Blitzschutz fürs Reisemobil Ratgeber Gefahr gebannt?

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Ist Blitzschutz überhaupt ein Thema? Sind schon einmal Reisemobilisten durch Blitzeinschläge in ihrem Fahrzeug zu Schaden gekommen? Welchen Schutz bietet ein Reisemobil? Generationen von Campern haben darüber schon heiß diskutiert. Praktische Versuche mit einem modernen, fahrbereiten Reisemobil gab es dazu bislang noch nie.

Dass ein Blitzeinschlag ins Mobil oder den Wohnwagen in den Köpfen vieler als Gefahr angesehen wird, zeigt der European Innovation Award, den Carthago für sein Blitzschutzkonzept Anfang Januar 2016 gewonnen hat. Bei diesem Preis stellen Redakteure von 14 Reisemobil- und Caravan-Zeitschriften aus ganz Europa die Jury.

Diesen Preis hat Reisemobil International zum Anlass genommen, das Carthago-Versprechen, dass die Mobile aus Aulendorf trotz einer hagelresistenten GfK-Außenhaut auf dem Dach einen Faradayschen (schützenden) Käfig bilden, zu überprüfen.

Was könnte dafür besser geeignet sein als das Hochspannungslabor des Instituts für Energieübertragung und Hochspannungstechnik der Universität Stuttgart? Dort ist es möglich, unter Anleitung des Institutsleiters, Professor Dr. Ing. Tenbohlen, der schon viele solcher Versuche für die Automobilindustrie durchgeführt hat, ganze Reisemobile einem Blitz auszusetzen. Der Kunst-Blitz erreicht zwar die Stromstärke des Naturblitzes nicht, die Ergebnisse lassen sich dennoch übertragen.

Das Besondere an der Carthago-Konstruktion: Über den Alu-Sandwichwänden thront ein Sandwichdach mit einer GfK-Außen- und Aluminium-Innenseite. Schon bei der Konstruktion war es Carthago wichtig, eine durchgängige elektrische Leitfähigkeit bis ins Fahrzeug-Chassis herzustellen.

Nach penibler Vorbereitung dann der erste Blitz: Wird er durch das Dach in die große Kupferkugel einschlagen, die beim Versuch den Kopf des Campers ersetzt? Der Knall ist gewaltig, ebenso der Lichtblitz. Doch die Messinstrumente und die Kameras belegen klar: Die Alu-Innenschicht hat mit dem Aluminium der Außenwände einen Faradayschen Käfig gebildet. Der Blitz hat nicht ins Innere durchgeschlagen und niemanden gefährdet. Das Foto zeigt sogar, wie der Blitz auf den Boden überspringt.

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3 Kommentare zu “Gefahr gebannt?

  1. danke für den interessanten Bericht. Mich beunruhigt das Thema schön länger und wir kommen immer häufiger mit dem WoMo in heftige Gewitter. Ich hätte noch eine Frage dazu: gibt es eine weitere Gefahr durch die vorhandene Gasnutzung ? Kann hier durch den Blitz ein Brand ausgelöst werden oder sogar eine Explosion? Wurde das hier auch mit getestet ?

    • Hallo,

      in dem beblitzten Fahrzeug war keine Gasflasche installiert. Deshalb können wir von unserem Versuch nicht darauf schließen, was bei einem Blitzeinschlag mit der Gasanlage passiert. Aus verschiedener Literatur sind mir aber einige Fälle von Blitzeinschlägen in Reisemobile bekannt. Dabei gab es aber niemals Probleme mit den Gasflaschen.

      Beste Grüße aus Stuttgart,

      Gesa Marx
      Redaktion
      Reisemobil International

  2. Bin erfreut, über den aussagefähigen Bericht.
    Fahre seit über 30 Jahren und konnte es nie klären. Ich fahre beim Gewitter die Antenne ein, entferne das Stromkabel(Erdung ,Überspannung) und fahre die Stützen hoch, je nach der Gewitternähe.
    In VDE – Broschüre las ich nun:
    1.Stützen aus fahren, Metallplatten unterlegen , zur Ableitung der Blitzernergie.
    andere widersprüchliche VDE Broschüre
    2. Wohnwagen und Wohnmobile bieten den gleichen sicheren Schutz wie Autos – Punkt.

    An anderen Stellen: Erdnagel, Abrißsicherung auf Boden, Massekabel auf Boden, etc..
    Nach meinem Wissenstand, gibt es bei Erdung keinen faradayschen Käfig mehr.

    Würde mich freuen, eine technisch versierte Aussage zur „Erdung“ (Stützen) zu erhalten.

    Hinweis: In jeder WoMO- oder WoWa -Betriebsanleitung sollten die Maßnahmen zum Blitzschutz umfassend, fachlich korrekt, erklärt sein.
    Danke.

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