Reisemobil, was sich beim Fahren positiv bemerkbar macht, weil sich der Smove 6.9 Q kaum verwindet.

Fahrer- und Beifahrerairbag sind serienmäßig an Bord, ebenso ABS und ASR, Berganfahrhilfe, das elektronische Sperrdifferenzial Traction+ und die Bergabfahrhilfe Hill Descend Control.

Elektrische Anlage und Gasinstallation sind vorbildlich. Auch die Gasabsperrventile sind im obersten Auszug der Küche dort, wo sie hingehören.

Der optional montierte Klappsitz ist ordnungsgemäß mit dem Fahrzeugchassis verbunden, sehr stabil und mit Dreipunktgurt ausgerüstet.

Info: Niesmann+Bischoff

Text: Juan Gamero, Fotos: Hardy Mutschler, Infos: Niesmann+Bischoff

Den vollständigen Profitest von Mathias Piontek mit allen technischen Daten, einer Übersicht aktueller Konkurrenten sowie Ladetipps finden Sie in Reisemobil International 3/2017 (ab 4. Februar 2017 am Kiosk) oder als PDF-Version zum Download in unserem Shop.

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